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GSK investiert erstmals in Standort Marburg

Welt-Meningitis-Tag GSK investiert erstmals in Standort Marburg

Diesen Freitag ist Welt-Meningitis-Tag. In Marburg ist das Pharmaunternehmen GSK, das Novartis übernommen hat, an der Impfstoffproduktion gegen Formen von Meningitis beteiligt.

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Ein GSK-Mitarbeiter bei der Abfüllung von Proben des in Marburg hergestellten Impfstoffes gegen Meningitis A und Meninigitis C. Diesen Freitag ist Welt-Meningitis-Tag.

Quelle: GSK

Marburg. Das Pharmaunternehmen GlaxoSmithKline (GSK), das die Impfstoffsparte von Novartis Vaccines – mit Ausnahme des Grippe-Geschäfts – übernommen hat, investiert in den Standort Marburg. GSK in Marburg bestätigte der OP, dass eine neue Anlage gekauft wird. 7,6 Millionen Euro werden für eine neue und zusätzliche Gefriertrocknungsanlage in der Abfüllung im Gebäude H28 im Hauptwerk am Standort Behring-Werke investiert.

Diese Entscheidung ist noch zu Novartis Zeiten gefallen und soll in den kommenden Monaten unter der neuen GSK-Führung umgesetzt werden. Mit der neuen Anlage werde der Prozess der Impfstoffabfüllung technisch verbessert, zudem werde die Kapazität am Standort Marburg erweitert. Auch wenn die Erweiterung nicht mit einer Personalaufstockung verbunden sei, sei dies ein Signal für den Standort Marburg, den das Unternehmen, das zum britischen Konzern gehört, setzt.

Im Gebäude H28 findet die Abfüllung und Gefriertrocknung für Tollwut-Impfstoff und für die Meningitis-Impfstoffe gegen die Serogruppe A und C rund um die Uhr im Dreischichtsystem an sieben Tagen in der Woche statt. Dabei ist die Gefriertrocknung der letzte Schritt im Abfüll-Prozess.

Nachdem der flüssige Impfstoff in kleine Fläschchen abgefüllt wurde, wird ihm durch ein aufwändiges Kälte- und Vakuumverfahren Wasser entzogen. Dies sei ein besonders schonender Weg, um die Haltbarkeit der empfindlichen Proteine zu verlängern.

16 Millionen Dosen Impfstoff pro Jahr

In der Abfüllung arbeiten 40 eigens dafür qualifizierte Mitarbeiter unter höchsten Hygienevorschriften. So müssten diese mit Reinraumkleidung pro Charge rund 300 Monitoring-Proben nehmen, um nachzuweisen, dass die Konzentration von Partikeln in der Luft und Keimen auf Wänden, Böden, Türen, Mitarbeitern und in der Luft unter den festgelegten maximalen Grenzwerten liegen.

16 Millionen Einzeldosen an Impfstoff werden derzeit pro Jahr in Marburg abgefüllt und gefriertrocknet, die Verpackung erfolgt im italienischen Siena. Ein Imspfstoff gegen Meningitis B – die am weitesten verbreitete Form der lebensbedrohlichen Krankheit – wird in Marburg nicht produziert. Auch dort habe der Standort jedoch einen großen Anteil an der Entwicklung gehabt, teilt das Unternehmen mit.

An der Weiterentwicklung dieser Meningitisimpfstoffe sei Marburg weiterhin beteiligt beteiligt. Impfungen gegen Meningokokken – Bakterien, die beim Menschen den Nasen-Rachen-Raum befallen – der Serogruppe B sind erst seit Ende 2013 möglich. Im vergangenen Jahr wurden in Deutschland bereits mehr als 100.000 Dosen verabreicht.

In der Bundesrepublik werden die meisten Kinder bisher nur gegen Meningitis C geimpft, einige Institutionen wie die Sächsische Impfkomission (SIKO) und die Deutsche Akademie für Kinder- und Jugendheilpflege (DAKJ) raten jedoch auch zur Meninigits-B-Imfung. In Großbritannien ist diese bei Säuglingen bereits Pflicht.

von Anna Ntemiris und Peter Gassner

 
Hintergrund

Mehr als 600 Menschen in Deutschland erkranken pro Jahr an Meningitis – 70 Prozent der Fälle bei Erwachsenen sind Meningitis B. Bei Säuglingen liegt die Quote sogar bei 85 Prozent.

Meningitis B ist eine seltene, aber aggressive und häufig tödlich verlaufende Erkrankung. Sie ist die Hauptursache von Hirnhautentzündung und Sepsis in Europa. Meningitis B kann bereits innerhalb von 24 Stunden zum Tod führen oder schwere Behinderungen nach sich ziehen.

Da die Symptome anfänglich unspezifisch sind oder denen der Grippe ähneln, ist die Diagnose dieser Krankheit nicht einfach. Zu diesen Symptomen gehören unter anderem Kopfschmerzen, Fieber, Erbrechen und Schläfrigkeit. Schätzungen zufolge tragen jedoch zwischen 10 und 20 Prozent der Menschen weltweit den Erreger (siehe Foto) in sich, ohne dabei Symptome zu zeigen.

Die auslösenden Bakterien – Meningokokken – können leicht durch Husten oder Niesen oder auch durch direkten Kontakt, wie etwa beim Küssen übertragen werden.

Besonders hohes Ansteckungsrisiko besteht für Babys, unter denen auch die meisten Todesopfer zu beklagen sind. Etwa zehn Prozent aller Infizierten sterben an der Erkrankung. Rund 20 Prozent der Überlebenden leidet dauerhaft unter schweren Folgeschäden.

 
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