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Fusion mit Biedenkopf liegt auf Eis

Kreishandwerkerschaft Marburg Fusion mit Biedenkopf liegt auf Eis

Erwartungsgemäß wählten die Obermeister der Kreishandwerkerschaft Marburg am Donnerstag Meinhard Moog zu ihrem neuen Geschäftsführer.

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Kreishandwerksmeister Rolph Limbacher (links) gratuliert dem neuen Geschäftsführer Meinhard Moog zu seiner einstimmigen Wahl.Foto: Andreas Schmidt

Quelle: Andreas Schmidt

Marburg. Bereits seit mehreren Monaten hatte Meinhard Moog, der vor zwei Jahren zum stellvertretenden Geschäftsführer gewählt worden war, sein neues Amt kommissarisch ausgefüllt. Denn sein Vorgänger, Lothar Kaiser, ist seit geraumer Zeit erkrankt. Zudem hatte sich Kaiser dazu entschlossen, „früher in Rente zu gehen, wie es allgemein üblich ist“, erläuterte Kreishandwerksmeister Rolph Limbacher am Donnerstag während der Mitgliederversammlung der Kreishandwerkerschaft.

In der Folge habe man ein Findungskommission ins Leben gerufen, in der „relativ viel diskutiert“ worden sei. Denn es galt, die Ausrichtung des Geschäftsführers festzulegen: Solle es ein Jurist oder ein Wirtschaftsfachmann sein? Oder jemand, der ein gutes Marketing vorantreibe? In der Folge habe man Meinhard Moog gefragt, ob er das Amt denn gegebenenfalls ausführen wolle - und der habe seine Bereitschaft signalisiert. Daher habe der Vorstand „einstimmig beschlossen, der Versammlung Meinhard Moog zur Wahl vorzuschlagen“, wie Limbacher erklärte.

Vor der Wahl stellte Moog neben seinem Werdegang auch seine Visionen für die Kreishandwerkerschaft vor. Der 46-Jährige ist im 14. Jahr bei der Kreishandwerkerschaft beschäftigt und hat sich neben der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit „auch mit vielen anderen Dingen befasst“, wie er betonte. „Das Handwerk ist nicht nur ein wichtiger Teil in der Wirtschaft, sondern auch ein ganz wichtiger Bestandteil der Gesellschaft“, sagte Moog. Denn es liefere nicht nur Umsätze und bilde aus, sondern sei auch „der Wertschöpfungsfaktor in der Region“.

Moog sieht in der Geschäftsstelle einige „Baustellen“, bei denen Handlungsbedarf bestehe. So müsse man beim Personal „ein wenig nachlegen“, um die Öffentlichkeitsarbeit voranzutreiben. Auch bei der EDV gebe es einen Investitionsstau. Und die Arbeitsabläufe müssten umstrukturiert werden, „um den Kunden schnell und effektiv helfen zu können“, so Moog. Eine große Baustelle sei auch die Mitgliedergewinnung, „da müssen wir verstärkt ansetzen“, meinte Moog. Und fügte hinzu: „Baustellen sind dazu da, dass man sie abarbeitet“ - dafür werde er sich einsetzen. Und das kann er nun tun, denn die Mitgliederversammlung wählte Moog einstimmig zum neuen Geschäftsführer.

Neben der Wahl standen auch die „üblichen Formalien“ bei der Mitgliederversammlung an, wie etwa der Rückblick von Rolph Limbacher, der seit einem Jahr Kreishandwerksmeister ist. Es sei für ihn ein „Jahr der neuen Erkenntnisse, des Umbruchs und der großen Verantwortung“ gewesen. Auch sei es ein Jahr der Neuausrichtung gewesen: Man sei mit dem Vorstand zwei Tage in Klausur gegangen „und haben gute Ergebnisse erzielt, einen tollen Teamgedanken aufgebaut und im Sinne der Kreishandwerkerschaft gute Entscheidungen getroffen.“

Limbacher informierte auch über die beendeten Verhandlungen über den Zusammenschluss der Kreishandwerkerschaften Marburg und Biedenkopf - eine Fusion werde es nach derzeitigem Kenntnisstand nicht geben. „Wir haben die Gespräche offiziell abgebrochen, aber die Türen stehen weiter offen“, sagte Limbacher. Letztendlich seien die Gespräche an den Rückstellungen für eine Zusatzrente gescheitert, die es in Biedenkopf gebe und Marburg nicht hätte übernehmen wollen. „Dort bestehen Verträge, und die Kündigung hätte rund 370000 Euro gekostet“, so Limbacher.

„Wenn ich heirate, dann aus Liebe, und nicht, weil die Braut viel Geld hat“, sagte der Kreishandwerksmeister. „Aber bei einer solchen Summe wird es schwierig, das war eine Hausnummer, die wir nicht aus dem Weg bekommen habe.“

Mit weiteren Forderungen hätte man sich arrangieren können, etwa, dass der Geschäftsführer von Biedenkopf gestellt werde. Das hätte man „um des Fusionsgedankens Willen“ mitgemacht. „Aber jetzt wollen wir auch nicht mehr“, verdeutlichte Limbacher.

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