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„Für ein Start-up waren wir sehr fleißig“

Marburger Traditionsmolkerei „Für ein Start-up waren wir sehr fleißig“

Vor zweieinhalb Jahren hat die Marburger Traditionsmolkerei den Betrieb aufgenommen. Jetzt wächst die Produktpalette erneut: Kommende Woche kommt ein neuer Joghurt auf den Markt.

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Die Marburger Traditionsmolkerei bietet gentechnikfreie Milchprodukte direkt aus der Region. In der kommenden Woche bringt die Genossenschaft ihren neuen, stichfesten Joghurt auf den Markt.

Quelle: Tobias Hirsch

Marburg. Los ging es mit der Milch, im vergangenen Jahr kamen Sahne, Schlagsahne und Schmand in das Portfolio der Marburger Traditionsmolkerei. „Nach anfänglichen Positionierungsschwierigkeiten werden die Produkte mittlerweile recht gut angenommen“, sagt Hans-Werner Wege, Geschäftsführer der Marburger Molkereigenossenschaft. „Wir bekommen nur positive Resonanz auf den Geschmack - das zeigt uns, dass wir auf dem richtigen Weg sind“, so Wege.

Die Molkerei setzt auf Regionalität und gentechnikfreie Produkte. Und diese Sicherheit kommt beim Verbraucher offenbar an.

Nun steht die Einführung eines neuen, stichfesten Joghurts unmittelbar bevor. „Vergangenes Jahr hat eine Umfrage auf der Messe ,Gesund & Aktiv‘ gezeigt, dass sich über 95 Prozent einen naturbelassenen Joghurt wünschen, um sich ihre eigene Geschmacksrichtung beizumischen“, erläutert Wege.

Also ging das Molkerei-Team in die Findungsphase: Welcher Joghurt sollte es werden. „Wir müssen mit unseren Produkten immer einen besonderen Weg gehen. Denn wir stehen in einem Verdrängungswettbewerb - wir erfinden das Rad ja nicht neu“, so Wege. Folglich müsse man Anreize schaffen, damit Kunden zu den Produkten der Traditionsmolkerei griffen - und im aktuellen Fall ist der erste Anreiz die Verpackungsgröße. Wege erläutert: „Es gibt in der Regel 150-, 500- und 1000-Gramm-Packungen. Vielen sind 150 Gramm zu wenig, also haben wir uns für 200 Gramm entschieden.“

Dann habe man mit verschiedenen Kulturen experimentiert und auch entschieden, ob er im Tank „bebrütet“ oder im Becher gereift werden soll. Und auch die Varianten gerührt oder stichfest standen zur Diskussion.

Von der Idee ins Regal in fünf Monaten

„Wir haben über ungefähr ein viertel Jahr Versuche gefahren. Und auch unsere Lieferanten mussten als Tester herhalten“, sagt Wege. Der dritte Anlauf sei „hervorragend gelungen“, und so war die Entscheidung für stichfeste Variante, die im Becher reift, gefallen.

Damit passt der Joghurt bestens ins Produktprogramm der Molkerei. Wege erklärt: „Der Joghurt kommt in den Becher, reift darin und ist somit unverfälschbar.“ Ab der kommenden Woche wird er zunächst in den Tegut-Märkten in der Region stehen, weitere Märkte sollen folgen. „Von der Idee bis zum Handel hat es fünf Monate gedauert“, so Wege.

Die Verfügbarkeit bereitet indes den OP-Lesern Sorgen: Die Redaktion bekam Hinweise, dass in einigen Supermärkten die Produkte der Traditionsmolkerei zwar morgens noch verfügbar seien - aber dann nicht wieder aufgefüllt würden. „Auf Nachfrage holte ein Mitarbeiter die Milch dann aus dem Lager, so eine Leserin, die der Redaktion bekannt ist, aber anonym bleiben möchte. „Da vermute ich, dass andere Produkte den Vorzug bekommen, weil die Marge höher ist.“ Dass es stellenweise zu solchen Problemen komme, sei auch Wege bekannt. Zu den Gründen möchte er sich nicht äußern, betont jedoch: „An der Verfügbarkeit von unserer Seite liegt es nicht.“ Und der Außendienst stehe mit den Märkten im Dialog.

Milch trägt jetzt Siegel „Regionalfenster Hessen“

Viel lieber beschäftigt sich der Geschäftsführer damit, dass die Marburger Milch nun mit einem weiteren Siegel ausgestattet ist: Dem „Regionalfenster Hessen“. „Das bedeutet: Sämtliche Milch kommt aus Hessen und wird hier in Marburg verarbeitet.“ Immerhin 20 Millionen Liter benötigt die Molkerei im Jahr.

Wege konkretisiert: „90 Prozent unserer Milch kommt aus dem Landkreis, der Rest von Betrieben aus Waldeck-Frankenberg, dem Lahn-Dill-Kreis und dem südlichen Vogelsberg.“

Weiteren OP-Lesern fiel indes auf, dass auch Milchwagen aus anderen Landkreisen, wie etwa Vechta, auf dem Molkereigelände stehen - sie mutmaßen, dass daher die Milch nicht aus der Region stammt. Doch Wege kann beruhigen: „Durch Schwankungen in Anlieferung und Abverkauf haben wir etwa 25000 Liter, also einen Zug, pro Woche übrig. Diese wird verkauft - die Lastwagen holen also bei uns nur Milch ab“, sagt er. Außerdem biete die Molkerei als Dienstleistung auch Fremdfirmen die Benutzung der Reinigungsanlage für die Reinigung deren Lastwagen an.

Übrigens: Die Molkerei arbeitet schon an einem weiteren Produkt, auf das sich „die Verbraucher freuen können“. Details verriet Wege aber noch nicht.

von Andreas Schmidt

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