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Für Helfer sind Einbußen wahrscheinlich

Johnson Controls Für Helfer sind Einbußen wahrscheinlich

Schnelle Hilfe für die 
Arbeiter von Johnson Controls, die nach und nach bis 2019 entlassen werden, soll eine regelmäßige Sprechstunde der Arbeitsagentur im Werk bieten.

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Das Werk von Johnson Controls in Friedensdorf soll geschlossen werden – rund 700 Mitarbeiter ­werden bis 2019 freigesetzt.

Quelle: Andreas Schmidt

Marburg. Bis 2019 soll das Werk von Johnson Controls in Friedensdorf sukzessive geschlossen werden – weil der Standort nicht mehr wirtschaftlich produziere ( die OP berichtete). Das bedeutet: Nach und nach werden rund 700 Mitarbeiter entlassen – und die stehen dem Arbeitsmarkt dann wieder zur Verfügung. Um deren Arbeitslosigkeit möglichst kurz zu halten oder gar nicht erst entstehen zu lassen, will die Arbeitsagentur in Kürze Sprechstunden im Werk anbieten.

„Gespräche mit der Geschäftsführung wurden bereits geführt, am 3. September findet noch ein Gespräch mit dem Betriebsrat statt“, sagte Agenturleiter Volker Breustedt im Gespräch mit der OP. „Wir wollen die Arbeitnehmer möglichst früh beraten und zeigen: Wir sind mit unserem Angebot da“, erläutert Breustedt. Man wolle also sowohl den Mitarbeitern vor Ort zur Verfügung stehen, die sich auf eigene Initiative bereits auf dem Arbeitsmarkt umschauen wollten als auch für die, die eine Kündigung erhalten.

Fachkräfte sind in der Metallbranche gefragt

Dabei gehe man immer individuell vor – wie auch in der Agentur: „Wir schauen, was die Mitarbeiter können, fragen ab, ob sie mobil sind – und beleuchten auch den Punkt, wie die Bezahlung bei anderen Unternehmen ist“, erläutert Breustedt. Denn bei Johnson Controls werde auch die relativ hohe Zahl an ungelernten Helferkräften überdurchschnittlich gut entlohnt, weiß der Agenturleiter. Das Spektrum im Betrieb reiche „von Leuten, die seit 20 Jahren im Betrieb die gleiche Helfertätigkeit ausführen ebenso, wie den gut ausgebildeten Facharbeiter“.

Letztere würden bestimmt die Gelegenheit haben, „auch im näheren Umfeld etwas Neues zu finden – und zwar ohne größere Probleme, aber vielleicht mit leichten Gehaltsabstrichen“, sagt Breustedt. Denn Fachkräfte seien in der Metallbranche stark nachgefragt.

Die ungelernten Kräfte hätten es schwerer, „dort haben wir ungeheure Schwierigkeiten aufgrund der fehlenden Qualifikation. Andererseits können sie jedoch auch Helferstellen bekommen. Allerdings müssen diese Mitarbeiter damit rechnen, dass sie erhebliche Gehaltseinbußen hinnehmen müssen – und dass sie räumlich flexibel sein müssen“, verdeutlicht Volker Breustedt.

Agentur wird auch rund um Transfergesellschaft beraten

Für ihn ist klar: „Es wäre dringend anzuraten, dass sich alle beraten lassen – deshalb wollen wir vor Ort sein.“ Dann könne man direkt überprüfen, ob beispielsweise eine Qualifizierung sinnvoll sei – „und das möglichst zeitnah, damit wir Vorkehrungen treffen können. Das geht hin bis zur betrieblichen Umschulung, die ein optimaler Weg ist, um in eine Firma einzusteigen“. Das sei der „Königsweg, damit aus einem ungelernten Helfer ein Metallfacharbeiter wird“ – gefördert durch die Arbeitsagentur.

Zudem könnten auch durch das jüngst verabschiedete Weiterbildungsförderungsgesetz weitere finanzielle Anreize gesetzt werden. Volker Breustedt geht davon aus, dass die Sprechstunden zeitnah „innerhalb der nächsten Wochen“ beginnen könnten, man müsse sich nur noch über das Prozedere verständigen.

Zur Beratungsleistung der Agentur gehöre es darüber hinaus auch, sowohl Geschäftsleitung als auch Betriebsrat rund um das Thema Transfergesellschaft zu beraten. Im OP-Gespräch hatte bereits Betriebsratsvorsitzende Carmen Thomä angekündigt, dass sie die Einrichtung einer solchen Gesellschaft für sinnvoll halte. In einer Transfergesellschaft können die dort Beschäftigten ebenfalls weiter qualifiziert werden, um dann bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu haben.

von Andreas Schmidt

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