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Frühjahrsaufschwung hält an

Arbeitsmarkt Frühjahrsaufschwung hält an

Der positive Trend auf dem Arbeitsmarkt hält weiterhin an. Sowohl gegenüber dem Vormonat, als auch gegenüber dem Vorjahr sank die Erwerbslosenquote im April leicht.

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Die Entwicklung im Landkreis Marburg-Biedenkopf liegt im  Bundestrend.

Quelle: Arne Dedert/dpa

Marburg. Die Arbeitslosigkeit sank bundesweit von 6,8 Prozent im März auf 6,5 Prozent im April. Mit insgesamt 2.843.000 Arbeitslosen liegt die absolute Zahl knapp 100.000 Menschen unter dem Wert vom gleichen Zeitpunkt im Jahr 2014 und auf dem tiefsten Wert der vergangenen 24 Jahre. Auch in Hessen meldeten sich diesen Monat weniger Personen arbeitslos.

Mit 5,6 Prozent liegt die April-Marke knapp unter der vom März (5,7 Prozent) und jener aus dem Vorjahr (5,8 Prozent). Wie die Regionaldirektion der Bundesagentur in Frankfurt berichtete, sind 181.555 Menschen in Hessen ohne Arbeit. Das sind 4500 weniger als am Stichtag vor einem Jahr.

Der Kreis Marburg-Biedenkopf macht beim allgemeinen Trend ebenfalls keine Ausnahme. Insgesamt 5498 Personen waren hier arbeitslos gemeldet. Gegenüber dem April 2014 sind das 3,8 Prozent beziehungsweise 219 Menschen weniger.

Somit fällt die Quote von 4,4 Prozent um einen Prozentpunkt auf 4,3 Prozent – der gleiche Wert, der schon im März vermeldet werden konnte. In allen drei Bezirken des Landkreises ist die absolute Zahl der Arbeitslosen niedriger, als zum Vergleichszeitpunkt aus 2014. Im Bereich Marburg waren es 2694 Arbeitslose (4,1 Prozent) – eine „Topentwicklung“, wie Volker Breustedt, Leiter der Agentur für Arbeit Marburg, sagte. Im Vorjahr waren es dort noch 4,4 Prozent.

Quote der arbeitslosen Migranten wächst

Im Bezirk der Geschäftsstelle Stadtallendorf wurden 1769 Arbeitslose gezählt (5,6 Prozent). Die beste Quote gibt es nach wie vor im Hinterland. Bei den 1035 beziehungsweise 3,2 Prozent Arbeitslosen im Bezirk der Geschäftsstelle Biedenkopf könne man „sozusagen von Vollbeschäftigung“ sprechen, so Breustedt.

Weiterhin sind mehr als ein Fünftel aller Jobsuchenden Ausländer (20,4 Prozent). Die Zahl der arbeitslosen Migranten ist im Vergleich zu 2014 um 92 Personen (8,9 Prozent) gestiegen. Dieser Trend hatte sich schon in den Vormonaten abgezeichnet, trotz einer erhöhten absoluten Zahl bei der Ausländerbeschäftigung, erläuterte Breustedt.

Durch die starke Zuwanderung, unter anderem von Flüchtlingen, sei in Kürze nicht mit einer deutlichen Verbesserung des Wertes zu rechnen. Manche seien aufgrund von Traumatisierung oder der Sprachbarriere nicht schnell zu vermitteln. „Aber wir freuen uns natürlich gerade in diesem Bereich immer, wenn wir jemanden unterbringen“, so Breustedt. „Wir brauchen diese Menschen für die Wirtschaft. Weder der Landkreis noch die Bundesrepublik kann sich leisten sie vom Arbeitsmarkt fernzuhalten.“

Erfreulich sei die Entwicklung hingegen bei den Jugendlichen unter 25 Jahren. Lediglich 484 Personen dieser Altersklasse waren im Landkreis erwerbslos und somit 12,8 Prozent weniger als im April des Vorjahres. Die Anzahl der Unter-20-Jährigen war mit 68 Personen zwar niedrig, lag aber über dem Vorjahreswert (74).

Agentur will Jugendliche zur Ausbildung bringen

Ein deutliches Bewerberplus gibt es auf dem Ausbildungsmarkt zu verbuchen. Dort habe sich die Agentur in diesem Jahr vorgenommen, besonders Hauptschulabgänger zur Ausbildungsreife zu bringen. Dies funktioniere bereits „deutlich besser“, obwohl ein Förderprogramm des Landes ausgelaufen ist, sagt Breustedt.

Gegenüber 1472 potenziellen Azubis im vergangenen April, gibt es in diesem Jahr 1601 Bewerber. Mit 1413 stehen auch mehr Ausbildungsstellen zur Verfügung als im Vorjahr (1321). Obwohl die Zahl der Anwärter höher ist, als die der freien Stellen, werden diese nicht alle besetzt. Es gebe eine zunehmende „Missmatch-Problematik“, erklärte Breustedt.

Abiturienten könnten sich ihre Stelle im Prinzip aussuchen, für schlechter qualifizierte sei es schwieriger, da die Anforderungen an die Berufe steigen. „Ein Maler braucht heute schon ein halbes Chemiestudium“, verdeutlichte der Leiter der Agentur in Marburg. Auch ein ländlicher Wohnsitz könne bei fehlender Mobilität und flexiblen Arbeitszeiten zum Problem werden.

Viele Jugendliche entschieden sich erst sehr spät für einen Beruf und fingen entsprechend nicht rechtzeitig an zu suchen. Auf der anderen Seite suchten auch Betriebe, die keine Stellenausschreibung rausgegeben haben, „teilweise händeringend“, berichtete er. Die Agentur habe dementsprechend eine „Holschuld und keine Bringschuld“. Sie müsse also versuchen, junge Leute zur Ausbildung zu bewegen.

von Peter Gassner

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