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Frösche für die jüngsten Sparfüchse

Weltspartag Frösche für die jüngsten Sparfüchse

Jeder Cent zählt: Trotz Schuldenkrise und niedriger Zinsen legen die Deutschen weiterhin fleißig Geld an. Fürs Sparen werben heute die heimischen Kreditinstitute.

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Jeder Cent zählt: Heute haben die Bank- und Sparkassenmitarbeiter alle Hände voll zu tun. Anlässlich der Weltsparwoche und des Weltspartags am Mittwoch bringen viele Kunden ihre Gelddosen, Münzgläser oder Sparschweine.Foto: Thorsten Richter

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Sparschweine haben‘s heute schwer, Sparfüchse dagegen freuen sich: Es ist wieder Weltspartag. Das Ritual ist seit Jahrzehnten das gleiche: Jung und Alt strömen zu den Sparkassen oder Genossenschaftsbanken, um ihr gespartes Bargeld aufs Sparbuch einzuzahlen. Dafür gibt‘s kleine Geschenke, die sich sehen lassen. „Für uns hat der Weltspartag jeden Tag aufs Neue eine große Bedeutung“, sagt Eva-Maria Schieke, stellvertretende Marketingleiterin der Sparkasse Marburg-Biedenkopf.

Die Sparkasse rechnet heute mit einem Vielfachen an Kunden. Drei bis fünfmal so viel Kundschaft als an einem Mittwoch üblich, wird wohl kommen, so Schieke. „Urlaubssperre“ gibt es zwar bei der Sparkasse nicht, doch eigentlich sei es ein ungeschriebenes Gesetz, dass jeder Mitarbeiter an diesem Tag benötigt wird. Geschäftsstellen wie zum Beispiel in Buchenau, die mittwochs nachmittags eigentlich geschlossen haben, bleiben heute geöffnet. Für die kleinsten Sparfüchse gibt es am eigens geöffneten Kinderschalter als Geschenk ein Kuscheltier - diesmal einen Frosch. Die älteren Jugendlichen bekommen einen Handschuh fürs Schreiben auf den Smartphone. Und die Erwachsenen können die beliebten Kalender ergattern. Alle Jahre wieder das selbe Prozedere.

Dennoch: Die Statistiken bundesweit sagen: Die Deutschen setzen immer weniger auf das klassische Sparbuch. In der aktuellen Niedrigzinsphase entdecken sie zunehmend Immobilien als Wertanlage. Mit dem Sparschwein allein ist es schon lange nicht mehr getan. Der Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken Berlin hat in einer aktuellen Studie festgestellt, dass die Bundesbürger im vergangenen Jahr etwas weniger gespart haben als zuvor. Die Gründe sind bekannt: Die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank, aber auch die Tatsache, dass nicht jeder ein paar Euros zurücklegen kann.

„Die Deutschen sind Sparmeister“

Die Sparkultur, die sich über Jahrzehnte aufgebaut hat, soll fortgeführt werden, erklärt Eva-Marie Schieke. Das sei auch ein Ziel des Weltspartags. „Sparen ist wichtig und nicht langweilig. Wir wollen den Tag auch nutzen, um auf die Altersvorsorge aufmerksam zu machen“, erklärt sie. Die Sparkasse bietet zudem Aktionen fürs Führerschein-Sparen an.

Die Deutschen setzten weiterhin auf sicher angelegte und schnell verfügbare Ersparnisse, heißt es in einer Studie des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes. 94 Prozent der Befragten erklärten demnach, dass ihnen die Sicherheit „wichtig“ oder „sehr wichtig“ ist.

„Die Deutschen sind Sparmeister“, fasst es Dennis Vollmer, Pressesprecher der Volksbank Mittelhessen zusammen. Auch die Volksbank, die nicht explizit den Weltspartag feiert, aber von Montag bis Freitag die Weltsparwoche, erwartet heute einen Ansturm auf die Schalter. „Wir haben Geschenke für Kinder und für Erwachsene und rechnen mit vielen Gelddosen und Sparschweinen, die gebracht werden“, so Vollmer.

von Anna Ntemiris

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