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„Frischer Wind“ im UKGM-Betriebsrat

Stimmen ausgezählt „Frischer Wind“ im UKGM-Betriebsrat

Die vorgezogenen Neuwahlen zum Betriebsrat am Standort Marburg des UKGM sind beendet. Stärkste Kraft ist weiter die Verdi-Liste – jedoch mit starken Einbußen.

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Gut drei Stunden lang waren Wahlausschuss und Wahlhelfer am Freitag mit der Auszählung der Stimmen zur Betriebsratswahl am Uni-Klinikum beschäftigt.

Quelle: Andreas Schmidt

Marburg. Am Freitag um 14 Uhr schloss das letzte Wahllokal. Eine Stunde später glich der Wahlvorstand die einge­gangenen Briefwahl-Unterlagen 
zunächst mit dem Wählerverzeichnis ab. Und dann leerten Wahlleiter Wolfgang Demper und Peter Ducke die Wahlurne.

Gut drei Stunden lang zählten die Mitglieder des Wahlausschusses mit ihren Wahlhelfern die Stimmen aus – gegen 18.30 Uhr stand das Ergebnis dann fest. Und das barg einige Überraschungen.

Von den 4615 Wahlberechtigten hatten 1666 ihre Stimme abgegeben, was einer Wahlbeteiligung von 36 Prozent entspricht. Vor drei Jahren hatte diese noch bei 34 Prozent gelegen.

Die Liste der Gewerkschaft Verdi mit der Betriebsratsvorsitzenden Bettina Böttcher an der Spitze erhielt 644 Stimmen – und damit 155 weniger als bei der letzten Wahl. Damit wird die Verdi-Liste im neuen Gremium, das aufgrund der gestiegenen Beschäftigtenzahl am UKGM um 2 Sitze auf 29 anwächst, mit 12 Sitzen vertreten sein. Damit verbunden sind drei Frei­stellungen – ebenfalls weniger als bisher.

„DRK-Schwestern-
Liste“ holt zwei Sitze

Auf dem zweiten Platz folgt die „Liste Marburger Bund“ mit ihrem Listenführer Dr. Franz-
Josef Schmitz mit kräftigen Zuwächsen: 616 Wahlberechtigte votierten für die Liste – im Jahr 2014 waren es 215 weniger. Somit erhält die Liste im Betriebsrat künftig elf Sitze und kann ebenfalls über zwei freigestellte Mitglieder verfügen.
Für die „Freie und unabhän­gige Liste“ mit Listenführer Heinz Laucht sprachen sich 248 Wähler aus – und somit 77 weniger als bei der letzten Wahl. Somit kommt die Liste im neuen Gremium auf vier Plätze, wird mit einem freigestellten Mitglied vertreten sein.

Neu bei der Wahl angetreten war die „DRK-Schwestern-
Liste“, für die sich aus dem Stand 146 Wähler aussprachen – was zwei Sitzen im Betriebsrat entspricht, jedoch nicht für eine Freistellung genügt.

Wahlleiter Wolfgang Demper 
bedankte sich beim Wahl­vorstand für die Arbeit, denn es habe „sehr viele Briefwähler“ 
gegeben, „sodass wir immer wieder Unterlagen nachdrucken mussten. Das hat entsprechend viel Mühe und Arbeit gemacht.“ Nun würden die Personen der jeweiligen Listen angeschrieben, ob sie die Wahl annähmen, Ende kommender oder Anfang übernächster Woche könne der Betriebsrat dann zu seiner konstituierenden Sitzung zusammenkommen, in der Vorsitz und Stellvertretung gewählt würden. Außerdem könne dann auch schon über die Freistellungen abgestimmt werden.

Und was sagen die jeweiligen Listenführer zum Wahlausgang? Verdi-Listenführerin Bettina Böttcher war sehr enttäuscht. „Die Basis will es so im Betrieb“, sagte sie. „Wir wollten den Rücktritt, damit die Basis entscheidet, wer die Kollegen im Betrieb mehrheitlich vertritt. Für uns ist es wichtig, dass wir uns weiterhin als Verdi für 
gute Arbeitsbedingungen, mehr Personal und für den Standort einsetzen.“ Sie danke den Wählern und den Listen-Mitgliedern, „die uns unterstützt haben“.

Inge Pilgrim-Schäfer 
will Impulse setzen

Dr. Franz-Josef Schmitz, Spitzenkandidat auf der „Liste Marburger Bund“, wollte sich gegenüber der OP nicht äußern, verwies auf ein Statement eines Anwalts – der jedoch telefonisch nicht erreichbar war.

Inge Pilgrim-Schäfer von der „DRK-Schwestern-Liste“ war mit dem Wahlausgang sehr zufrieden. „Wir können uns nur herzlich bedanken bei allen, die uns unterstützt haben – sowohl bei den Wählern als auch bei Mitgliedern aus dem Betriebsrat“, sagte sie. „Wenn ich die Chance habe, mich für die Mitarbeiter einzusetzen, dann werde ich das gerne tun“, sagte sie. Zwar bedürfe es nun einer gewissen Einarbeitungszeit, „die will ich gerne absolvieren, mich einbringen und Impulse setzen“, sagte sie. Denn: „Als starkes Gremium Betriebsrat kann das nur von Vorteil sein.“

Heinz Laucht von der „Unabhängigen und freien Liste“ sagte: „Das gute ist, dass es keine Liste mehr gibt, die die absolute Mehrheit hat, sondern dass es durch eine demokratische Wahl auch ein demokratisches Ergebnis gegeben hat.“ Er sei traurig, dass sein Kollege Klaus Gerber nicht mehr freigestellt sei und dass seine Liste im Endergebnis zwei Sitze verloren habe. „Aber ich freue mich, dass frischer Wind einzieht und neue Leute im Gremium sind – denn wir müssen uns ja insgesamt zusammenraufen.“

von Andreas Schmidt

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