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Plädoyer für die Leidenschaft

Freisprechungsfeier Plädoyer für die Leidenschaft

Die Kreishandwerkerschaft Marburg entließ bei der traditionellen Freisprechungsfeier am Donnerstag gut 130 Ex-Azubis als Gesellen ins Berufsleben.

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Obermeister Arnulf Preis (von links) mit den Malern und Lackierern Ozan-Salim Midik, Sascha Rösel und Kai Schwalm. Es fehlt René Spliethoff.

Quelle: Andreas Schmidt

Marburg. Überreichung der Gesellenbriefe im Cineplex – da liegt der Oscar-Vergleich nah. Und so hatte Volker Breustedt, Leiter der Marburger Agentur für Arbeit, auch eine der kleinen Gold-Statuen für sein Grußwort dabei.

Dann öffnete er seinen Umschlag und verlas: „Der Oscar für den besten Film gegen Arbeitslosigkeit geht an ,Die ungelernten Helfer‘ – äh nein, ich bekomme noch einen anderen Umschlag – der Oscar geht an ,Die Gesellinnen und Gesellen im Handwerk‘“, griff Breustedt die Panne bei den Filmpreis-Verleihungen auf und hatte die Lacher auf seiner Seite.

Die Kreishandwerkerschaft Marburg entließ bei der traditionellen Freisprechungsfeier am Donnerstag gut 130 Ex-Azubis als Gesellen ins Berufsleben.

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Der Agenturleiter verdeutlichte, dass die Junggesellen nun beste Chancen auf dem Arbeitsmarkt hätten: „Mögen die Dreharbeiten zu Ihrem Film auch anstrengend gewesen sein, es hat sich gelohnt“, sagte er. Und versicherte den jungen Leuten: „Meine Film-Agentur brauchen Sie mit Ihrer Qualifikation nicht zu betreten – es sei denn, Sie wollen sich selbstständig machen, dann vermitteln wir Ihnen ein paar Gesellen.“

Zuvor hatte bereits Ralf Funke, Obermeister der die Freisprechungsfeier unterstützenden Kfz-Innung, verdeutlicht, dass die Gesellen nun ein Teil der „Wirtschaftsmacht von nebenan“ seien. Für sie gehe es auf der Karriereleiter nun richtig los, „Sie haben auf dem Weg des lebenslangen Lernens nun eine wichtige Hürde genommen“.

Freisprechung bedeute auch, dass die Gesellen nun auch Freiheiten hätten – „nicht die Freiheit ohne Grenzen. Aber die Freiheit jedes Einzelnen, aus dem Erlernten die Weichen für die berufliche Zukunft zu stellen“, so Funke. Ob Studium oder der Meistertitel mit dem eigenen Betrieb – „der Gesellenbrief ist ein tragfähiges Fundament, auf dem Sie eine Karriereleiter hochsteigen können“, verdeutlichte der Obermeister.

Limbacher wünscht „beruflichen Erfolg und privates Glück“

Landrätin Kirsten Fründt versicherte den Junggesellen, dass sie nun „den Grundstein für Ihre Zukunft gelegt“ hätten. Die Duale Ausbildung, „um die wir auf der ganzen Welt beneidet werden, bietet eine hochqualifizierte Ausbildung“, sagte Fründt. Die ehemaligen Azubis könnten nun „als zukünftige Fachkräfte den Landkreis und die Region mit ihrem Wissen weiter vorantreiben“. Der Dank gebühre auch den Eltern und den Schulen – und vor allem den Ausbildungsbetrieben. Denn wenn es die nicht gebe, „dann hätten wir ein großes Problem für die Zukunft unseres Landkreises und für einen wichtigen Wirtschaftszweig“. Die Gesellen hätten nun die Pflicht absolviert – „was jetzt kommt, ist die Kür“, so Fründt, den jungen Leuten stünden alle Optionen offen.

Kreishandwerksmeister Rolph Limbacher betonte: „Leidenschaft ist das beste Werkzeug.“ Mit viel Einsatz und Willen hätten die Gesellen ihr Ziel erreicht, und das, „obwohl jeder seine eigenen Steine und Hürden hatte, die er auf dem Weg hierher wegräumen und überwinden musste“. Limbacher plädierte dafür, dass die Junggesellen sich stetig weiterbilden sollten. Gleichzeitig rief er vor der im Herbst stattfindenden Bundestagswahl dazu auf, wählen zu gehen, denn: „Wenn Sie nicht wählen gehen, überlassen Sie die Zukunftsgestaltung anderen.“ Wozu dies sonst führen könne, hätten die Engländer und Amerikaner jüngst erst erlebt. Den Gesellen gab er als Wünsche mit auf den Weg, „beruflichen Erfolg und privates Glück unter einen Hut zu bringen“.

von Andreas Schmidt

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Kreishandwerkerschaft überreichte Briefe
Meinhard Moog, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft (von links), Kreishandwerksmeister Rolph Limbacher und sein Stellvertreter Hartmut Pfeiffer (rechts) ehrten die Innungsbesten Johannes Kranz, Adrian Shabani und Steven Schauberer.

Bei der Freisprechungsfeier der Kreishand­werkerschaft Marburg nahmen gut 120 Auszubildende aus der Region am Donnerstagabend im Cineplex ihren Gesellenbrief entgegen.

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