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Fred Schneider löst Karlheinz Koch ab

Kreishandwerkerschaft Fred Schneider löst Karlheinz Koch ab

In der Jahreshauptversammlung der Kreishandwerkerschaft Biedenkopf wurde Fred Schneider als neuer Kreishandwerksmeister einstimmig gewählt.

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Der neu gewählte Vorstand der Kreishandwerkerschaft Biedenkopf (von links): Reinhold Merte, Rolf Balzer, Fred Schneider, Klaus Heck und Matthias Gerlach. Es fehlt Georg Meissner.

Quelle: Klaus Peter

Biedenkopf. Der seitherige Kreishandwerksmeister Karlheinz Koch, der dieses Amt seit 15 Jahre bekleidete, stellte sich aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr zur Wahl und wurde zum Ehrenkreishandwerksmeister ernannt.

Als neuer Kreishandwerksmeister wurde Fred Schneider (Wallau), Obermeister der Dachdeckerinnung, gewählt, der bereits seit 15 Jahren stellvertretender Kreishandwerksmeister war. Einstimmig fiel das Votum für den stellvertretenden Kreishandwerksmeister Reinhold Merte (Gladenbach-Frohnhausen), Obermeister der Schreinerinnung, aus. Weiterhin wird Reinhold Merte auch das Amt des Kreislehrlingswartes ausführen. Als Beisitzer wählten die Mitglieder Rolf Balzer (Obermeister Kraftfahrzeuginnung), Matthias Gerlach (OM Elektroinnung), Klaus Heck (OM Bäckerinnung) und Georg Meissner (OM Fleischerinnung).

Fred Schneider bedankte sich für das uneingeschränkte Vertrauen und betonte, dass die Kreishandwerkerschaft Biedenkopf gut aufgestellt sei. Sein Ziel sei es, den Mitgliederbestand der Kreishandwerkerschaft zu erhalten. Schneider ging auch kurz auf die stattgefundenen Verhandlungen mit der Kreishandwerkerschaft Marburg bezüglich einer eventuellen Kooperation ein. Er selbst sei kein Freund von Kooperationen, weil diese vielfach dazu führten, dass der „Wasserkopf“ vergrößert werde. Bei den Fusionsgesprächen habe es unüberbrückbare Hindernisse gegeben, sodass eine Fusion derzeit nicht weiter verfolgt werde.

Meisterbrief garantiert hohes Qualitätsniveau

In seinem Jahresbericht sprach Karlheinz Koch von einem verhaltenen Optimismus für das Handwerk. Die Fusionspläne mit den Kollegen in Marburg seien anlässlich einer internen Obermeistertagung besprochen und abgehakt worden. Mit Sorge habe er verfolgt, dass die Beruflichen Schulen in Biedenkopf die Kraftfahrzeugklasse verlieren. Für ein hohes Qualitätsniveau garantiere auch der Meisterbrief im Handwerk, der auch eine hohe Qualifikation als Ausbilder festschreibe. Diese Tatsache werde derzeit versucht von der EU zu unterlaufen. Die Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit und die Sicherung der globalen Wettbewerbsfähigkeit des Mittelstandes, das seien zwei zentrale Herausforderungen in Europa. Um beiden Herausforderungen wirkungsvoll zu begegnen, sei das duale Berufsausbildungssystem mit seinen Strukturen ein besonders geeignetes Instrument, das deshalb gestärkt werden müsse. Die EU-Kommission setze aber dieses erfolgreiche System des deutschen Handwerks aufs Spiel. Die Ausbildungsquote im deutschen Handwerk sei mit knapp acht Prozent sogar mehr als doppelt so hoch, wie in der Gesamtwirtschaft. Damit sei die nachgewiesene Qualifikation der Ausbilder im Handwerk mit Garant für die in Deutschland mit etwa 7,4 Prozent niedrigste Jugendarbeitslosigkeit in der EU.

Im vergangenen Jahr seien viele Ausbildungsplätze im Handwerk bundesweit unbesetzt geblieben. Im Glauben von verbesserten Zukunftschancen würden viele Eltern ihren Nachwuchs trotz nicht immer vorhandener Eignung zum Abitur drängen. Der übermäßige Akademisierungsgrad solle, so Koch, reduziert werden, da viele Studenten überfordert seien und jeder vierte sein Studium abbreche.

Gesellschaft braucht „Meister, nicht Master“

Studienabbrecher seien deshalb eine weitere Zielgruppe, um die sich das Handwerk bemühen müsse.

Heinrich Gringel, Präsident der Handwerkskammer Kassel, vertrat die Meinung, dass die Gesellschaft mehr Meister und nicht Master haben müsse. Es müsste dafür gesorgt werden, dass alle Kinder und Jugendlichen „mitgenommen“ werden. Im Handwerk würden gute Leute benötigt, wobei die Handwerksbetriebe nicht nur vor Ort arbeiten sondern auch ausbilden.

Gringel dankte dem scheidenden Kreishandwerksmeister Karlheinz Koch, der Ehrenamt gelebt habe und beendete seine Grußworte mit „Gott schütze das ehrbare Handwerk“. Stadtrat Ewald Achenbach, der Biedenkopfs Bürgermeister Joachim Thiemig vertrat, lobte das Handwerk, das jungen Menschen vor Ort eine Perspektive biete und auf Bildung sowie Weiterbildung setze.

von Klaus Peter

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