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Franzosen untersuchen Lahnwasser

Adolf-Reichwein-Schule Franzosen untersuchen Lahnwasser

Sie analysieren Wasserwerte, vergleichen Laborergebnisse und lernen neue Techniken kennen: Auszubildende aus Marburg und Avignon arbeiten und lernen gemeinsam.

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Chemielehrer Peter Lauer (rechts) bei der Arbeit mit französischen Schülern.Privatfoto

Marburg. Durch die Europäische Union wird der Austausch organisiert, bei dem zunächst die 21 Schüler aus der zwölften Klasse der chemisch-technischen Assistentenausbildung an der Adolf-Reichwein-Schule im November 2012 nach Avignon fuhren, um die 28 französischen Gymnasiasten des Leistungskurses Chemie an der Partnerschule Rene Char zu besuchen.

Bei dem Projekt, das unter dem Motto „Eine Brücke von der Lahn bis zur Rhône: Gewässeruntersuchungen ohne Grenzen“ steht, untersuchten die Teilnehmer dort zunächst das Wasser des französischen Flusses. Während des zehntägigen Aufenthalts der Franzosen in Marburg, werden die Laborergebnisse nun mit denen verglichen, die die jungen Chemiker bei der Analyse des Lahnwassers erzielen, das sie dem Fluss in den vergangenen Tagen entnommen haben.

„Das ist ein schönes Thema, um Lehrplan und Praxis zusammenzubringen“, findet Koordinatorin Dr. Jeanne Delbos-Krampe. Die Französin, die an der Adolf-Reichwein-Schule unterrichtet, organisiert den Austausch und alle anderen europäischen Projekte, die an der Schule durchgeführt werden. Regelmäßig fänden die Comenius-Projekte an der Schule statt, sagt sie, und das mit vielen Partnerschulen in den unterschiedlichsten Partnerländern. In den Naturwissenschaften seien die Chancen auf Förderung natürlich immer gut, erklärt Delbos-Krampe, denn schließlich müsse man der EU immer auch einen fachlichen Aspekt vorlegen. Mit dem Comenius-Programm möchte die Europäische Kommission den Austausch unter europäischen Schulen fördern, legt dabei aber immer auch Wert auf ein sinnvolles übergreifendes Thema.

Dementsprechend habe der Austausch mit Avignon die eindeutigen Schwerpunkte Chemie, Mikrobiologie und Labortechnik, so die Koordinatorin. Darüber hinaus sei aber „natürlich der Kontakt wichtig“. Bei den Arbeitsgruppen unter den Schülern wurde daher darauf geachtet, dass immer Deutsche und Franzosen gemischt zusammen arbeiten. „Oft sind es aber die gleichen Gruppen, wie schon in Avignon“, so Delbos-Krampe, „denn die Schüler wollten die Gruppen gar nicht mehr wechseln“.

Die französischen Schüler sprechen zum Teil gar kein Deutsch und auch die deutschen Jugendlichen hatten zuvor keine Französisch-Kenntnisse. Daher wurde eigens vor dem Aufenthalt in der früheren Papst-Stadt ein Crashkurs abgehalten. „Ansonsten verständigen sich die Schüler eben mit Händen und Füßen“, schmunzelt Delbos-Krampe. Arbeitssprache sei ohnehin Englisch. Um neben der Arbeit in den Laboren auch den interkulturellen Austausch zu fördern, gibt es außerdem ein Rahmenprogramm, bei dem unter anderem die Besichtigung Marburgs, sowie ein Ausflug nach Frankfurt auf dem Plan steht. Zudem gibt es täglich ein gemeinsames Mittagessen, bei denen die Jugendlichen ins Gespräch kommen können. „Die Schüler sind sehr neugierig“, freut sich jedenfalls Delbos-Krampe. Bisher habe es nur positive Rückmeldungen gegeben.von Peter Gassner

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