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Fleisch gehört für viele einfach dazu

Umfrage Fleisch gehört für viele einfach dazu

Nach der umstrittenen Wurst–Studie, wonach verarbeitetes Fleisch krebserregend sein soll, gibt es bei Verbrauchern und Händlern unterschiedliche Reaktionen.

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Die Mehrheit der von der OP befragten Fleischkonsumenten will ihr Essverhalten beibehalten.

Quelle: Felix Zahn

Marburg. Der Duft von den Wurstständen liegt über den Wochenmärkten in der Frankfurter Straße und auf dem Marktplatz vor dem Rathaus. Nicht wegzudenken sind die Metzger, die zweimal pro Woche dort ihr Fleisch verkaufen.

Die jüngste Studie der Weltgesundheitsorganisation warnte vor dem hohen Konsum roten Fleisches, da dieses krebserregend sei. Eine Umfrage der OP zeigte jedoch, dass die meisten Verbraucher ihren Fleischkonsum wenn überhaupt nur minimal verändern wollen.

Für den Großteil der Befragten hat eine ausgewogene Ernährung Priorität. „Ich behalte meine Ernährung deshalb bei, weil ich nicht jeden Tag Fleisch esse“, erklärt ein 71-Jähriger (Fotos: Rike Werner) beispielsweise.

Und eine Ernährung ganz ohne Fleisch sei schließlich auch nicht gesund, da ja auch Fleisch wichtige Vitamine enthalte. Auch merkt er an, dass er die Studie für noch nicht bewiesen halte.

Patrick Schaub (22) von der Schwälmer Landmetzgerei ist der Meinung, einmal pro Woche „richtig Fleisch zu essen“, sei gesundes Konsumverhalten. Er geht davon aus, dass sich die Studie auf das Industriefleisch bezieht. Die Fütterung der Tiere bei ihnen verlaufe ganz normal, im Futter dürfe also nichts Krebserregendes drin sein. Seinen eigenen Fleischkonsum will er beibehalten. Von seinen Kunden hat er noch keine Fragen zu diesem Thema gestellt bekommen. „Die kaufen eher mehr Fleisch“, stellt er zum Kaufverhalten fest.

Dana Körner (18) erläutert, dass sie im Bezug auf Fleisch generell vorsichtig sei, in ihrer Familie werde auch nicht viel Fleisch gegessen.

Durch die Studie sei sie nochmal vorsichtiger geworden, auch wenn sie ihr nicht blind vertrauen möchte. Wegen der hohen Anzahl an Lebensmittel–Studien sei sie bei diesen auch oft skeptisch.

Als vertrauenswürdig stuft Nicole Schumann (52) die Studie schon ein, hält eine ausgewogene Ernährung jedoch für wichtiger. Aus diesem Grund verunsichere sie die Studie auch nicht. Sie wolle ihren Fleischkonsum nicht ändern, da sie ihr Fleisch generell nur regional einkaufe. Ihr Mann allerdings, der Fleisch immer sehr gerne und sehr viel gegessen habe, wolle seinen Fleischkonsum jetzt reduzieren und mehr Käse essen. Weitertragen möchte sie die Studie nicht, da sie die Meinung vertritt, jeder solle „sich selbst informieren und seine eigenen Schlüsse daraus ziehen“.

Eva Knöppel (64), die selber einen Stand auf dem Wochenmarkt in der Frankfurter Straße betreibt, steht der Studie sehr skeptisch gegenüber: „Ich möchte nur mal wissen, was da drin ist, was eigentlich krank machen soll“, sagt sie. Ihre Ernährungsweise könne von der Studie in keinster Weise beeinflusst werden. In ihrer gesamten Familie werde Fleisch gegessen – in Maßen und mit Beilage. Aber die Wurst gehöre einfach dazu.

„Fleisch ist mein Vitamin“, sagt Claudia Heerdt (42), die ebenfalls auf dem Wochenmarkt verkauft. Sie esse viel Fleisch, achte aber auf die Qualität. Sie kaufe ihr Fleisch ebenfalls nur auf Märkten. Auch sie will wegen der Studie, die sie als nicht-objektiv einschätzt, ihren Fleischkonsum nicht ändern. Man könne sich ja eh nicht vor allen Giften schützen: „Weil ich doch Raucher bin, hat sich das Thema eh erledigt“, meint sie lachend.

von Rike Werner

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