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Schuh-Hersteller entlässt weitere Angestellte

Firma Rohde in Ziegenhain Schuh-Hersteller entlässt weitere Angestellte

Eine weitere Entlassungswelle steht dem insolventen Ziegenhainer Schuh-Hersteller Rohde bevor: Weitere 32 Mitarbeiter werden ihre Arbeit ­verlieren.

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Seit zehn Jahren gibt es wenig gute Nachrichten: Der Ziegenhainer Schuh-Hersteller Rohde entlässt nun erneut Mitarbeiter an seinem Stammsitz in Ziegenhain.

Quelle: Sylke Grede

Ziegenhain. In einer Betriebsversammlung am Montagnachmittag wurden die neuen Zahlen bekannt. Das bestätigte Ingo Schorlemmer, Sprecher der Kanzlei Schulze und Braun, die mit der Insolvenzverwaltung des Ziegenhainer Unternehmens betraut ist. Mit den erneuten Kündigungen wird der Ziegenhainer Firmensitz von einst 1000 auf knapp 50 Mitarbeiter schrumpfen.

Damit trage man den Vorstellungen der möglichen Investoren Rechnung, mit denen aktuell die Endverhandlungen geführt würden, so Schorlemmer. Insgesamt stellt sich die Situation des Unternehmens, das sich seit Jahresbeginn im erneuten Insolvenzverfahren befindet, schwierig dar. Insbesondere in Branchenkreisen werde massiv gegen Schuh-Rohde gearbeitet, so Schorlemmer.

So hat das Landgericht Marburg erst am Donnerstag eine einstweilige Verfügung gegen den süddeutschen Schuh-Hersteller Alois Beck erlassen. Damit wird dem Erlenbacher Unternehmen untersagt, Schuhe herzustellen, zu bewerben oder zu vertreiben, die mit Formen und Leisten von Schuh-Rohde hergestellt wurden.

Zweite Insolvenz innerhalv von zehn Jahren

Schorlemmer nennt den Hintergrund: Rohde-Schuhe wurden zuletzt bei Firmen in Transnistrien, einem nicht anerkannten Staat im Osten Moldawiens, hergestellt. Die Unternehmen verweigerten im vergangenen Jahr die Produktion, weil sie kein Geld mehr von Rohde bekamen.

Laut Schorlemmer hat einer dieser Zulieferer nun Schuhe mit original Rohde-Formen und -Leisten für das Erlenbacher Unternehmen gefertigt. „Das Landgericht folgt bei seiner Entscheidung unserer Auffassung, dass Alois Beck und dessen Zulieferer bei der Herstellung der Schuhe auf Eigentum der Erich Rohde GmbH zurückgreifen“, kommentiert Rohde-Insolvenzverwalter Frank Schmitt in einer Mitteilung die Entscheidung des Marburger Landgerichts.

„In der Verhandlung hat sich bei einem Vergleich der vorgelegten Markenschuhe ergeben, dass die beiden Schuhmodelle der Firma Beck eindeutig und zweifelsfrei auf Formen und Leisten der Firma Rohde hergestellt wurden.“ Ein Verstoß gegen diese einstweilige Verfügung ist mit einem Ordnungsgeld von 250.000 Euro belegt. Bittere Stunden gibt es aktuell in Ziegenhain. Dort finden Gespräche mit den zu entlassenden Mitarbeitern statt, so Schorlemmer.

Für Schuh-Rohde ist dies innerhalb von zehn Jahren die zweite Insolvenz. Mehrere Kündigungswellen und häufig wechselnde Unternehmensführungen hat der Schuh-Hersteller hinter sich. 2012 war die Produktion von Ziegenhain ins Ausland verlagert worden.

von Sylke Grede

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