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Firma HOPPE stockt Personal auf

Griff-Hersteller Firma HOPPE stockt Personal auf

HOPPE hat 2015 ein Umsatzplus erzielt. Der Ausblick ist ebenfalls positiv. Wenn beispielsweise neue Unterkünfte und Wohnungen für Flüchtlinge gebaut werden, beschert dies den Stadtallendorfern Aufträge.

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Unternehmer Wolf Hoppe (rechts) ehrte gemeinsam mit Führungskräften langjährige Mitarbeiter.Privatfoto

Stadtallendorf. Das Trichterverfahren: Es findet beim Griff-Hersteller HOPPE keine Verwendung, wohl aber im Jahresrückblick des Unternehmers Wolf Hoppe. Während der Jubilarfeier in Stadtallendorf bilanziert er zunächst die Geschehnisse in der großen, weiten Welt, blickt dann auf Europa und Deutschland, um am Ende die aktuelle Situation der Bauwirtschaft und die seiner Firma zu analysieren.

„Die EU entpuppt sich immer mehr als trauriger Saftladen“, sagt Hoppe und liefert Argumente: Die EU-Schuldenkrise sei „nicht im Geringsten gelöst“, einflussreiche Machthaber wie Putin und Erdogan seien Grund zur Sorge. Zum Thema Flüchtlinge zitiert Hoppe zunächst Bundespräsident Joachim Gauck und sagt dann: „Das Flüchtlingsthema wird unsere Gesellschaft in ihren Grundstrukturen verändern.“

Die zunehmende Zahl der Flüchtlinge, die nach Europa kommen, hat aber wohl auch Auswirkungen auf die Auftragslage der Firma HOPPE. Umgebaute Unterkünfte und Mietwohnungen für Flüchtlinge werden dringend gebraucht, das Unternehmen kann die dafür nötigen Türen- und Fenstergriffe liefern. „Die Menschen brauchen Wohnraum. Und das kommt uns entgegen.“

„Richtung stimmt wieder“

Generell erlebte die Baubranche in diesem Jahr nach Jahren des Rückgangs einen moderaten Anstieg. „Die Richtung stimmt wieder“, so Hoppe. Der niedrige Hypothekenzins führe zu einer Bau- und Renovierungswelle. Dabei habe 2015 zunächst mit unerwartet schwachen Auftragseingängen begonnen, im Mai kam dann der Umbruch. Seither war zeitweise auch Sonntagsarbeit in der Produktion nötig gewesen, um Kunden pünktlich beliefern zu können, berichtete Hoppe.

Detaillierte Zahlen gibt das Unternehmen nicht bekannt. Die Gesamtleistung – fast äquivalent mit dem Umsatz – der HOPPE-Gruppe werde zum Jahresende voraussichtlich zirka 249 Millionen Euro betragen, die der deutschen HOPPE AG 171 Millionen Euro. Das entspreche sowohl bei der deutschen AG als auch bei der Gruppe jeweils einer Umsatzsteigerung von rund vier Prozent gegenüber dem Vorjahr. Mit dem Plus ist Wolf Hoppe zufrieden, aber er betont auch: „Als Marktführer hätten wir auch mehr Umsatz schaffen müssen.“

Chinesische Konkurrenz

In Deutschland hat HOPPE in diesem Jahr 113 Mitarbeiter zusätzlich eingestellt, sodass nun 1546 Männer und Frauen in der Hauptverwaltung und den Werken in Stadtallendorf, Bromskirchen und Crottendorf beschäftigt sind. Die HOPPE-Gruppe habe mit 2807 Mitarbeitern den höchsten Stand seit Jahren erreicht, allerdings sei bei den Neueinstellungen der Anteil der befristet eingestellten Mitarbeiter hoch. Die vorübergehend gestiegene Mitarbeiterzahl sei auf den Mehraufwand bei der Errichtung der neuen Strukturen in der Produktion zurückzuführen. Die „Renovierung der Strukturen“ solle dazu dienen, den Kunden mehr Nutzen bieten zu können, damit „wir die Aufträge bekommen und nicht die chinesische Konkurrenz“, so Hoppe. In diesem Zusammenhang erwähnt Hoppe auch die Expansion, so gibt es zum Beispiel seit 2014 eine neue Vertriebsgesellschaft in Shanghai. Und die Nachfolgeregelung sei ebenfalls mit der Festlegung einer Familien-Charta in trockenen Tüchern. Wolf Hoppe führt die Gruppe, die ihren Sitz in der Schweiz hat, mit seinem Bruder Christoph in der zweiten Generation. Wolf Hoppes Sohn Christian ist bereits als Assistent der Unternehmensleitung eng an oberster Spitze tätig.

„Mit dem Strategie-Paket wollen wir mehr Schlagkraft erreichen und damit die gesteigerte Überlebensfähigkeit im immer aggressiveren globalen Konkurrenz-Umfeld sichern.“ Der Weg sei anstrengender und länger als gedacht. Und 2015 sei nicht alles rund gelaufen, räumte der Firmenchef ein. „Aber: Unser Kompass ist neu geeicht. Wir wissen alle, wo es langgeht“.

Besonders groß seien die Veränderungen im Werk im sächsischen Crottendorf, welches das Logistik-Zentrum für die gesamte international tätige HOPPE-Gruppe werde. Derzeit wird dort ein neues Transportsystem installiert. Im Vergleich dazu sei in den beiden hessischen Werken Stadtallendorf und Bromskirchen wenig verändert worden. Bromskirchen bleibe das Zentrum für die Herstellung von Dreh/Kipp-Fenstergriffen und Stadtallendorf das für die Produktion von Edelstahl-Beschlägen. Und dies jeweils auch für die weltweite Vermarktung. Auch berichtet Hoppe, dass in dem Unternehmen ein neues Entgeltsystem eingeführt wurde. Neben einer Erhöhung des Grundentgelt-Gehalts basiert dieses System weiterhin auf der Bezahlung nach Leistung.

Wolf Hoppe veröffentlicht am Jahresende auch die Sozialbilanz des Unternehmens. Die Ausschüttungen aus der Nothilfe-Kasse an Mitarbeiter, die Unterstützung für Rentner und Spenden addieren sich zu einer Summe von 376000 Euro.

Für 25-jährige Tätigkeit bei HOPPE wurden während der traditionellen Jubilar-Ehrung im Stadtallendorfer Werk folgende Mitarbeiter ausgezeichnet:

Bernhard Adamski, Alsfeld

Jürgen Bamberger, Hungen

Karin Becker, Schwalmstadt

Angela Bolz, Stadtallendorf

Zdzislaw Dubiel, Stadtallendorf

Alexander Epp, Stadtallendorf

Oliver Höck, Amöneburg

Mesut Islek, Stadtallendorf

Anja Knack, Kirchhain

Petra Maus, Amöneburg

Erna Mock, Neustadt

Waldemar Mock, Neustadt

Ralf Paech, Wohratal

Georg Pajer, Stadtallendorf

Adam Plociennik, Marburg

Markus Roth, Neustadt

Marco Schmitt, Neustadt.

Der Stadtallendorfer Horst Pafla ist seit 40 Jahren bei HOPPE beschäftigt.

von Anna Ntemiris

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Von Redakteur Anna Ntemiris

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