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Ferrero feiert dickes Umsatzplus

Mitarbeiter-Fest auf Hofgut Ferrero feiert dickes Umsatzplus

Die Stadtallendorfer Produktionsstätte ist eine der größten Süßwarenfabriken weltweit. Der Umsatz der Ferrero-Gruppe ist um 13,4 Prozent gestiegen. Den Erfolg feierten daher auch die heimischen 
Arbeiter.

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Überraschungs-Schokoladeneier sind weltweit beliebt, in Chile sind sie nicht mehr erlaubt, weil 
Geschenke die Kinder zum Verzehr von Süßwaren verlocken, so ein neues Gesetz.

Quelle: Rainer Jensen

Marburg. Sie hatten Grund zum Feiern: Am Sonntag vor anderthalb Wochen lud die Schokoladen- und Süßwarenfabrik Ferrero die Mitarbeiter aus dem Werk in Stadtallendorf zu einer großen ganztägigen Feier ein, die auf dem Hofgut Dagobertshausen stattfand.

Die Reitanlage, das Waldschlösschen und die Kulturscheune waren für die Mitarbeiter von Ferrero reserviert. Bereits während der Woche hatten sich auf dem Hofgut mehrere hundert Führungskräfte von Ferrero Deutschland auf dem Hofgut zu einem zweitägigen Meeting getroffen. Diese Klausurtagung – es soll unter anderem um Strategiefindung gegangen sein – findet 
jedes Jahr an einem anderen 
Ort in Deutschland statt.

Dass die Chefs und Geschäftsführer aus Frankfurt drei Tage 
später auch die Arbeiter aus dem Stadtallendorfer Werk zu einem Fest einluden, hatte nach Informationen der OP einen Grund: Der Süßwarenkonzern hat im vergangenen Geschäftsjahr ein dickes Umsatzplus von rund 13,4 Prozent erreicht.

Die Stadtallendorfer sind an dem Erfolg beteiligt, denn mit 460.000 Quadratmetern ist die Fabrik seit 1956 eine der größten Produktionsstätten der 
Ferrero-Gruppe und eine der größten Süßwarenfabriken weltweit.

Überraschungseier in Chile nun verboten

Auf Nachfragen der OP zu den Veranstaltungen und dem Umsatzplus sowie der allgemeinen Entwicklung von Ferrero gab es keine Antwort vom Unternehmen – wie so häufig. Laut den offiziellen Angaben des Konzerns schloss die Ferrero-Gruppe das Geschäftsjahr zum 31. August 2015 mit einem Umsatz von rund 9,5 Milliarden Euro ab. Der Gewinn vor Steuern sank dagegen um 
2 Prozent auf 889 Millionen Euro. Das Finanzergebnis wurde erheblich von Wechselkursschwankungen beeinflusst, erklärt der Konzern.

„Der Umsatz der Ferrero-Produkte bestätigte – und übertraf in einigen Fällen sogar – die ausgezeichneten Ergebnisse der vergangenen Geschäftsjahre in Asien, dem Nahen Osten, den USA, Kanada, Mexiko und Australien“, teilte das Unternehmen Ende März mit.

Sehr gute Umsatzergebnisse wurden auf den europäischen Märkten erzielt, etwa in Großbritannien, Polen oder Deutschland. Auch die wichtigsten Märkte in Südeuropa und Südamerika erholten sich – mit Ausnahme von Italien, wo im 
Wesentlichen stabile Ergebnisse erzielt wurden. Der russische Schokoladen-Markt litt dagegen stark unter der erheblichen 
Abwertung des Rubels.

Im vergangenen Geschäftsjahr tätigte die Ferrero-Gruppe nach eigenen Angaben Neuinvestitionen in Höhe von 646 Millionen Euro, davon 557 Millionen (5,8 Prozent des Umsatzes) für die Ausweitung der 
Betriebs- und Produktionsaktivitäten, vor allem in China, Italien, Deutschland, Polen, Indien und Brasilien. An der Entwicklung des neuen Werks in China sind auch maßgeblich Experten des Stadtallendorfer Werks beteiligt gewesen.

7,6 Millionen Werbe-Etat für neue Joghurt-Schnitte

Die Ferrero-Gruppe baute ihre 
Anteile auf dem Haselnussmarkt weiter aus: 2015 schloss die Gruppe den Kauf der türkischen Oltan-Gruppe ab, die führend im Bereich Lieferung, Verarbeitung und Verkauf von Haselnüssen ist ( die OP berichtete).

Ferrero hat unterdessen seinen Werbeetat ausgeweitet und neue Produkte platziert. Die 
Joghurt-Schnitte zum Beispiel, die der Milch-Schnitte ähnelt. 7,6 Millionen Euro Werbe-Investment sollen die neue Schnitte seit Ende Januar im Markt zum Laufen bringen, ein Großteil davon ist für Spots im Fernsehen vorgesehen, schreibt das 
Werbe-Fachmagazin W&V.

Trotz der guten Umsatzzahlen hat der Süßwarenhersteller aber auch Sorgen: In Chile sind neuerdings die Überraschungseier von Ferrero verboten, weil dort ein neues Gesetz die Beigabe von Spielzeug in Süßwaren nicht mehr erlaubt. Es locke die Kinder nur zum Verzehr an.

Ferrero will dagegen klagen. Das strenge Gesetz ist ein Schritt der Chilenen im Kampf gegen die Fettsucht bei vielen Kindern. Auch andere Schokoladenunternehmen sind von dem neuen Gesetz betroffen.

von Anna Ntemiris

Der Mon-Cheri-Truck war in Dagobertshausen. Für die Mitarbeiter von Ferrero gab es nach dem Fest unter anderem Süßwaren-Pakete. Foto: Anna Ntemiris
 
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