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Ferrero eröffnet erstes Werk in China

Expansion Ferrero eröffnet erstes Werk in China

Zunächst wird „Kinder Joy“ hergestellt, dann ­folgen weitere Produkte: In Hangzhou hat der ­italienische Süßwaren­konzern ein neues Werk eröffnet. Chef ist der ­frühere Stadtallendorfer Produktionsleiter.

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Michele Ferrero machte aus dem Familienunternehmen einen global agierenden Konzern. Nach seinem Tod steht Sohn Giovanni an der Spitze. Er weihte die 21. Produktionsanlage im chinesischen Hangzhou ein.

Quelle: Ferrero

Stadtallendorf. Der Schoko-Markt in Europa ist gesättigt. In wichtigen Märkten wie Deutschland sind nahezu alle Vertriebskanäle erschlossen: In Europa ist nicht mehr viel zu holen, sodass sich der italienische Süßwarenhersteller Ferrero auf Schwellenländer konzentriert 
und neue Märkte erobert.

So hat die Ferrero-Gruppe kürzlich im ostchinesischen Hangzhou die weltweit 21. Produktionsanlage in Betrieb genommen. Mit seiner neuesten Fabrik will Ferrero, einer der größten Süßwarenhersteller in der Welt, seinen Marktanteil in China vergrößern, der nach eigenen Angaben bei 24 Prozent liegt.

In Hangzhou, fast 200 Kilometer von Shanghai entfernt, wird das Unternehmen zunächst sein in China beliebtes Kinderüberraschungsei „Ferrero Kinder Joy“ herstellen. In Kürze sollen auch andere Produktionslinien in Betrieb genommen werden. Im nächsten Jahr soll die Zahl der Mitarbeiter im Werk Hangzhou von 300 auf 800 oder gar 1000 erhöht werden, teilt das Unternehmen mit.

Nach Informationen der OP waren in den vergangenen zwei Jahren immer wieder Ingenieure und andere Fachkräfte aus der Stadtallendorfer Produktionsstätte in China, um die Entwicklung des Werks vorzubereiten.

In Stadtallendorf produziert Ferrero seit 1956. Mit 460.000 Quadratmetern ist die Fabrik eine der größten Produktionsstätten der Ferrero-Gruppe und eine der größten Süßwarenfabriken weltweit. Die OP fragte bei Ferrero nach, wie viel Stadtallendorf im neuen Werk steckt: „Grundsätzlich steckt in jeder neuen Produktionsstätte Know-how und Expertise aus der gesamten Ferrero-Gruppe und ­ihren jeweiligen Experten“, erklärte eine Unternehmenssprecherin.

Konkret zeigt sich dies auch darin, dass im chinesischen Ferrero-Werk der jetzige Leiter der Produktionsstätte Pasquale Giorgio (Foto links: Thorsten Richter) der ehemalige Leiter des Produktionsstandortes in Stadtallendorf ist.

Giorgios Nachfolger in Stadtallendorf ist Fabrizio Carbone (Foto rechts: Tobias Hirsch). Das Unternehmen hat ihn bislang nicht öffentlich als neuen Leiter des Werks in Stadtallendorf vorgestellt. Positionen und Namen möge die Presse bitte „neutralisieren“, erklärte am Dienstag eine Sprecherin auf Anfrage der OP.

Das Unternehmen betont in einer Pressemitteilung, dass die in Italien definierten Qualitätsstandards für alle Ferrero-Werke gelten. Die Expansion sei ein weiterer Schritt in der Strategie der Ferrero-Gruppe, ein globales Unternehmen zu sein. Ferrero ist seit den 90ern auf dem chinesischen Markt vertreten, hat Produkte bisher importiert.

Vor allem Schokolade in Geschenkverpackungen wie Ferrero Rocher sei dort sehr erfolgreich. Branchenkenner gehen davon aus, dass sich der Wettbewerb zwischen Ferrero und anderen Herstellern wie Hershey’s und 
Mars weiter verschärfen wird.

Da der chinesische Schokoladenmarkt großes Entwicklungspotenzial aufweist, haben schon viele internationale Hersteller Fabriken in China gebaut. Die Ferrero-Gruppe ist in mehr als 50 Ländern präsent und beschäftigt mehr als 34.000 Menschen.

Ärger um „Pegida“-Nutella

Ein „Nutella“-Glas mit veränderter Aufschrift präsentierte Pegida-Chef Lutz Bachmann auf seiner Facebook-Seite. „Nutella“-Hersteller Ferrero distanzierte sich von dem Etikett. „Wir sind strikt gegen jegliche Form von Fremdenfeindlichkeit oder Diskriminierung“, teilte die Pressestelle des Unternehmens der Deutschen Presse-Agentur auf Nachfrage mit. „Zurzeit prüfen wir mögliche Schritte, um eine weitere Verbreitung zu vermeiden.“

Ferrero schließt nach eigenen Angaben aus, dass das Etikett vom Hersteller ausgeliefert oder über dessen Webseite erstellt wurde. Übers Internet können Kunden Gläser mit eigenen Aufschriften bestellen. „Pegida“ allerdings kann man nicht eingeben.

von Anna Ntemiris

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