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Feilen und fräsen für die Sicherheit

OP-Ausbildungsserie Feilen und fräsen für die Sicherheit

Metallbauer beherrschen eine ganze Reihe komplizierter Fertigungsverfahren und sind die Meister der modernen Metallbearbeitung.

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Fräsen und bohren sind nur zwei von zahlreichen Werkstattbereichen, die ein Metallbauer beherrschen muss, wissen Fertigungsleiter Tobias Müller (von links), Auszubildender Jonas Hegen und Othmar Schäfer vom Arbeitgeberservice.

Quelle: Ina Tannert

Marburg. Mehrere Metallbauer arbeiten etwa bei der Marburger Sälzer GmbH. Das Familienunternehmen ist auf mechanische und elektronische Gebäudesicherung spezialisiert und stellt unter anderem Sicherheitsfenster, -Türen und -Fassaden her. Die mit einer Einbruchs-, Explosions- und Durchschusshemmung sowie mit Brand- und Rauchschutz ausgestatteten Produkte erfordern einen besonderen Herstellungsprozess, weiß Fertigungsleiter Tobias Müller. In der Werkstatt wacht der Ausbilder momentan über neun Metallbau-Lehrlinge. Die Produktion hochmoderner und komplexer Sicherheitstechnik, wie etwa Aluminium-Glasfassaden, die der Kraft von 500 Kilogramm Sprengstoff standhalten müssen, verlangen von diesen ein hohes Maß an Genauigkeit und Verantwortung. „Die Sicherheit geht vor, dabei ist jeder Auftrag anders und interessant“, so Müller.

Die speziell gefertigten Produktteile unterliegen strengen Sicherheitsstandards und sind komplexer aufgebaut als in der regulären Metallbranche üblich. „Qualität und Individualität sind sehr wichtig“, sagt auch Marketingleiterin Jutta Winter. Dies gilt nicht nur für die Produktion, sondern auch für die Mitarbeiter in den Werkstätten.

Ausbildung dauert drei Jahre

Diese stellen Metallkonstruktionen her, bauen sie um und sind für Wartung und Instandsetzung verantwortlich.

Die Ausbildung zum Metallbauer dauert dreieinhalb Jahre. Ab dem dritten Jahr wird die Lehre in die Fachrichtungen Metallgestaltung, Nutzfahrzeugbau und Konstruktionstechnik unterteilt. Letztere ist vor allem auf den Bereich Aus- und Hochbau spezialisiert.

Metallbauer der Fachrichtung Konstruktionstechnik fertigen und montieren Überdachungen, Fassadenelemente, Tore, Fensterrahmen oder Schutzgitter aus Stahl oder anderen Metallen.

Sie schneiden und formen Metallplatten, Rohre oder Profile und schweißen, nieten oder schrauben die einzelnen Bauteile zusammen. Vor Ort montieren die Fachleute ebenso Schließ- und Sicherheitsanlagen und installieren etwa mechanische, hydraulische und elektrische Antriebe.

Für eine Ausbildung als Metallbauer ist kein Schulabschluss vorgeschrieben. In der Regel stellen Betriebe Auszubildende mit Hauptschulabschluss ein. Gewisse mathematische Fähigkeiten sind wichtig, etwa zur Berechnung von Flächen, Volumen, Massen oder Materialbedarf. Kenntnisse in Physik werden benötigt, um das Verhalten von Werkstoffen und mechanische Vorgänge zu verstehen sowie um Schaltpläne und Steuerungen zu erstellen.

Bei der Ver- und Bearbeitung der Werkstücke per Hand oder maschinell richten sich Metallbauer nach technischen Zeichnungen, was ein genaues Augenmaß erfordert. Die Tätigkeit auf Montagebühnen und an schweren Maschinen erfordert zudem ein umsichtiges Arbeiten. Beim genauen Einpassen von Scharnieren, Schlössern oder elektrischen Antrieben kommt es ebenfalls auf große Sorgfalt an.

Vielfalt an Materialien wird verarbeitet

Einer der Sälzer-Auszubildenden im Bereich Metallbauer mit der Fachrichtung Konstruktionstechnik ist Jonas Hegen. Er hat gerade das vierte Ausbildungsjahr erreicht.

Neben den üblichen Anforderungen werden die Lehrlinge des Sicherheitsunternehmens auch in Verglasung, Gebäudeabdichtung und der Bearbeitung individueller Schutzfunktionen geschult.

Neben Metall arbeitet Jonas auch mit Glas oder Dichtstoffen. In manuellen oder maschinellen Fertigungsverfahren durchlaufen die Einzelteile zahlreiche Stationen, an denen sich die Lehrlinge schnell zurechtfinden müssen und die Werkstücke anreißen, fräsen, bohren, sägen, schweißen, schleifen oder kleben, erklärt der Lehrling. „Die Arbeit ist abwechslungsreich, man wird aber schnell selbstständig“, weiß Jonas, der sich langsam auf die Abschlussprüfung Ende des Jahres vorbereitet. Mit großer Wahrscheinlichkeit wird er, wie im Handwerk üblich, von seinem Ausbildungsbetrieb übernommen werden. Das Handwerk bietet eine große Zukunftssicherheit, „die Betriebe behalten ihre Auszubildenden in der Regel“, weiß Othmar Schäfer vom Arbeitgeberservice der Arbeitsagentur Marburg. Wie viele Betriebe im Handwerkssektor hat auch Sälzer mit Nachwuchsmangel zu kämpfen. Die Zahl der Bewerber sei in den vergangenen Jahren immer weiter zurückgegangen. Dabei sei die Nachfrage auf dem Arbeitsmarkt außerordentlich hoch. „Die Chancen sind sehr gut, Metallbauer sind gefragt“, so der Arbeitsvermittler.

Bewerber, die noch einen Ausbildungsplatz suchen, können sich beim Arbeitgeberservice informieren. Kontakt unter 06421/605212.

von Ina Tannert

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