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Faszination für die Veränderung

Peil Elektrotechnik Faszination für die Veränderung

Die Robert Peil GmbH & Co. KG, ein in zweiter Generation geführtes Handwerksunternehmen, feiert Jubiläum. Kerngeschäft ist die klassische und moderne Elektrotechnik.

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Robert (von rechts) und Melitta Peil haben das Unternehmen gegründet, das seit 1996 Jörg Peil führt. Ehefrau Melanie arbeitet im Betrieb mit, Tochter Bianca hat dort ein Praktikum absolviert.Privatfoto

Quelle: DANIELA LIEPELT

Marburg. Alles, was mit Elektrik zu tun hat, hat Jörg Peil schon als Kind fasziniert. Im Elektro-Technik-Betrieb seiner Eltern schaute er so oft er durfte den Monteuren bei der Arbeit zu, machte mit ihnen Frühstückspause und am liebsten fuhr er mit ihnen zu Außenterminen.

Daher war es für ihn auch eine Selbstverständlichkeit, das Handwerk zu erlernen und nach einem Studium an der Bundesfachschule für Elektrotechnik in Oldenburg und einigen Jahren Erfahrung das Familienunternehmen zu übernehmen. Zumal sein älterer Bruder Robert Peil nicht in die Branche einsteigen wollte. Sein Vater habe zum richtigen Zeitpunkt losgelassen und ihm Vertrauen geschenkt, sagt Jörg Peil, der seit 1996 Geschäftführer ist. „Durch kontinuierliche Weiterentwicklung haben wir aus einem kleinen Ein-Mann-Laden eine große Firma mit mehr als 80 Mitarbeitern gemacht“, sagt der 47-Jährige. Mit „Wir“ meine er die Familie, aber auch die Mitarbeiter und Kunden.

Damals wie heute ist es ein Familienunternehmen, das sich der Region verbunden fühlt. Vater Robert Peil war vor 50 Jahren mit dem Fahrrad von Bauernhof zu Bauernhof unterwegs, die Kabeltrommel stets am Lenker befestigt, die Schaltpläne auf den Unterarm gekritzelt. Die heutigen Mitarbeiter betreuen einen Kundenstamm im Umkreis von 100 Kilometern.

Die Firma Peil kümmert sich unter anderem um Beleuchtung, Daten- und Kommunikationstechnik oder Sicherheitsanlagen. Kunden sind Wohnungsbaugesellschaften, Unternehmen aus der Region oder öffentliche Träger. „Wenn bei Oma Gretel die Tür-Sprechanlage nicht funktioniert, kommen wir aber auch gerne. Der 24-Stunden-Service für Privatkunden ist nach wie vor gefragt. So manche Kunden sind uns seit 50 Jahren treu“, so Peil. Er erinnert sich an viele kuriose, nette und aufregende Geschichten in den vergangenen Jahren, kennt so manchen Haushalt in Marburg.

Zusätzliche betriebliche Schulungen sind Pflicht

Das Schöne an dem Beruf ist aber die ständige Veränderung, sagt Jörg Peil. Der technische Fortschritt ist eng mit seiner Branche verbunden. Multimediaanlagen, schnelles Internet und moderne Glasfasertechnologie deckt Peil mit dem in 2007 gegründeten Tochterunternehmen Mediatec-Service GmbH ab. Sie ist Servicepartner von Unitymedia und den Stadtwerken Marburg. So kümmert sich die Gisselberger Firma zum Beispiel um den Glasfaserendstellenausbau in den Wohnhäusern in Ginseldorf, Bauerbach und Michelbach. Weniger erfreulich sei die Zunahme der Bürokratie. Neue europaweite Normen und Vorschriften verändern sich ständig und sind zu beachten. „Die Bürokratie frisst das Handwerk auf“, sagt Peil, der im Ehrenamt Vorstandsmitglied der Kreishandwerkerschaft ist und zehn Jahre lang Obermeister der Elektro-Innung war. Um im Wettbewerb zu bestehen, Trends in der Technik und neue Vorschriften zu kennen, sind für Peil Fortbildungen und der Besuch von Messen unerlässlich. Aber auch für seine Mitarbeiter schreibt er eine intensive Ausbildung und außerbetriebliche Schulungen vor. Eine Besonderheit, die für Peil eine Selbstverständlichkeit ist: Die Auszubildenden erhalten alle zwei Wochen samstags zusätzlich theoretischen Unterricht im Betrieb.

Einige seiner jungen Mitarbeiter sind Kinder von früheren Angestellten, sie haben wie er selbst von klein auf Begeisterung für den Beruf des Vaters gezeigt, freut sich Peil.

Das Unternehmen hat volle Auftragsbücher, sucht aber nach Fachkräften. „Wir könnten schneller wachsen, wenn wir mehr Fachkräfte hätten“, sagt er. Doch klagen wolle er nicht, im Gegenteil: Peil schaut optimistisch in die Zukunft. Eine seiner beiden Töchter hat schon im Unternehmen geschnuppert, vielleicht werde die nächste Generation die Firma einmal fortführen. „Es wäre schön, aber ich dränge da nicht.“ Das hat sein Vater, der noch als Berater aktiv ist, auch nicht gemacht.

von Anna Ntemiris

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