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Experten mahnen zur Vorsicht vor Cyber-Attacken

IT-Sicherheitsforum der IHK Experten mahnen zur Vorsicht vor Cyber-Attacken

Das dritte IT-Sicherheitsforum, das die IHK organisierte, sollte Unternehmer und Verbraucher gleichermaßen für die Gefahren des Internets sensibilisieren.

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Online-Attacken verursachen jedes Jahr laut Polizei einen Schaden von mindestens 9 Millionen Euro.

Quelle: Silas Stein

Marburg. Zunächst präsentierte Hauptkommissar Dirk Hintermeier die Gefahren, die für den Normalverbraucher im Internet lauern. Dabei ging er vor allem auf die damit verbundenen Straftaten ein.

Von den rund 400.000 angezeigten Straftaten in Hessen fielen 17.000 auf den Bereich Internet. Dies sei jedoch nur die „Hellzahl“ – der wahre Schaden gehe weit über die der Polizei bekannten 9 Millionen Euro hinaus.

Die Möglichkeiten, im Internet zum Opfer einer Straftat zu werden, seien hierbei vielfältig: Das „Einfangen“ von Schadsoftware, Computerbetrug oder Phishing sind nur einige der Gefahren, auf die der Kriminalist hinwies.

Zweiter Redner war Staatsanwalt Cai Rüffer aus Frankfurt, der sich auf das „Darknet“ spezialisiert hat. Er stellte vorab klar, dass zwischen den Begriffen „Darknet“ und „Underground Economy“ unterschieden werden müsse.

Sicherheitslücken 
mit Updates schließen

Das Dark­net werde nicht nur zu illegalen Zwecken genutzt, sondern diene auch als Kommunikationsmöglichkeit für Menschen, die in Regionen leben, in denen die Redefreiheit eingeschränkt ist.

„Underground Economy“ bezeichne jedoch stets den rechtswidrigen Handel mit Gütern oder Dienstleistungen. Dieser erfolge zwar über die Server des Darknets, jedoch dürfe dies nicht zu einer Verallgemeinerung des Darknets als Schauplatz des Kriminellen führen, so Rüffer.

Die größte Gefahr in Bezug auf die Underground Economy gehe seit einiger Zeit vom Waffenhandel aus. Als Beispiel hierfür führte der Staatsanwalt den in Marburg gefassten Waffenhändler an, der den Attentäter von München mit Waffen versorgt hatte.

Zuletzt stellte Matthias Schmidt, Gründer und Leiter der Firma IT-Transfusion, Lösungsansätze für mehr Sicherheit im Internet – insbesondere in Betrieben – vor. Der Rat des Experten: Um sich vor Angriffen zu schützen, sollte das Betriebssystem immer auf dem aktuellen Stand sein – nur so könnten Sicherheitslücken geschlossen werden.

Zudem spielen sichere Passwörter eine entscheidende Rolle. Diese sollten aus zwölf Zeichen, inklusive Groß- und Kleinbuchstaben, Zahlen und Sonderzeichen bestehen. Der Trend gehe aber zum „Schlüssel“ in Form eines USB-Sticks, der das gewöhnliche Passwort ergänzen solle.

In der Anschlussdiskussion wurden offene Fragen geklärt und eine Debatte über die Empfehlbarkeit des Betriebssystems Windows 10 geführt. In deren Folge steht nun das Schaffen eines IT-Stammtischs im Raum.

von Melchior Bonacker

 
 
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