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„Es ist viel zu früh 
für eine Schlichtung“

Tarifkonflikt „Es ist viel zu früh 
für eine Schlichtung“

Die Fronten bleiben verhärtet: Auch eine Woche nach Streikbeginn zeichnet sich im Tarifkonflikt bei den Busfahrern noch keine Lösung ab.

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Die Marburger Stadtbusse fahren auch am Dienstag nicht.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. „Auf der Arbeitgeberseite ist immer noch kein Fortschritt erkennbar. Unsere Aussage steht: sobald bessere Zahlen vorliegen, sind wir zurück am Tisch“ erklärte Verdi-Streikleiter Jochen Koppel am Montag. Er erteilte damit einem Schlichtungsverfahren vorerst eine Absage.

Der Landesverband Hessischer Omnibusunternehmer (LHO) hatte die Schlichtung ins Gespräch gebracht, nachdem vorherige Versuche, die Verhandlungen wieder aufzunehmen, gescheitert waren. „Wir sind zu Gesprächen bereit und könnten am Mittwoch in einem Verhandlungstermin konkrete Vorschläge auf den Tisch legen. Verdi ist jedoch nicht bereit, sich ohne Vorbedingungen mit uns an den Tisch zu setzen, sondern setzt weiter auf Streiks“, ­erklärte LHO-Geschäftsführer Volker Tuchan. Verdi fordert weiterhin 13,50 Euro pro Stunde, der LHO bietet 12,65 Euro.

Blinde unter „Hausarrest“

Die Gewerkschaft stehe einer Schlichtung zwar grundsätzlich nicht ablehnend gegenüber, „allerdings ist es dafür noch viel zu früh. Wir brauchen zunächst ein verhandlungsfähiges Angebot vom Arbeitgeber, um dann an den Verhandlungstisch zurückzukehren“, so Koppel. Auch diesen Dienstag wird daher in Marburg und anderen Städten Hessens weiter gestreikt. Zum Unmut vieler Fahrgäste, die sich unter anderem auf der OP-Facebookseite äußern.

„Es nervt wirklich langsam, ich habe wichtige Termine diese Woche und habe keine Lust so viel Geld für ein Taxi auszugeben. Eine Woche streiken reicht ja wohl“, schreibt beispielsweise Nadine Girgis. Bei der OP meldete sich auch Claudia Gerike. Gerade für blinde Menschen, von denen es in Marburg verhältnismäßig viele gibt, sei der Streik eine Zumutung. Diese hätten nicht nur Probleme zur Arbeit zu kommen, sondern seien auch am Wochenende unter „Hausarrest“, weil sie „ohne Bus nicht von A nach B kommen, zumal bei diesem Wetter, und sich nicht wieder den Strapazen mit einem Taxi aussetzen wollen. Was ja auch ganz schön ins Geld geht, ­
nebenbei gesagt“.

Unterstützung kam währenddessen von der „SDS“, der Hochschulgruppe der Linken an der Uni Marburg. „Die Privatisierung des öffentlichen Nahverkehrs in vielen Kommunen ging hauptsächlich zu Lasten der Busfahrerinnen und Busfahrer“, teilt Sprecher David Weber mit. Daher sei Solidarität mit den Busfahrern geboten, „die Tag für Tag die Studierenden sicher in die Uni fahren und die seit Jahren eine Prekarisierung ihrer ­Arbeitsverhältnisse erleben“. Der Landesverband der Linken, mit dem Marburger Vorsitzenden Jan Schalauske, hatte sich zuvor ebenfalls auf die Seite der Busfahrer gestellt.

von Peter Gassner

 
 
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