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Erstmals treten drei Listen an

CSL-Betriebsratswahl Erstmals treten drei Listen an

Vor den Betriebsratswahlen am Montag steigt die Spannung unter den Beschäftigten des größten Unternehmens in Marburg. Erstmals findet keine Direkt- sondern eine Listenwahl statt. Rund 2300 Mitarbeiter sind stimmberechtigt.

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Bei CSL Behring findet am Montag die Betriebsratswahl statt – erstmals mittels Listenwahl.

Quelle: Nadine Weigel

Marburg. Wahlkampfstimmung bei CSL Behring: Mit Plakaten, Videos und Informationsveranstaltungen werben die Kandidaten um die Stimmen ihrer Kollegen. In den vergangenen Tagen fanden dazu auch Betriebsversammlungen statt, erstmals treten Mitarbeiter mit verschiedenen Listen zur Wahl an. Bisher konnten die Beschäftigten Personen auf einer gemeinsamen Liste direkt wählen, am Montag müssen sie sich zwischen drei Listen entscheiden. Das ist Demokratie, sagen die einen. Die anderen befürchten eine Spaltung. Und dann gibt es mehrere, die die Listenaufstellung als Zeichen des Protests sehen: Man sei mit dem amtierenden Betriebsrat unzufrieden und versuche, ihn abzuwählen.

Bisheriger Betriebsrat tritt als Liste 1 an

Fakt ist, der bisherige Betriebsrat tritt als Liste 1 an. Der Name der Liste lautet „Sozialpartnerschaft“. Die Liste 2 geht als Gruppe mit dem Namen „Wir für Euch“ ins Rennen. Die Liste 3 nennt sich „Zusammen sind wir stark“. Gemeinsames Ziel von den beiden Herausforderern ist, den jetzigen Betriebsratschef Walter Kreuer aus dem Amt zu jagen. Listenvertreter von „Wir für Euch“ ist das frühere Betriebsratsmitglied Reiner Dönges. Der Chemotechniker wird auf Platz 2 unterstützt von einer Mediengestalterin, die als eine der ersten Mitarbeiter eine rechtliche Prüfung ihrer Rückgruppierung eingeleitet hatte und den Klageweg ging (die OP berichtete).

Auch die Liste 3 hat an vorderer Stelle Mitarbeiter wie Hans Gerber, die gegen ihre neue Eingruppierung in niedrigere Gehaltsstufen geklagt hatten - mit Erfolg in erster Instanz. An der Spitze der Liste 3 steht Susanne Fischer. Die kaufmännische Angestellte war Betriebsratsvorsitzende vor Kreuer.

Die Liste 2 und 3 prangern die vor mehr als einem Jahr eingeführte Entgeltstruktur an. Viele tariflich bezahlte Mitarbeiter sind sauer, weil sie seitdem in einer niedrigeren Gehaltsstufe eingruppiert sind. Der Betriebsrat hatte das Vorhaben des Unternehmens unterstützt, weil den Mitarbeitern eine Entgeltsicherung zugesagt wurde: Kein Mitarbeiter habe am Monatsende weniger als bisher auf dem Konto. Die Differenz zwischen alter und neuer Eingruppierung wird vom Unternehmen durch eine freiwillige Zahlung ausgeglichen. Doch der Unmut sei dennoch da, sagen die Kritiker. Sie verweisen auf die Gerichtsprozesse vor dem Arbeitsgericht.

Im Vorfeld der Wahl gab es nach Informationen der OP Unmut über die Besetzung des erweiterten Wahlvorstands und der Wahlhelfer.

So beschwerten sich nach OP-Recherchen mehrere Kandidaten darüber, dass Personen der Listen 2 und 3, die sich zur Verfügung stellen wollten, nicht als Wahlhelfer berücksichtigt wurden.

Für Unmut sorgt auch ein Bericht eines Betriebsratsmitglieds in einem Mitarbeiterblatt. Dort steht, dass die Liste 1 den „bisherigen, erfahrenen Betriebsrat“ repräsentiert. Das Wort „erfahren“ sei eine positive Wertung und nicht neutral, sagten mehrere Beschäftigte, die ihren Namen nicht öffentlich nennen wollten.

Die betriebsöffentliche Stimmauszählung findet erstmals einen Tag nach der Wahl statt. Der neue Betriebsrat wird für vier Jahre gewählt.

von Anna Ntemiris

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