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Erneut Engpässe bei Novartis-Impfstoff

Pharmabranche Erneut Engpässe bei Novartis-Impfstoff

Das Unternehmen Novartis bestätigt den Ausfall der kompletten Produktion des FSME-Impfstoffs.

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Quelle: Thomas Siepmann / pixelio.de

Marburg. Erneut gerät Novartis wegen Lieferschwierigkeiten bei einem Impfstoff in die Schlagzeilen. Im Herbst gab es Engpässe beim Grippe-Impfstoffe. Damals musste sich das Unternehmen den Vorwurf anhören, es habe die Behörden nicht rechtzeitig über die Lieferverzögerung informiert. Man habe aus der Vergangenheit gelernt, hieß es gestern. Diesmal wird der Impfstoff gegen Meningitis, Encepur, knapp.

Bereits im November habe man dies dem Land Baden-Württemberg und den Krankenkassen offiziell gemeldet, erklärte Novartis-Sprecher Dr. Volker Husslein. Novartis hat so genannte Rabattverträge mit einem Teil der Krankenkassen in Baden-Württemberg abgeschlossen. Das bedeutet, die FSME-Risiko-Region ist auf den Hersteller angewiesen, der den Zuschlag erhalten hat.

Derzeit wird in Marburg kein Impfstoff gegen das durch Zeckenbisse übertragene FSME-Virus hergestellt. Die Produktion steht still, Forscher rätseln: Die für die Produktion notwendigen Viren vermehren sich langsamer als angenommen und erwartet. „Generell ist die Herstellung von Impfstoffen im Gegensatz zu vielen anderen Medikamenten ein komplexer biologischer Prozess. Dabei kann es immer wieder zu nicht vorhersehbaren Schwankungen kommen, bis hin, wie jetzt geschehen, zum Ausfall kompletter Produktionschargen“, erklärt Husslein. Aufgrund der komplexen mikrobiologischen Vorgänge sei die genaue Vorhersage eines Liefertermins schwierig.

Das Unternehmen rechnet mit einem Lieferbeginn im Juli. „Wir bedauern die entstehenden Unannehmlichkeiten außerordentlich. Unsere Anstrengungen konzentrieren sich darauf eine Lösung zu erarbeiten“, so der Unternehmenssprecher. Angaben zu den wirtschaftlichen Auswirkungen des Produktionsausfalls wollte das Unternehmen nicht machen.

Kein Versorgungsdefizit?

Von einem Versorgungsdefizit in Deutschland geht das Unternehmen nicht aus. Man habe noch Restware. Nach Aussage der Krankenkassen sei es möglich, die Versorgung der Bevölkerung bis Juli durch Produkte eines anderen Herstellers sicherzustellen. Die Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg bestätigt diese Angaben aber nicht. Es gebe nicht genug Hersteller.

Ärzte stellen vor diese Hintergrund die Frage, ob die Praxis der gesetzlich zulässigen Rabattverträge bei Impfstoffen nicht auf den Prüfstand gestellt werden müsse.Novartis Vaccines in Marburg ist der deutsche Standort des Impfstoffherstellers Novartis Vaccines & Diagnostics. In Deutschland ist Novartis Vaccines der führende Spezialist im Bereich von Influenza- und FSME-Impfstoffen.

von Anna Ntemiris

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