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Erfahrene Senioren helfen Azubis, die in Not sind

Ausbildung Erfahrene Senioren helfen Azubis, die in Not sind

„Senior Experten Service“ heißt die Initiative, die Helmut Henkel vorantreiben möchte. Er ist Senior, Experte und bietet Auszubildenden ehrenamtlich einen Service an. Ziel ist, einen Ausbildungsabbruch zu verhindern.

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„Das letzte Wort hat der Arbeitsrichter“

Der ehemalige Kreishandwerksmeister Helmut Henkel engagiert sich nun als „Senior Experte“.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. „Handwerker dürfen nicht Lehrer spielen“, sagt Helmut Henkel. Der frühere Marburger Kreishandwerksmeister, der vor fast einem Jahr in den Ruhestand ging, weiß wovon er spricht. Jahrelang hat er Aktionen begleitet, in denen Auszubildenden, interessierten Schülern oder Studierenden Einblick in die verschiedenen Innungen gegeben wurde. Eine gute Sache, wertvoll für beide Seiten, sagt Henkel.

Prüfungsangst oder schlechte Stimmung

Und doch: Wenn Meister oder Gesellen versuchen, wie Lehrer zu erklären oder zu argumentieren, dann schlüpfen sie in eine Rolle, die die jungen Menschen gar nicht erwarten. Helmut Henkel (67) hat sich selbst vorgenommen, darauf zu achten, nicht wie ein Lehrer zu wirken. Dabei wird er es in nächster Zeit viel mit Schulen und Lehrern zu tun haben. Der frühere Kreishandwerkschef hat ein neues Ehrenamt: Er ist Regionalkoordinator der Initiative „Vera“. „Vera“ steht für „Verhinderung von Abbrüchen und Stärkung Jugendlicher in der Berufsausbildung“. Der „Senior Experten Service“ und „Vera“ arbeiten Hand in Hand: Senior-Experten wie der frühere Unternehmer und Handwerker Henkel begleiten Auszubildende während ihrer Lehrzeit.

Senioren gesucht, die Auszubildenden helfen

„Vera“ unterstützt Jugendliche, wenn sie zum Beispiel mit dem Stoff in der Berufsschule überfordert sind, unter Prüfungsangst leiden, Probleme oder gar Streit im Betrieb oder im persönlichen Umfeld haben oder unmotiviert sind. „Jeder Jugendliche hat einen persönlichen Ausbildungsberater. Die Schule oder der Betrieb müssen das nicht erfahren, wenn der Jugendliche das nicht möchte“, sagt Henkel.

Im Prinzip ist der Senior-Experte ein Coach, der die Azubis regelmäßig trifft, mit ihnen spricht und gemeinsam über Schwächen und Stärken, Ziele und Wege spricht.

„Auch hier gilt, man darf nicht Lehrer sein“, betont Henkel. Ziel sei, dass der junge Mann oder die junge Frau die Ausbildung erfolgreich beendet. Das Angebot ist für die Jugendlichen kostenlos, weil es vom Bundesbildungsministerium gefördert wird.

Henkel ist als Regionalkoordinator auch dafür zuständig, Ausbildungsbegleiter und interessierte Jugendliche zusammenzuführen. Er hat mehrere Ausbildungsbegleiter, die er bei Bedarf vermitteln kann. „Das muss individuell abgestimmt sein.“

Möchte einer nur drei Monate gefördert werden, sei das okay. Es geht aber auch bis zum Ende der Ausbildungszeit.

Henkel sucht nun weitere Ausbildungsbegleiter im Landkreis, die über Lebens- und BerufsErfahrung verfügen und Zeit und Lust haben, Jugendliche zu fördern. Wer Einfühlungsvermögen für die Probleme junger Menschen habe, sei genau richtig.

Nähere Informationen unter www.vera.ses-bonn.de oder direkt bei Helmut Henkel unter Telefon 06424/3592.

von Anna Ntemiris

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