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Entfristungen und mehr Geld in Aussicht

UKGM Entfristungen und mehr Geld in Aussicht

Am Donnerstag endet die Erklärungsfrist für die Tarifpartner am UKGM; bis dahin müssen Arbeitgeber und Verdi erklären, ob sie dem Tarifkompromiss ihrer Verhandlungskommissionen zustimmen.

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Die Tarifverhandlung am Universitätsklinikum steht vor dem Abschluss.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Ende April hatten sich die Verhandlungskommissionen beider Parteien auf einen Tarifkompromiss geeinigt.
Mit Anhebungen um gestufte Festbeträge rückwirkend ab Mai dieses Jahres und weitere 2,5 Prozent ab Januar 2014 steigen danach die Entgelte der rund 6 500 nichtärztlichen Beschäftigten im Universitätsklinikum Gießen-Marburg und der UKGM Service-Gesellschaft um durchschnittlich knapp sechs Prozent. „Branchenüblich“ nennt der Vorstand des UKGM die Tariferhöhung.

Vielleicht ebenso wichtig, weil im Zentrum der Auseinandersetzungen im vergangenen Jahr:  Beschäftigte mit befristeten Verträgen im Pflege- und Funktionsdienst erhalten unbefristete Arbeitsverträge, wenn sie zum Zeitpunkt des Tarifabschlusses länger als drei Jahre im Uniklinikum arbeiteten. Weitere 236 Mitarbeiter am Klinikum, die in nicht an den UKGM-Tarif gebundenen Gesellschaften beschäftigt sind, werden in tarifliche Beschäftigungsverhältnisse übernommen. Auch das war eine der zentralen Forderungen des Betriebsrats im vergangenen Jahr.

88 Prozent stimmen dem Vertragsentwurf zu

Diese Vereinbarung wird zum Teil gegenfinanziert durch die Absenkung der Zahlungen an die Versorgungsanstalt des Bundes und der Länder (VBL). Diese Form der betrieblichen Altersvorsorge ist noch ein Überbleibsel aus den Zeiten vor der Privatisierung. Die VBL zahlt eine Betriebsrente aus, die abhängig unter anderem von der Zahl der Beschäftigungsjahre ist. Erkennt eine unabhängige Kommission eine wirtschaftliche Notlage an, können die Zahlungen des Arbeitgebers an die VBL ausgesetzt oder abgesenkt werden. Dies soll im Tarifvertrag vereinbart werden.
Einen Ausgleich für die Mitarbeiter gibt es durch Zahlungen des Arbeitgebers an eine kapitalgedeckte Lebensversicherung. Netto haben sie, so versichern die Tarifpartner, nicht weniger in der Tasche.
Wegen der Notwendigkeit, die wirtschaftliche Notwendigkeit festzustellen, wird der Tarifvertrag auch „Notlagen-Tarifvertrag“ genannt.

Die Arbeitnehmer sind eine Befragung durch Verdi zufolge mit den getroffenen Vereinbarungen zufrieden. 88 Prozent erteilten dem Vertragsentwurf ihren Segen, sagte Verdi-Sekretärin Marita Kruckewitt auf Anfrage der OP.
Auch der Vorstand des UKGM erklärte gegenüber der OP seine Bereitschaft, den Tarifvertrag in Kraft zu setzen. Man sehe keinen Grund, der einer Unterzeichnung im Wege steht, teilte UKGM-Sprecher Frank Steibli mit.
Zustimmen müssen nach OP-Informationen auch der Verdi-Bundesvorstand und die VBL.

Während das Placet der Gewerkschaft reine Formsache sein dürfte, hielt sich die VBL auf OP-Anfrage bedeckt. Man gebe keine Auskunft über Vereinbarungen mit einzelnen Mitgliedern, teilte Pressesprecherin Andrea Reschka mit.  Die Tarifpartner am UKGM gehen aber davon aus, dass die Vereinbarung wie geplant in Kraft treten kann.  

von Till Conrad

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