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Engpässe bei Baby-Milchpulver

Große Nachfrage aus China Engpässe bei Baby-Milchpulver

Damit die Regale nicht vor Geschäftsschluss leer geräumt sind, geben die dm-Filialen im Kreis Babytrockennahrung nur in haushaltsüblichen Mengen aus. Teilweise zum Leidwesen von Müttern und Vätern, die ihren Großeinkauf erledigen wollen.

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Im dm in der Neuen Kasseler Straße fehlt eine ganze Reihe eines Hipp-Produktes. Der Hersteller hat Lieferengpässe, die auch in heimischen Märkten spürbar sind. Foto: Nadine Weigel

Quelle: Nadine Weigel

Marburg. So schlimm wie im April ist die Lage nicht mehr, erklärt Alexander Hüge, der dm-Gebietsverantwortliche für Mittelhessen. Damals herrschte Milchpulver-Mangel in Deutschland. Chinesen kauften Babynahrung auf Vorrat bei den Herstellern, aber auch in dm-Märkten in Marburg ein. Für die Mitarbeiterinnen war dies keine einfache Angelegenheit, erklärt Hüge. Sie mussten besorgten Vätern und Müttern erklären, dass sie nicht nachbestellen können. Als die Großeinkäufe der Asiaten zum Ansturm wurden und Hersteller Milupa mit der Produktion nicht mehr nachkam, blieben die Regale teilweise leer. „Das hatte zu großer Unzufriedenheit geführt, obwohl wir nichts dafür können“, so Hüge.

Das soll sich jetzt nicht mehr wiederholen, sagt Hüge. Milupa hat in Fulda ein neues Werk gebaut und kann die Nachfrage bedienen. Auch die Marke Aptamil sei wieder lieferfähig, erklärt Hüge. Dennoch muss er wieder Kunden erklären, dass die Nachfrage nach Milchpulver teilweise größer sei als das Angebot.In vielen Märkten suchen Eltern seit Monaten vergeblich nach Trockenmilch für ihre Babys. Grund dafür ist vor allem eine riesige Nachfrage aus China. Chinesen kaufen weiterhin Produkte in großen Mengen auf.

Der Geschäftsführer der größten deutschen Drogeriekette, Christoph Werner, verantwortlich für das Ressort Marketing & Beschaffung, erklärte gestern auf Anfrage der OP: „Die mengenmäßige Abgabebeschränkung in haushaltsüblichen Mengen betrifft derzeit noch die Marken Hipp, Bebivita und Topfer. Die dadurch bei den Kunden bestehende Unsicherheit über die eigenen Versorgungsmöglichkeiten fuhrt dazu, dass sich viele Kunden bevorraten mochten, wenn sie die entsprechenden Produkte in den Regalen vorfinden, und die Nachfrage abermals weiter ansteigt.“ Das Ergebnis ist vorprogrammiert: „eine noch schnellere Erschöpfung des Warenbestandes. Sobald wir die Produkte in ausreichenden Mengen zur Verfugung stellen können, werden wir die vorübergehende Beschränkung der Abgabe selbstverständlich aufheben“, so dm-Chef Werner.

In Marburg informieren die Märkte, so zum Beispiel am Erlenring, mit entsprechenden Aushängen. „Wir entschuldigen uns, dass die besagten Marken nicht voll lieferfähig sind“, so Hüge. Deutschlands größter Babynahrungshersteller Hipp will die anhaltenden Lieferengpässe bei Milchpulver bald in den Griff bekommen. „Wir arbeiten mit voller Kraft daran“, sagte Geschäftsführer Claus Hipp der Nachrichtenagentur dpa. Spätestens bis zum Jahresende solle die Versorgung wieder sichergestellt sein.

von Anna Ntemiris

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