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Endspurt auf dem Ausbildungsmarkt

„Letzter Aufruf: Ausbildung“ Endspurt auf dem Ausbildungsmarkt

Unter dem Titel „Letzter Aufruf: Ausbildung“ 
informierte die Arbeitsagentur am Donnerstag rund 170 Schüler zu freien Lehrstellen im Landkreis.

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Noah Tiepold nutzte die Gelegenheit und ließ von Fotograf Marc Schäfer ein Bewerbungsfoto erstellen.

Quelle: Andreas Schmidt

Marburg. Schon direkt nach dem Öffnen der Türen herrschte großer Andrang im Berufsinformationszentrum (Biz) der Marburger Arbeitsagentur. „Wir waren positiv überrascht, dass trotz der großen Hitze direkt so viele junge Leute kamen, um sich zu informieren“, sagte Dr. Heike Beber, Pressesprecherin der Agentur.

Kein Wunder, hatte die 
 Arbeitsagentur doch in diesem Jahr verschiedene „Themeninseln“ aufgebaut, um das Flugthema mit dem „letzten Aufruf“ plastisch zu gestalten. So erstellte Marc Schäfer von Ringfoto Marburg Bewerbungsfotos, ein Team vom Friseur Domino gab Styling-Tipps, und die Berufsberater der Marburger Arbeitsagentur versorgten die Besucher nicht nur mit Informationen rund um verschiedene Berufsfelder. Sie konnten den jungen Leuten zum Teil auch schon ganz konkrete Vermittlungsvorschläge unterbreiten, boten zudem einen Check der Bewerbungsunterlagen an.

441 freie Ausbildungsstellen im Landkreis

Tanja Siegert vom Arbeitgeberservice verdeutlichte im Gespräch mit der OP, dass im gesamten Landkreis noch 441 freie Ausbildungsstellen gemeldet seien – denen stünden 640 noch unversorgte Bewerber gegenüber. „Nun gilt es, Stellen und Bewerber miteinander in Einklang zu bringen“, sagt Siegert. Das sei mitunter nicht so einfach, denn sie weiß: „Manche Arbeitgeber schrauben die Erwartungen an die Bewerber mit geforderten schulischen Standards recht hoch.“

Dabei sei etwa eine Vier im Halbjahreszeugnis, mit dem sich ein junger Mensch etwa als Kaufmann bewerbe, nicht unbedingt aussagekräftig: „Es kann ja etwa sein, dass in dem Halbjahr Geometrie auf dem Plan stand und er nur damit Probleme hatte – Dreisatz und ähnliche Aufgaben, die im Kaufmännischen gefordert sind, aber dennoch beherrscht.“

Sie appellierte an die Arbeitgeber, den Mensch hinter den Noten zu sehen oder auch auf geringere Schulabschlüsse zu setzen. „Denn die Agentur kann diese Bewerber testen, ob sie dennoch geeignet wären“, verdeutlicht Tanja Siegert.

„Matching“ von Betrieben und Bewerbern läuft

Für Sascha Becker von der Berufsberatung ist klar: „Der Ausbildungsmarkt ist noch immens in Bewegung.“ Vor allem jetzt tue sich noch sehr viel, „so fallen beispielsweise erst jetzt in vielen Betrieben die Entscheidungen, für welchen Azubi man sich entscheidet.“ Das mache es auch den Jugendlichen schwer, sich zu entscheiden, wenn sie etwa mehrere Angebote vorliegen hätten. „Beide Seiten sollten möglichst schnell entscheiden“, rät er.

Doch auch die Bewerber müssten eventuell von ihrem eigentlichen Berufswunsch abrücken. „Unsere Aufgabe ist es, auch Alternativen aus verwandten 
Berufen aufzuzeigen, die der Bewerber eventuell vorher gar nicht auf dem Schirm hatte“, sagt er.

Unter den Besuchern war beispielsweise der 17-jährige Noah 
Tiepold. „Ich will mich informieren, was noch möglich ist – ganz klassisch“, sagt er im Gespräch mit der OP. Er habe leider versäumt, sich bereits vorher schlau zu machen, doch die Richtung, in die es gehen soll, ist für den Schüler des Gymnasiums Philippinum klar: „Irgendwas in Richtung Medizin – am liebsten mit Tieren“, sagt er. Aber auch der Beruf Rettungssanitäter würde ihn interessieren.

von Andreas Schmidt

 
Daniel Stabel informierte sich zunächst am PC über mögliche Angebote. Foto: Andreas Schmidt
 
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