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„Endlich wieder ein Tarifvertrag“

Tischler „Endlich wieder ein Tarifvertrag“

Bei der Jahreshauptverhandlung der Tischler-Innung Marburg ging es unter anderem um die öffentliche Präsenz des Handwerks, die Nachwuchsförderung und den neuen Tarifvertrag des Dachverbandes.

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Die Geehrten mit Vertretern des Vorstands (von links): Konrad Pfeffer, Stephan Becker (Obermeister), Hans-Peter-Obermann, Norbert Schneider, Lothar Böttner, Walter Ortmüller, Guido Textor (stellvertretender Obermeister) und Rolf-Rüdiger Weigand.Foto: Ina Tannert

Marburg. In seinem Jahresbericht informierte Stephan Becker, Obermeister der Marburger Tischler-Innung, seine 22 versammelten Kollegen über Erfolge und Probleme des vergangenen Geschäftsjahres. „Es war ein ereignisreiches Jahr mit vielen Höhen und Tiefen“, sagte Becker.

So berichtete er neben erfolgreich abgeschlossenen Gesellenprüfungen auch über Aktionen und veranstaltete Seminare der Innung. Als besonders wichtigen Punkt in allen Bereichen der Kreishandwerkerschaft sah er die Präsenz des Handwerks, die es nach wie vor zu erhöhen gilt, so Becker. Der hessische Tischler-Verband habe dafür bereits vor einiger Zeit eine umfangreiche Imagekampagne gestartet. Laut einer aktuellen Studie sei die Bekanntheit des Handwerks zwar gestiegen, jedoch müsse man noch einiges tun. Becker rief seine Innungsmitglieder dazu auf, die Lobby auf möglichst vielen Veranstaltungen und Projekten zu vertreten.

Weiterhin berichtete er über den neuen Tarifpartner des hessischen Landesfachverbands der Tischler, die IG Metall. „Wir haben endlich wieder einen Tarifvertrag“, freute sich Becker. Dafür waren jedoch einige langwierige Verhandlungsrunden erforderlich. Das Landesarbeitsgericht hatte den christlichen Gewerkschaften, den vorherigen, langjährigen Tarifpartner der Tischler, die Tariffähigkeit aberkannt und damit rückwirkend alle abgeschlossenen Verträge für ungültig erklärt. Die Problematik steigerte sich schließlich noch mit den neuen bautariflichen Vereinbarungen, unter welche die Tischler nun fielen. Verwirrung herrschte auch durch die Sozialkasse Bau (Soka Bau). Von den tariflichen Vereinbarungen hatten die Tischler so gut wie nichts, erklärte Becker.

Der neu anerkannte Tarifpartner IG Metall sei daher sinnvoller, betonte der Obermeister. Wichtig in dem neuen Tarifvertrag sei vor allem die kurze Kündigungsfrist. Daneben gibt es zusätzliches Urlaubsgeld und es ist möglich 40 Wochenstunden ohne Mehrarbeitszuschläge zu arbeiten.

Ein Problem sei jetzt allerdings noch, dass die Soka Bau von einigen Betrieben nach wie vor Beiträge verlange. Dies liege wohl an besagten unklaren Definitionen der Tischler- und Bautätigkeiten.

Für Innungsmitglieder gelte diese Regelung jedoch nicht. Durch eine Vereinbarung mit der Soka Bau muss die Innung keine weiteren Beiträge zahlen.

Daher rechnet der Vorstand auch mit vielen neuen Mitgliedsanträgen. Die Regelung habe großes Potenzial, sagte Becker.

Gemeinsam mit dem neuen Präsidenten des Landesdachverbands der Tischler, Reinhard Nau, informierte er außerdem über die Übernahme der insolventen Holzfachschule in Bad Wildungen. Bei diesem Thema entstand eine rege Diskussion über die Vor- und Nachteile von Blockunterricht für Tischler-Lehrlinge, deren Ausbildung anstelle weniger Tage für jeweils einige Wochen am Stück auf Betrieb und Schule aufgeteilt werden sollte.

Die Idee fand bei einem Großteil der Versammelten Zuspruch. Sie stecke aber noch in den Anfängen und man müsste erst einmal Konzepte entwickeln. „Das geht nicht von heute auf morgen, aber wir sollten dies einmal angehen“, betonte der Vorstand.von Ina Tannert

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