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Von Kirchhain geht es in die Häfen der Welt

Emco Wheaton GmbH Von Kirchhain geht es in die Häfen der Welt

Kirchhain hat keinen 
Hafen. Und dennoch 
werden dort bei der Emco Wheaton GmbH Schiffsverladearme gebaut, die in Häfen weltweit zum Einsatz kommen.

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Bis die Funken sprühen: In der Hefterei bereitet Volker Staffel mittels eines Plasmaschneiders ein Bogenstück für das anschließende Schweißen vor.

Quelle: Nadine Weigel

Kirchhain. „Unsere Kunden befinden sich auf der ganzen Welt“, sagt Roland Renzhofer, Betriebsleiter des Kirchhainer Unternehmens mit seinen rund 170 Mitarbeitern. Spezialisiert hat sich Emco Wheaton auf Verladearme von Öl, Chemikalien oder Gas – „wir stellen die Verbindung zwischen Hafen und Tanker her, damit diese be- und entladen werden können“, fasst Renzhofer zusammen. Auch für Kesselwagen und Tankfahrzeuge hat das Unternehmen Verladearme im Einsatz.

Die Arme müssen dabei viel aushalten, denn Be- und Entladung laufen unter hohem Druck ab – bis zu 120 bar etwa bei Gasen. „Wir bauen also bewegliche Druckbehälter“, präzisiert Renzhofer. Die Anforderungen gehen jedoch über Druckfestigkeit hinaus: „Wir befinden uns an Gewässern, es darf also aus Umweltschutzgründen keine Leckagen geben.“ Sowohl die Drehgelenke als auch die Kupplungen werden in aufwendigen Verfahren getestet: So werden sie beispielsweise mit flüssigem Stickstoff auf bis zu minus 190 Grad gekühlt, Verschraubungen dürfen bis zum Vierfachen der geplanten Belastung nicht reißen.

Markus Wittich hat die Konstruktionspläne für einen 53 Tonnen schweren und 23 Meter hohen Verladearm.

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Erst nach den ausführlichen Tests und der anschließenden Tüv-Abnahme erhalten die Arme das entsprechende Zertifikat und können dann zu dem Kunden gebracht werden. Mit dabei: Monteure aus Kirchhain, die beim Aufbau helfen, diesen Leiten und überwachen.

Die Verladearme müssen auch Schwankungen der Schiffe ausgleichen können – bei Seegang oder starkem Wind. Und das bis zu einer definierten Last – sollte diese überschritten werden, schließen die Ventile und der Arm wird vom Schiff getrennt – ohne, dass Flüssigkeiten oder Gase austreten. Je nach Einsatzgebiet werden die Arme auch mit Isolierungen und Heizungen ausgerüstet – „damit die Stoffe auch bei niedrigen Temperaturen flüssig bleiben“, erläutert Renzhofer.

60 bis 80 Verladearme produziert das Unternehmen pro Jahr – mit dem Engineering 
aus Kirchhain und „made in Germany“.

von Andreas Schmidt

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