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„Elisabeth“ steht vor einem Neuanfang

Münchener Immobiliengesellschaft kauft Gebäude „Elisabeth“ steht vor einem Neuanfang

Schon seit Wochen ist die „Elisabeth“-Gaststätte mit ihrer Brauerei geschlossen. Denn das Gebäude wurde verkauft, derzeit läuft nur die Vermietung der Appartements.

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Die Gaststätten-Brauerei „Elisabeth“ ist bereits seit geraumer Zeit geschlossen. Nun hat eine Immobiliengesellschaft aus München das Haus gekauft – und will auch den Gastronomiebetrieb wieder beleben.

Quelle: Tobias Hirsch

Marburg. Im Jahr 2007 hatte Eckart Oehring in seinem ehemaligen Elternhaus im Steinweg 45 die Elisabeth-Brauerei eröffnet. Nach Oehrings Tod im vergangenen Juli übernahm Dominique-Sebastian Ziegert als angestellter Geschäftsführer nicht nur die Leitung des Gasthauses: Oehring hatte dem gelernten Koch auch beigebracht, wie das Bier gebraut wird.

Doch seit dem Sommer ist die Gaststube geschlossen, Ziegert hat den Geschäftsführer-Posten aufgegeben. Und die Erben von Eckart Oehring haben das Gebäude verkauft.

Käufer ist nach OP-Informationen eine Münchener Immobiliengesellschaft mit dem Namen „Rerum 2 GmbH & Co. KG“, deren geschäftsführender Gesellschafter Lars-Hendrik Busch seine Wurzeln in Marburg hat. „Anfang September hat der Eigentümerwechsel stattgefunden“, sagt Busch auf Anfrage der OP.

Das Appartement-Geschäft hat indes die „Marburger Grund Service GmbH“ übernommen: Die Gesellschaft hat die Ausstattung der Appartements gekauft und die Wohnungen von der „Rerum 2“ gemietet – Geschäftsführer ist Dr. Björn Busch, Vater von Lars-Hendrik. Das Geschäft liegt also weiter in Familienhand. „Da wir aber nicht aus der Gastronomie-, sondern aus der Immobilien-Branche kommen, haben wir entschieden, dass wir zunächst den Appartement-Betrieb weiterführen und gegebenenfalls auch ausbauen möchten“, so Busch.

Situation bei der Immobilie „war recht kompliziert“

Busch erläutert, dass das Gebäude im Steinweg nicht die erste Immobilie sei, die man erworben habe. „Es gibt mehrere Rerum-Gesellschaften, und die haben in Marburg auch schon vorher investiert“, erläutert Busch. Die erste Akquisition sei in 2012 erfolgt, „als in unmittelbarer Nähe mehrere Mehrfamilienhäuser erworben wurden. Die Investoren suchen quasi sinnvolle Anschluss-Akquisitionen in der Nordstadt“, erklärt Busch.

Im Steinweg habe man zwei Häuser, insgesamt im Areal rund um die Ketzerbach etwa zehn Immobilien. „Alleine aus Verwaltungs- und Bewirtschaftungsgründen macht es für uns unheimlich viel Sinn, an diesem Standort weiter zu investieren“, sagt Busch. So habe eine weitere Rerum-Gesellschaft jüngst das Objekt Elisabethstraße 14 erworben.

Die „Rerum“ habe sich darauf spezialisiert, „schwierige Probleme“ zu lösen – etwa bei Immobilien mit vielen zersplitterten Mietergruppen oder Erbengemeinschaften. Auch der Steinweg 45 sei ein solches Objekt gewesen. „Das Gebäude war komplett vermietet an die Elisabeth-Bräu GmbH – und die hat Untermietverträge mit der Buchhandlung oder der Bäckerei sowie mit den privat vermieteten Wohnungen abgeschlossen. Dadurch war die Immobilie nicht einfach so verkäuflich, es gab eine komplizierte Struktur“, verdeutlicht Busch. Den durchschnittlichen Investor schrecke eine solche Situation eher ab.

Würde es sich bei dem Objekt „um eine Immobilie handeln, die von oben bis unten einfach vermietet ist, wäre es wohl eher was für den Zahnarzt, der sein Geld anlegen möchte. Aber prinzipiell würde ich mir in dem Areal jedes Objekt, das auf den Markt kommt, anschauen“, sagt Busch. Denn: „Unsere Investoren brauchen schon ein bisschen mehr Rendite, als dass es nur kapitalerhaltend ist.“

Gesellschaft sucht Pächter für die Gastronomie

Im Steinweg 45 soll sich laut Busch „wenig ändern“, denn das Konzept mit den Ferienwohnungen gehe gut auf. „Die Nutzung, die sich Herr Oehring einst überlegt hatte, ist optimal für den Standort“, sagt Busch. Und wie soll es mit der Gastronomie weitergehen? „Ab Mitte Oktober werden wir uns darum kümmern, dort einen neuen Pächter zu bekommen“, sagt Busch. „Wir brauchen einen Partner, der das Restaurant genau so, wie es war, mit der Brauerei fortführt.“

Denkbar sei aber auch, dass ein Partner bei der Marburger Grund Service GmbH einsteige „und dann den Teilbereich Restaurant führt – da sind wir für alle Varianten offen“.
Etwa 800 Liter Bier seien übrigens noch vorhanden, und es gebe auch Mitarbeiter, die brauen könnten. „Derzeit muss allerdings die Genehmigung durch den Zoll erst wieder erteilt werden.“ Er gehe davon aus, dass diese Genehmigung „in den kommenden zwei bis vier Wochen vorliegt“.

Möglichkeiten zur Weiterentwicklung sieht Busch in der Erweiterung des Appartement-Betriebs – dafür gebe es aber auch in den anderen, bereits erworbenen Immobilien Potenzial. Zudem wolle man diesen Teil des Geschäfts primär auf Vordermann bringen, „da es in der Zeit des Übergangs nicht optimal gelaufen ist – das wollen wir zuvorderst ändern“.

von Andreas Schmidt

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