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Einblick in „moderne Alchemie“

Schüler-Projekt zu „Mint“-Berufen Einblick in „moderne Alchemie“

Jüngst führten Schüler ihre Lieblings-Experimente vor, die sie während des Projekts „Mint – Die Stars von morgen“ erlernt und ausprobiert hatten.

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Emma Paulus hält bei ihrem Experiment die noch silberne Münze in die Flamme des Bunsen­brenners damit sie golden wird.

Quelle: Freya Altmüller

Marburg. „Der Fuß wächst so langsam dem Bein entgegen“, sagt Karl-Heinz Muth, Mitarbeiter des Chemikums.

Er blickt auf den Bildschirm eines Computers, an dem Schülerin Alexandra Malyshkina versucht, per Programmiersprache einem Strichmännchen Füße zu verpassen. Eltern, Lehrer und weitere Teilnehmer des Projekts „Mint – Die Stars von morgen“ umringen sie. Die Schülerin tippt Befehle ein, die den Fuß verlängern. „Work in Progress“, kommentiert Muth, „das ist das, was wir zeigen wollen“.

An acht Terminen haben sich die Schüler der achten und neunten Jahrgangsstufen mit Themen aus Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik (Mint) beschäftigt. Das vom Hessischen Wirtschaftsministerium, der Agentur für Arbeit und dem Europäischen Sozialfonds geförderte Projekt dient der Berufsorientierung.

Rund 20 Teilnehmer haben an Workshops teilgenommen, die „Experiminta“ in Frankfurt besucht sowie Unternehmen, bei denen ihnen Ausbildungsberufe vorgestellt wurden. Am Abschlussabend führten die Schüler ihre Lieblings-Experimente vor.

Stefan Fleck und Emma Paulus stellen eine Legierung her. Der Neuntklässler legt eine 5-Cent-Münze in eine Mischung aus Natronlauge und Zinkstaub, die er in einer Schale über dem Bunsenbrenner erhitzt. „Durch die Hitze schmilzt der Zinkstaub und setzt sich um die Münze“, erklärt der Schüler. „Dadurch wird sie silbern.“

Seifenblase bedeckt Topf

Mit einer Zange fischt er sie aus dem Gemisch und wirft sie zum Abkühlen in ein Glas Wasser. Es zischt. Emma Paulus hält die Münze nun mit einer Zange in die Flamme des Bunsenbrenners – sie wird golden. Während die Schülerin lieber Erzieherin werden möchte, kann sich ihr Mitschüler gut vorstellen, in der Chemie zu arbeiten.

Anna Hunger und Emelie Hecker experimentieren mit Trockeneis. „Es schmilzt nicht, sondern wird sofort gasförmig“, erklärt Emelie Hecker. Mit einer Zange hält sie ein Stück Eis gegen eine Metallschale. Weil diese Raumtemperatur hat, bringt es die Schale zum Klingen wie einen Gong.

Um das Gas sichtbar zu machen, befüllt Anna Hunger einen Topf zur Hälfte mit warmem Wasser. Ihre Mitschülerin wirft ein Stück Trockeneis hinein, Hunger spannt ein in Seifenlauge getauchtes Band und zieht es über den Rand des Topfes. Eine Seifenblase setzt sich wie ein elastischer Deckel auf den Topf. Weil das Trockeneis im warmen Wasser gasförmig wird, entweicht Kohlendioxid und wölbt die Seifenblase nach oben, bis sie platzt.

Andere Schüler befassten sich mit Reflexen. Sie zeigten, wie das Bein im Sitzen bei einem leichten Schlag auf eine Sehne unterhalb der Kniescheibe unwillkürlich nach vorne schwingt.

Eine Gruppe von vier Schülerinnen wies mit Morinlösung, die sie zu Proben in Essigsäure hinzugaben, unter UV-Licht Aluminium nach, das fluoreszierte – dutzende Experimente gab es. Und alle Schüler waren sich einig: Das Projekt bot spannende Einblicke in die „Mint-Welt“.

von Freya Altmüller

 
 
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