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Ein Plädoyer für mehr Steuergerechtigkeit

Steuerflucht Ein Plädoyer für mehr Steuergerechtigkeit

Im gut besuchten TTZ sprach Autor Markus Meinzer über sein Buch „Steueroase Deutschland“ und zeigte auf, wie sich Deutschland an Steuerhinterziehung und Geldwäsche beteiligt.

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Der Autor Markus Meinzer referierte in Marburg aus seinem Buch zum Thema Steuerflucht.

Quelle: Sabine Klein

Marburg. Meinzer hat Politikwissenschaft und Volkswirtschaftslehre studiert und arbeitet heute bei tax-justice network - einem Netzwerk, das sich für mehr Steuergerechtigkeit weltweit einsetzt. Fakt sei nach wie vor: Wenn alle ihre Steuern bezahlen würden, wäre mehr Geld für andere Belange vorhanden. Allerdings fänden gerade große Firmen oft Schlupflöcher, damit sie keine Steuern bezahlen müssten.

Gesetze würden ausgenutzt - dadurch entstehe der Bundesrepublik ein Schaden in Milliardenhöhe. So habe etwa vor Jahren der Konzern Apple durch einen Trick verhindert, Steuern zahlen zu müssen. Aber auch die Kaffeekette Starbucks und andere Firmen stehen auf der Liste von Meinzer. Zudem seien die Finanzämter in Deutschland teilweise unterbesetzt, und so würden etwa in Bayern, Baden-Württemberg und Hessen gerade die Mittelbetriebe selten kontrolliert. Auch so entstehe ein hoher steuerlicher Schaden.

Aber auch einen Ausblick gab Meinzer, was helfen würde, Steuerausfälle zu vermeiden. So wären transparentere Steuergesetze sowie die Offenlegung von Steuerhinterziehung in den Medien schon ein guter Anfang. Doch solange Steuersünder geschützt würden und ihre Taten zu gering bestraft und geheim blieben, würden sich weiterhin einige davor drücken, ihre Steuern zu bezahlen.

Meinzer wies aber auch auf die Verantwortung der Konsumenten hin. Diese sollten nach Möglichkeit keine Produkte von Firmen kaufen, die sich mit Steuertricks am Fiskus vorbei bereicherten.

von Sabine Klein

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