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Ein "House of Pharma" soll Marburg stärken

Universität und Unternehmen Ein "House of Pharma" soll Marburg stärken

Während der Sitzung des Arbeitskreises für Kommunalfragen erklärten der OB und die neue Landrätin, dass sie Marburg als Pharmastandort stärken wollen. Im Mai findet bereits eine Tagung mit hochkarätigen Referenten in der Universitätsstadt statt.

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Arzneimittelforschung und -entwicklung hat in Marburg Tradition. An der Universität und in den Unternehmen.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Der Tourismus boomt in Marburg, die Gäste kommen scharenweise. Doch wie kann man mehr Menschen und damit Wirtschaftskraft nach Marburg holen oder diese hier halten? Mit diesen Fragen und ihren aktuellen Facetten befasst sich der Arbeitskreis für Kommunalfragen seit Jahren. Muss die Stadt die Verkehrsanbindung verbessern, für mehr Parkplätze sorgen oder die Gebühren senken? In seinem Rück- und Ausblick machte Thomas Janssen, Afk-Vorsitzender während der Mitgliederversammlung deutlich, dass das Gremium viele Themen angestoßen hat und künftig diskutieren will.

Am Dienstagabend hatten die rund 40 Teilnehmer der Sitzung im Volksbank-Gebäude am Pilgrimstein Gelegenheit, mit Oberbürgermeister Egon Vaupel (SPD) und der neuen Landrätin Kirsten Fründt (SPD) zu diskutieren. Zuvor erklärten beide Politiker in ihren Reden, dass sie die Kooperation zwischen Landkreis und Stadt ausbauen wollen. „Wir wollen ein gutes eigenes Profil in der Region Mittelhessen aufbauen“, sagte Fründt.

Zwei Nobelpreisträger referieren in Marburg

Marburgs Stärke als Wissenschaftsstandort soll ausgebaut werden, so Vaupel. Er erklärte, dass in Marburg ein „House of Pharma“ gegründet werden soll. Der Marburger Fachbereich Pharmazie sei der größte in Deutschland, argumentierte Vaupel. Und in Marburg sind die Behring-Nachfolgefirmen zuhause. Deren Vertreter nahmen auch an der Afk-Sitzung teil. Ein „House of Pharma“ führt Vertreter aus Politik, Forschung und Pharmaunternehmen unter einem Dach zusammen. In Frankfurt an der Goethe-Universität gibt es beispielsweise das House of Finance. Da auch das Land Hessen ein solches Vorhaben unterstützen würde, sei ihm wichtig, dass Marburg und nicht etwa andere mittelhessische Regionen, den Standortzuschlag erhalten, so Vaupel. Dafür sprach sich auch die Landrätin aus. Einen Vorgeschmack auf „House of Pharma“ gibt es am 26. und 27. Mai. Dann findet in Marburg die Frühjahrstagung „House of Pharma“ statt - organisiert von der Philipps-Universität Marburg, der Justus-Liebig-Universität Gießen, der Technischen Hochschule Mittelhessen und der TransMIT Gesellschaft für Technologietransfer. Die Tagung zeige die Bedeutung der präklinischen Wirkstoffforschung für den Pharmastandort Hessen. Ko-Organisatoren der Tagung sind das „House of Pharma & Healthcare“ sowie die Goethe-Universität Frankfurt. Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) hat die Schirmherrschaft übernommen. International renommierte Wissenschaftler sowie Experten aus der industriellen Anwendungsforschung werden über aktuelle Projekte berichten und grundsätzliche Probleme, Anforderungen und Aussichten der Wirkstoff- und Arzneimittelforschung diskutieren. Mit Professor Harald zur Hausen vom Deutschen Krebsforschungszentrum und Professor Tom Steitz von der Yale University kommen zwei Nobelpreisträger als Referenten. Der Marburger Pharmazeut Professor Gerhard Klebe koordiniert das wissenschaftliche Programm.

Die Vernetzung der hessischen Forschungsstandorte in der Arzneimittelforschung sei der Landesregierung, die den Standort gemeinsam mit den Beteiligten aus der Wissenschaft und der Wirtschaft weiterentwickeln möchte, ein großes Anliegen, heißt es in der Ankündigung. Der hessische Wissenschaftsminister Boris Rhein (CDU) habe ebenfalls seine Teilnahme zugesagt.

n Der Arbeitskreis für Kommunalfragen hat inzwischen 81 Mitglieder - das sind Unternehmen und Geschäftsführer aus der Region. Während der Mitgliederversammlung wurde der Vorstand einstimmig entlastet. Einstimmig wurden auch der Haushaltsplan 2014 und die Jahresrechnung 2013 verabschiedet.

von Anna Ntemiris

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