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Ein Beruf, der unter die Haut geht

OP-Ausbildungsserie: Kosmetiker Ein Beruf, der unter die Haut geht

Jung, frisch und gesund. So wünschen sich viele Menschen ihr Aussehen, ihre Haut – und sind bereit, so einiges dafür zu tun. Kleine Wunder im Namen der Schönheit bietet die Kosmetikbranche.

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Für frische Haut: Auszubildende Selina Heurich bei einer Microdermabrasions-Behandlung an Marianne Baader.

Quelle: Ina Tannert

Marburg. Auch im Marburger Kosmetik-Institut „Reviderm skinmedics“ dreht sich alles um Schönheit, speziell um ein gesundes Erscheinungsbild der Haut. Das Unternehmen ist dabei kein üblicher Vertreter der Branche und eher als Zwischenstation zwischen der klassischen kosmetischen Behandlung und dem Dermatologen einzuordnen. Der Beruf samt dem medizinischen Schwerpunkt ist aufwendig und erfordert viel Wissen rund um Hautstruktur und Pflege.

Das lernt derzeit auch die angehende Kosmetikerin Selina Heurich. Die 17-Jährige hat erst vor kurzem ihr zweites Ausbildungsjahr angetreten und längst ihren beruflichen Traum gefunden. „Kosmetikerin war schon immer mein Wunschberuf, man hat einfach so vielfältige Arbeitsbereiche“, schwärmt sie.

Ausbildung umfasst viel Chemie und Biologie

Für ihr Ziel taucht sie in das breite Spektrum des Kosmetik und Dermatologie ein, lernt, die individuelle Beschaffenheit der menschlichen Haut zu erkennen, entsprechend passende Behandlungsformen auszuwählen und jede Menge Tricks, dem natürlichen Alterungsprozess entgegenzuwirken.

In der Schule beschäftigt sie sich mit dem gesamten Aufbau der einzelnen Hautschichten, lernt viel aus der Chemie und Biologie, über Elastin oder Collagon. Dafür muss sie eine breite Palette an verschiedensten Kosmetikprodukten büffeln und die erfolgversprechendste Behandlungsmethode für diesen oder jenen Hauttyp und die optimale Konzentration der Wirkstoffe kennen. In ihrem Beruf betrachtet sie ihre Kunden nicht nur von außen, „dekoriert“ ebenfalls von innen und muss alle Dimensionen der Hautstruktur im Blick behalten, deren gesamten Aufbau.

Bei Reviderm skinmedics schaut Selina ihren Kunden besonders tief unter die Haut, dazu gehört ein besonderes technisches Verständnis: In die traditionelle kosmetische Handarbeit hat modernste Technik Einzug gehalten. Traditionelle Verjüngungskuren werden durch Ultraschall- oder Microdermabrasiongeräte ergänzt und liegen schon in der „kosmetischen Königsklasse“, erklärt Chefin Uta Janisch.

Ursachenforschung spielt eine entscheidende Rolle

Eine oberflächliche Behandlung mit kurzfristiger Wirkung war gestern, die moderne Kosmetik geht weiter, „die Haut wird von unten nach oben aufgebaut, wir schauen in die Tiefe“, ergänzt Selina. Am Anfang jeder neuen Behandlung, jedes neuen Kunden steht etwa die computergestützte Hautanalyse. Neben Feuchtigkeitsgehalt, Elastizität und Faltentiefe analysiert das Verfahren die Porengröße, Hautkondition oder -anomalien wie Pigmentflecke und erlaubt auf diese Weise einen Blick in die Zukunft der Haut.

Die Ursachenforschung ist besonders wichtig, „Hautprobleme haben häufig etwas mit dem Inneren der Menschen zu tun, mit Allergien oder der Ernährung – da müssen wir erst mal Sherlock Holmes spielen“, schmunzelt die Chefin.
Neben diverser Anti-Aging-Verfahren, der Behandlung von Problemhaut oder Narben gilt es auch, die „üblichen“ Schönheitskuren zu büffeln: Die Entfernung von Körperbehaarung und Hautunreinheiten steht auf dem Programm, zudem arbeiten Kosmetiker mit pflegenden Masken, Cremes, tragen Make-up auf oder nehmen Pediküre und Maniküre vor.

Die Methoden sowie Aufbau und Wachstum von Nagel und Haut lernt der Nachwuchs von Anfang an. Die dreijährige Ausbildung ist anstrengend und umfangreich, erfordert viel Zeit und Ausdauer von den Lehrlingen. Dabei hat so mancher ein falsches Bild von der Kosmetik, „viele verstehen das falsch, es geht nicht nur um Make-up, alles dreht sich um das komplizierte Hautbild“, weiß Uta Janisch.

„Man braucht eine Affinität zu den Menschen“

Die beruflichen Inhalte entwickeln sich dabei rasant weiter, über neue Produkte, neue Behandlungsmethoden und Verfahren muss sich Selina auch in Zukunft stets auf dem Laufenden halten, regelmäßige Weiterbildungen gehören fest in den Berufsalltag.

Neben jeder Menge Fachwissen ist ebenso der professionelle Umgang mit dem sensiblen Thema Aussehen und den Kunden das A und O in ihrem Beruf, „man braucht eine Affinität zu den Menschen, Herzlichkeit und Neugier“. Das gefällt Selina ausnehmend gut. Ihr geht es vor allem darum, den Menschen nicht nur eine gesunde Frische, sondern vor allem ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern „Das schönste Erlebnis ist es, den Kunden glücklich zu machen“, erzählt sie.

  • Informationen und Vermittlungshilfen rund um das Thema Ausbildung bietet die Arbeitsagentur Marburg: Kontakt unter Telefon 06421 / 605212 oder per E-Mail unter ­marburg.arbeitgeber@arbeitsagentur.de

von Ina Tannert

 
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Stand: 22. Juli, 
Quelle: Agentur für Arbeit

 
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