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Eckart Oehring - Idealist und Pragmatiker

Nachruf Eckart Oehring - Idealist und Pragmatiker

Mit 65 Jahren wurde Eckart Oehring Gastronom und Bierbrauer. Mit 72 Jahren verstarb der Marburger, der fast die ganze Welt bereist hat.

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Eckart Oehring steht an Kessel in der Elisabeth-Brauerei: Der Gastronom und Bierbrauer verstarb im Alter von 72 Jahren.

Quelle: Thomas Strothjohann

Marburg. Nach schwerer Krankheit starb Eckart Oehring im Alter von 72 Jahren. Viele Marburger kannten ihn durch seinen Betrieb „Elisabeth-Brauerei“ , dabei waren die Gastronomie und das Bierbrauen im Gewölbekeller nur sein „Hobby“ in den vergangenen Jahren. Er fing erst mit 65 Jahren damit an. Zuvor war Oehring wie kaum ein anderer Marburger in der ganzen Welt herumgekommen: Er war als Bankberater in 50 Ländern tätig - hauptsächlich in Südamerika - für die Vereinten Nationen, bei einem Schweizer Unternehmen und schließlich selbstständig.

Er setzte sich dafür ein, dass kleine Unternehmer Mikrokredite bekommen - Hilfe zur Selbsthilfe lautete das Kredo. Nach vielen Stationen kehrte er und seine Ehefrau wieder nach Marburg zurück, doch an Ruhestand war nicht zu denken. In dem Haus der jetzigen Elisabeth-Brauerei im Steinweg 45, unmittelbar gegenüber der Elisabethkirche, ist Oehring aufgewachsen. Der Grund für seinen Einstieg in die Bierbranche: Weil es in Marburg keine Brauerei mehr gab, entschied sich Oehring, das Brauen zu lernen. Ganz pragmatisch.

Engagement für die wieder entdeckte Heimat

Oehring engagierte sich in seiner wieder entdeckten Heimatstadt als Vorstandsmitglied im Arbeitskreis für Kommunalfragen (AfK). In besonderer Weise habe er sich für die Belange der Nordstadt eingesetzt, so Thomas Janssen, Vorstand des AfK. „Vorwiegend natürlich mit seinen eigenen unternehmerischen Aktivitäten, aber auch mit seiner Stimme und seinem Engagement in der Marburger Interessensvertretung der heimischen Wirtschaft, dem AfK“, so Janssen. „Zu seinen Themen zählten dabei insbesondere die Verkehrsentwicklung und die Parkplatzsituation“, so Janssen.

Oehring etablierte eine Tradition im AfK: Referenten des Arbeitskreises erhielten als Dank eine Ration „Elisabeth-Bräu“. Auch der Ausklang der Veranstaltungen in Netzwerkgesprächen war stets begleitet durch das einzige in Marburg gebraute Bier.

Dr. Frieder Schwarzinger aus Amöneburg, langjähriger Freund des Verstorbenen, sagt über Eckart Oehring: „Ich denke, dass er weltweit das Leben vieler Menschen im kleinen wie im großen verändert hat. Und das zum Schluss auch in Marburg, indem er einen Ort geschaffen hat, an dem die Gastlichkeit und Lebensfreude eine große Rolle spielen.“

von Anna Ntemiris

Mehr zu Eckart Oehrings Elisabeth-Brauerei.

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