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Drei Jahre auf eine Lunge gewartet

Organspende Drei Jahre auf eine Lunge gewartet

Patienten wie Ingrid Volke, die dank einer implantierten Lunge leben kann, informieren derzeit für die Krankenkasse AOK über das Thema Organsspende.

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Am AOK-Mobil auf dem Gerhard-Jahn-Platz ließen sich Marburger über das Thema Organspende informieren. Foto: Heiko Krause

Marburg. Die Krankenkasse AOK informiert derzeit hessenweit die Menschen über das Thema Organspende. Am Freitag machte der auffällige weiße Bus auf dem Gerhard-Jahn-Platz in Marburg Station.

Wie Norbert Staudt von der AOK erläuterte, sei die Krankenkasse gesetzlich verpflichtet, ihre Mitglieder zu informieren, was sie über die Mitgliederzeitschrift auch tue. Darüber hinaus wolle man aber auch eine breitere Öffentlichkeit erreichen, weshalb man mit dem umgebauten US-Schulbus durch mehrere Städte reise.

Laut Undine Samuel von der Deutschen Stiftung Organspende, die für die Verteilung von Spenderorganen zuständig ist, haben etwa ein Viertel der Deutschen einen Organspendeausweis. „Viele machen sich keine Gedanken, ein Testament macht jeder, aber was mit den Organen geschieht, darüber entscheiden sie nicht“. Und dann hänge die Entscheidung an den Angehörigen. Aber diese würden entlastet, wenn ein Wille kundgetan werde und das könne auch ein „nein“ auf dem Ausweis sein.

Mit dabei sind auch immer persönlich Betroffene, die den Menschen das Thema näher bringen sollen. Eine davon ist Ingrid Volke, selbst lungenimplantiert. „Die Menschen sind einfach zu wenig aufgeklärt“, betonte sie. Weil es zu wenige Spender gebe, seien die Anforderungen überhaupt auf die Warteliste zu kommen, höher gesetzt worden. Tatsache sei es aber, dass der Körper, je länger es dauere, immer schwächer werde. Das erschwere nach einer erfolgten Transplantation auch die Rehabilitation. Sie selbst habe drei Jahre auf ihre neue Lunge gewartet. Bei Nieren seien es gar bis zu acht Jahren, ergänzte Samuel.

Wenn der jüngste Organspendeskandal als Argument herangezogen werde, nicht spenden zu wollen, hält Volke dies für eine Ausrede. Samuel verwies darauf, dass wohl lediglich Organe an Menschen vergeben worden seien, die noch nicht an der Reihe waren. Das sei sicher nicht richtig, aber es habe sich wohl auch niemand bereichert.Sie hoffe auf der Straße nun wieder mehr Menschen davon zu überzeugen, einen Organspendeausweis auszufüllen. Bestenfalls mit der Willenserklärung, sich nach dem Hirntod Organe entnehmen zu lassen, wünschte sich Samuel.von Heiko Krause

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