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„Dosenwerfen“ mit dem Hallenkran

„Nacht der Gießereiberufe“ „Dosenwerfen“ mit dem Hallenkran

Die Eisengießerei Fritz Winter hatte zur „Nacht der Gießereiberufe“ 
 eingeladen. An zwei Nachmittagen kamen mehr als 60 Jugendliche von 8 Schulen in das Stadtallendorfer Werk.

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Die Schüler durften selbst flüssiges Metall gießen.

Quelle: Klaus Böttcher

Stadtallendorf. Kleine Gruppen stehen an großen Tischen in der Ausbildungswerkstatt. An dieser Station dürfen die Schüler verschiedene Aufgaben selbst erledigen. So haben einige vor sich eine Zeichnung und Material liegen. Ihre Aufgabe besteht darin, ein Werkstück gemäß der Zeichnung zusammenzubauen.

An einem anderen Tisch gießt Lara-Lee Kunzweiler Kunststoff unter Anleitung des angehenden Modellbauers Lukas Kräling in eine Form. Das Mädchen ist Schülerin der Gesamtschule in Heskem und möchte in zwei Jahren ihr Abitur erreichen. „Ich habe noch keine Vorstellung, was ich machen möchte. Mal sehen, ob das hier was für mich ist“, sagt sie und hat sichtlich Freude bei der Arbeit.

Schüler dürfen „raue Werksluft“ schnuppern

Lukas Kräling ist im dritten Lehrjahr zum technischen Modellbauer. Er erklärt, warum auch Teile aus Kunststoff gegossen werden: „Wir gießen hier mit Kunststoff beispielsweise Teile von Prototypen oder für Reparaturen.“

Die Schüler wurden in Gruppen aufgeteilt, und jeweils nur eine Gruppe blieb im Ausbildungszentrum, während die anderen Schüler die „raue Werksluft“ schnuppern durften. An einer Station wurde die Handformerei geübt, wozu viel Geschick gehört. An einer weiteren Station hatten die Schüler die Gelegenheit, mit der entsprechenden Schutzkleidung selbst flüssiges Metall in Formen zu gießen.

Es gab aber auch Stationen, an denen Geschick gefragt war oder an denen der Spaß im Vordergrund standen, zum Beispiel: Mit dem Gewicht, das an dem Hallenkran hing, sollten die Schüler einen Dosenstapel umwerfen. Wer hat schon mal die Gelegenheit, einen großen Hallenkran zu bedienen oder wer darf schon mal in einem großen Stapler sitzen, mit dem normalerweise flüssiges, glühendes Metall durch das Werk transportiert wird?

Schüler sollen die 
Gießerei „live“ erleben

Die Schüler waren von der ganzen Veranstaltung begeistert, und bei manch einem reift eventuell der Entschluss, einen Gießereiberuf zu erlernen oder sich für ein Praktikum zu bewerben. Die Veranstaltung ist praktisch eine Ergänzung zum vielbeachteten jährlichen Tag der Ausbildung.

„Auch bei der Nacht der Gießereiberufe ist es der Firmenleitung wichtig, dass die jungen Menschen Kontakt mit den Auszubildenden der Firma haben und sich bei ihnen umfangreich informieren können“, erklärt der Personalleiter Andreas Fiedler. Die Ausbildungsberufe des Gießereimechanikers und des Modellbauers möchte das Unternehmen bekannter machen und bei Schülern das Interesse für die Berufe wecken.

„Wir müssen die Schüler ins Unternehmen holen, damit sie quasi live vor Ort sehen können, wie das Eisengießen funktioniert“, sagt Fiedler. Er hebt hervor, dass die Auszubildenden und zahlreiche Mitarbeiter mit Herzblut bei der „Nacht der Gießereiberufe“ dabei seien.

Fiedler erklärt, dass Schüler aus dem Ostkreis, Ebsdorfergrund und Homberg / Ohm gekommen sind. Und erstmals waren dieses Jahr ab 18 Uhr die Eltern eingeladen. „Wir haben in einer Präsentation das Werk gezeigt, eine kleine Werksführung vorgenommen und alle Fragen beantwortet. Wir waren überrascht, dass so viele Eltern gekommen sind“, freut sich der Personalchef.

von Klaus Böttcher

 
Der Auszubildende Andrej Müller erklärt den Schülern, welche Formsand-Arten es gibt. Foto: Klaus Böttcher
 
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