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Die neue Schwester in Thüringen

Übernahme Die neue Schwester in Thüringen

Die Betreiber des Standorts Behringwerke Marburg expandieren: Die Infrareal-Gruppe hat den Pharmapark in Jena gekauft. Pharmaserv-Chef Stefan Waldschmidt wird nun auch dort Geschäftsführer sein.

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Der Pharmapark in Jena: Die Infrareal-Gruppe mit Sitz in Marburg hat die Immobilien gekauft.Foto: Infraereal

Marburg. Die Firma Jenapharm, die Hormonpräparate für Frauen verkauft, trennt sich vom Pharmapark in Jena: Auch diese neue Nachricht aus der Pharmabranche hat Auswirkungen auf den Behring-Standort in Marburg - wenn auch nur auf dem Papier. Die Infrareal-Gruppe, ein Unternehmen, das Industriestandorte besitzt und betreibt - unter anderem seit 2005 die Behring-Immobilien in Marburg - wird ab Januar 2015 den Pharmapark Jena übernehmen. Infrareal, dessen Tochterunternehmen Pharmaserv in Marburg ist, hat den Park von der Firma Jenapharm, die zum Bayer Konzern gehört, gekauft. Zum Kaufpreis wollten die Firmen keine Angaben machen. Jenapharm bleibe langfristig Mieter am Standort, für die Mitarbeiter ergeben sich keine Veränderungen, heißt es.

 „Unser Bekenntnis zum Standort als Sitz dieses traditionsreichen Unternehmens ist eindeutig“, sagte Dr. Michael Raps, Geschäftsführer der Jenapharm. „Für die „Jena-Pharmer“ wird sich durch den neuen Eigentümer des Gebäudes nichts ändern. Die Mitarbeiter sind schon seit Beginn des Verkaufsprozesses informiert.“ Mit dem Verkauf an einen professionellen Betreiber von Pharmastandorten wolle Jenapharm sich auf sein Kerngeschäft fokussieren und zugleich die Weiterentwicklung des traditionsreichen Standortes sicherstellen.

Investitionen in Höhe von 80 Millionen Euro

Der Pharmapark Jena vermietet Laborflächen und bietet einen infrastrukturellen und technischen Dienstleistungsservice - ähnlich wie es Pharmaserv in Marburg macht.

Die Pharmaserv-Mutter Infrareal will die Attraktivität des Pharmaparks Jena nach eigenen Angaben durch den Ausbau der Infrastruktur-Dienstleistungen weiter steigern. Geschäftsführer der dafür eigens gegründeten Pharmapark Jena GmbH ist Stefan Waldschmidt, der Marburger Pharmaserv-Personalleiter. Er werde aber weiterhin in dieser Funktion und in der Marburger Geschäftsleitung bleiben.

„In Jena gibt es viele kleine und mittelständische Unternehmen im Bereich Biotech und Pharma, die ein auf sie zugeschnittenes Infrastruktur-Paket gut annehmen würden“, sagt Waldschmidt als Geschäftsführer der Pharmapark Jena GmbH.

„Die positive Entwicklung des Pharmastandorts Behring-Werke ist nicht zuletzt auf die substanziellen Investitionen in Infrastruktur- und Standortentwicklungsmaßnahmen durch den Eigentümer in Höhe von mehr als 80 Millionen Euro zurückzuführen“, so Waldschmidt.

Mit dem Erwerb des Pharmaparks verfolge Infrareal eine Wachstumsstrategie. Das erfolgreich praktizierte Modell solle auch auf weitere Standorte übertragen werden. „Infrareal hat mit der Entwicklung der Behringwerke in den vergangenen zehn Jahren bewiesen, dass eine langfristige und industrielle Ausrichtung nicht nur für die Unternehmen am Standort, sondern auch für die Stadt und die Region sehr erfolgversprechend ist“, erklärte Marburges Oberbürgermeister Egon Vaupel (SPD).

HINTERGRUND:

Die Infrareal-Gruppe besitzt, betreibt und entwickelt Industrieparks – die Behringwerke in Marburg und neuerdings den Pharmapark in Jena. 430 Mitarbeiter und 120 Gebäude zählen damit zu der Gruppe, deren Sitz in Marburg, Jena und Küsnacht (Schweiz) ist. Die Gruppe befindet sich im Eigentum von sechs Privatpersonen, die alle in der Gruppe tätig sind. Infrareal macht nach eigenen Angaben einen Umsatz von 80 Millionen Euro und hat eine Bilanzsumme von 100 Millionen Euro. Ihre größten Kunden sind die Marburger Pharmaunternehmen CSL Behring, Novartis Vaccines, Siemens Healthcare Diagnostics Products sowie die Tochterfirma des Bayer Konzerns Jenapharmund EVER Pharma. In den Industrieparks sind insgesamt mehr als 6000 Mitarbeiter tätig.

Die Industriepark-Management-Organisation vermietet Flächen und übernimmt die zentralen Infrastrukturaufgaben des Standortes sowie dessen Entwicklung und Vermarktung. Unter dem Begriff „Infrastruktur“ werden beispielsweise Werkssicherheit, Werksarzt, Grünflächen, Daten- und Kommunikationsnetze sowie Immobilien erfasst.

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