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Die kulinarischen Top-Ziele unserer Heimat

Michelin, Varta, Aral und Gault Millau Die kulinarischen Top-Ziele unserer Heimat

Jedes Jahr erscheint eine Vielzahl von Restaurant-Führern in Deutschland. Wir haben für unsere Region mal in die vier bekanntesten reingeschaut. Fazit: Es muss nicht immer ein Stern sein, wenn man lecker essen möchte.

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Lust auf einen echten Gourmet-Ausflug? Dann schauen Sie sich doch an, welche Restaurants die einschlägige Literatur empfiehlt...

Ars Vivendi (Bad Laasphe): Das Ars Vivendi ist das Vorzeige-Restaurant der bekannten Jagdhof Gastronomie in Bad Laasphe (NRW). Und gemeinsam mit dem Restaurant Philipp Soldan in Frankenberg das einzige Sterne-Restaurant in de Region. Das Ein-Sterne-Restaurant „bewahrt bei aller Moderne ein elegant verspieltes Ambiente“ (Guide Michelin). Der neue Küchenchef Marcus Bunzel (Privatfoto) soll „jung, kreativ und einfach gut“ sein. „Seine Speisen bereichern das feine, äußerst elegante und wie ein Salon prachtvoll gestaltete Gourmet-Restaurant“ (Aral). Der Chef Edmund Dornhöfer hat das Haus zum 30. Bestehen komplett renoviert, dafür aber so lange gebraucht, dass der Gault-Millau das Haus in diesem Jahr nicht bewerten konnte. Vorher hatte es immer 16 Punkte gegeben. Man ist sich aber in der G-M Redaktion sicher: „Wenn Dornhöfer etwas macht, dann macht er es richtig“.

Philipp Soldan (Frankenberg): „Wer in dieser Gegend Nordhessens kulinarisch hoch hinaus will, muss in der Frankenberger Sonne tief hinabsteigen. Das komfortable Hotel versteckt sein ambitioniertes Restaurant im Keller“, schreibt der Gault-Millau. Die Experten des internationalen Restaurant-Führers urteilen: „Die spannenden Kompositionen von Küchenchef Florian Hartmann (Foto: privat) schmecken sensorisch klug durchdacht“. Hartmann erklärt seinen Stil auf Anfrage als als „Modern European. Der Aral-Schlemmer-Atlas und der Guide Michelin finden die Weinkarte und die Kompetenz von Sommelier (Weinkenner) Lennart Wenk als besonders empfehlenswert. Der Guide Michelin vergibt für die Patisserie des Hauses einen Extra-Punkt.

Dombäcker (Amöneburg):  „Jugendlicher Schwung kommt in den Dombäcker, denn die engagierten Gastgeber haben Unterstützung durch Junior Lukas Schulist bekommen. Dank eigener Kälberzucht gibt es in dem schmucken Fachwerkhaus von 1725 Feines von Vogelsberger Weiden“, schreibt der Tester des Guide Michelin. Gegenüber der OP freuten sich die Service-Chefin Petra Krohn und ihr junger Service-Partner Lukas Schulist, dass sie das gute Ergebnis aus dem letzten Jahr verteidigen konnten. „Dafür muss man fleißig sein“, so Krohn. Lukas Schulist bringt aus dem Drei-Sterne-Restaurant der Traube Tonbach in Baden-Württemberg jede Menge Ideen mit. Dort hat er im Service-Bereich hospitiert. Der Gault-Millau entlohnt auch den Fleiß von Lukas Vater, Ulrich Schulist (Archofoto), dem Küchenchef: „Im gediegenen Rahmen des Dombäckers betet Küchenchef Ulrich Schulist den Kanon der Mainstream-Küche mit guten Produkten routiniert und überraschungsfrei runter. Die Preise sind mehr als fair“, bewertet der vielleicht anspruchsvollste unter den Restaurantführern.

Rosenkavalier (Marburg):  Im Marburger Rosenkavalier sei „stimmungsvolles Tafeln garantiert“, urteilt der Guide Michelin. „Elegant gibt sich der Raum, in dem die Farben Goldgelb und Königsblau vorherrschend sind. Der Blick fällt unweigerlich hinaus auf die Terrasse, die im Sommer ein Magnet ist“. Außerdem finden die Restauranttester des französischen Reifenherstellers, dass die Weinkarte „besonders attraktiv ist.“ Küchenchef Boris Frackenpohl (Foto: Tobias Hirsch), der seit zwei Jahren im Rosenkavalier arbeitet gibt sich beim Anruf der OP überrascht und hat noch nichts von der Erwähnung im Guide Michelin gehört. Er beschreibt seine Küche als international-mediterran und empfiehlt die US-Steak-Karte.

Waldschlösschen (Dagobertshausen): Das aufwendig sanierte Fachwerkhaus im Herzen von Dagobertshausen verzückt die Tester des Guide Michelin: „ganz reizend. Drinnen drei ländlich-charmante Räume (absolut sehenswert die Porzellanstube!), draußen Terrasse, Garten, Spielplatz.“ Etwas Besonderes unter den selbst erzeugten Produkten ist die hauseigene Kartoffelsorte: Die gibt´s vorneweg als leckere Chips: „Dagobertshäuser Hörnchen“. Küchenchef Roland Reus (Privatfoto) empfiehlt seine Enten- und Gans-Gerichte. Auf die Wertung in den Restaurant-Testern achtet Reus nicht so sehr. „Einen Stern wollen wir nicht haben. In Marburg würde das gehobene Ambiente viele Kunden verschrecken. „Das habe ich schon in anderen Läden mitbekommen“, so Reus.

Bückingsgarten (Marburg): Der Bückingsgarten ist ganz neu in der Bewertung des Guide Michelin. Seit 2011 kocht der Küchenchef Torben Jansen (Foto: Gastro Marburg) im Pohl-Restaurant am Schloss.  Auch er wusste noch nichts von der Erwähnung seiner Küche im Guide Michelin. Aber scheinbar ließ er die Tester nicht hungrig zurück: „Wer in das charmante Haus direkt unterhalb des Schlosses einkehrt (markant die mächtige alte Sandsteinmauer!), genießt neben der tollen Aussicht auch ambitionierte bürgerlich-saisonale Küche mit internationalem Einfluss“, so deren Urteil. Jansen empfiehlt die Steak-Karte des Restaurants, die es erst seit Kurzem gibt. Unter anderem steht darauf ein American Porterhouse-Steak, für dessen Zubereitung Limburger Rinder benutzt werden.

Marburger Esszimmer: „So richtig schön freundlich und modern ist es hier: klare Linien, frisches Grün, warmer Holzfußboden, dekorativ die Lampen an der Decke und die alten Menükarten an der Wand... In der durch eine Glasscheibe einsehbaren Küche bringt Bernd Siener Schmackhaftes vom „scharfen Thai-Rindfleischsalat über Pizza bis zum „Kalbstafelspitz mit grüner Sauce und Kartoffeln auf den Teller“ (Guide Michelin). Das Urteil über den bekannten Marburger Spitzenkoch, der schon in diversen Küchen Marburgs gearbeitet hat ist seit Jahren eindeutig: Spitzenküche! Als er noch im ehemaligen Bel Etage-Restaurant in der Vila Vita arbeitete, hat Siener dafür sogar einen Stern erhalten. In diesem Jahr ist er mit seinem 2012 neu eröffneten Marburger Esszimmer sehr froh über die Michelin-Auszeichnung „Bib Gourmand“ mit dem der Führer ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis unterhalb der Sterneküche auszeichnet. „Wir wollen in erster Linie vom Marburger Publikum geliebt werden und ein Restaurant für jeden Tag sein“, sagt Siener. Es soll leger zu gehen und nicht elitär. „Wenn die Eltern Steinbutt essen, sollen die Kinder trotzdem Pizza essen können“, so Siener. Da müsse man in Sachen Sterne Kompromisse machen. Einen Schwerpunkt legt Siener in der Küche momentan auf Asiatisches.

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Gault-Millau: Die Höchstnote 20 soll in Deutschland – ganz im Sinn der Gründer Henri Gault und Christian Millau – nicht vergeben werden, weil, wie sie sagten „nur der liebe Gott, aber kein Mensch Vollkommenheit feststellen kann“. Die vergebenen Noten würdigen nur die Küchenleistungen.

  • 19 und 19.5 von 20 (5 Kochmützen) Höchstnote für die weltbesten Restaurants
  • 18 und 17 von 20 (4 Kochmützen) Höchste Kreativität und Qualität, bestmögliche Zubereitung.
  • 16 und 15 von 20 (3 Kochmützen) Hoher Grad an Kochkunst, Kreativität und Qualität.
  • 14 und 13 von 20 (2 Kochmützen) Sehr gute Küche, die mehr als das Alltägliche bietet
  • 12 und 12,5 von 20 (1 Kochmütze) Gute Küche, wie man sie in jedem gutbürgerlichen Haus voraussetzen kann.

Guide Michelin: Der Guide Michelin hat gleich zwei Bewertungsmethoden. Einerseits werden Bestecke verliehen: Wer etwas über die Atmosphäre und den Service im Restaurant erfahren möchte, achtet auf diese Bestecke. So geht es in einem „1 Besteck“-Restaurant unkompliziert und ungezwungen zu und der Service ist leger. In einem Restaurant mit vier oder fünf Bestecken kümmert sich eine große Servicemannschaft um Sie, es gibt einen Sommelier, feines Geschirr und Besteck, meist Kristallgläser und Sie sitzen sehr komfortabel.Besonders bekannt sind die Michelin Sterne. 1936 wurden drei bis heute gültige Regeln festgelegt. Wer einen Stern erhält, hat eine solch gute Küche, dass sie für den Leser erwähnenswert ist. Zwei Sterne stehen für eine herausragende Küche, die einen Umweg verdient. Und die höchste Auszeichnung erhalten Restaurants, für dessen Küche sich eine Reise lohnt. Eine weitere begehrte Auszeichnung ist der „Bib Gourmand“. Er steht für eine gute, preisgünstige Regionalküche und nutzt manch kleinem Gastronomen mehr als ein einzelner Stern.

Varta: 

  •   Varta-Tipp: Außergewöhnliche Hotels und Restaurants die sich über die Varta-Bewertung hinaus auszeichnen.
  • 1 Diamant: Überdurchschnittlich gutes Angebot, angenehme Atmosphäre.
  • 2 Diamanten: Sehr gute Küche, freundlicher Service, gepflegter Rahmen.
  • 3 Diamanten: Stilvolle Tischkultur, hochwertiges Ambiente sowie hervorragendes Speise- und Getränkeangebot.
  • 4 Diamanten: Qualitativ anspruchsvolle und kreative Küche, erlesene Weinauswahl, aufwändige Restaurantausstattung.
  • 5 Diamanten: Luxuriöses Flair, erstklassiger Service und außergewöhnliche Küchenleistung.

Aral: 

  • 5 Bestecke: Restaurant mit einer der besten Küchen
  • 4 Bestecke: Restaurant mit einer hervorragenden Küche
  • 3 Bestecke: Restaurant mit einer sehr guten Küche
  • 2 Bestecke: Restaurant mit einer guten Küche
  • 1 Besteck: Restaurant mit empfehlenswerter Küche
  • Pfeil: Das Restaurant steht zwischen zwei Bewertungen.

Von Tim Gabel und Christoph Linne

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