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Die erste Rolle Geschenkpapier hängt noch

Weihnachtsgeschäft Die erste Rolle Geschenkpapier hängt noch

Die Lager sind voll, der große Andrang kam am ersten Adventswochenende noch nicht, sagen Geschäftsleute im Kreis. Der größte Gewinner des Weihnachtsgeschäfts könnte der Online-Handel werden.

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Das Weihnachtsgeschäft hat begonnen: Heimische Händler können aber noch keine Prognosen zum Umsatz machen.

Quelle: Tobias Hase

Marburg. Während Einzelhandelsverbände in den Ländern optimistische Prognosen herausgeben, sind die heimischen Geschäftsleute deutlich zurückhaltender. Einig sind sich die von der OP befragten Händler in der Region, dass der Online-Handel ein immer stärkerer Konkurrent wird. Nach Schätzungen des Handelsverbands Hessen macht der Online-Handel im Dezember rund 25 Prozent seines Jahresumsatzes aus - das entspricht 7,4 Milliarden Euro. Der „normale“ Handel wird voraussichtlich auf rund 7 Milliarden Euro kommen.

„Zuwächse können wir noch nicht vermelden“, sagt Stefan Hunkel vom Kaufhaus Bellersheim in Gladenbach. Die Aktion Einkaufen bei Kerzenschein am Samstag verlief gut. Das Gladenbacher Kaufhaus ­liege mit dem Umsatz knapp unter dem Vorjahr. Dass das Weihnachtsgeschäft noch nicht richtig begonnen habe, stehe fest: „Die erste Geschenkpapierrolle hängt noch“, so Hunkel. Das Lager sei gut gefüllt. Er bestätigt den bundesweiten Trend, wonach Klassiker wieder als Geschenk gefragt sind: „Das totgeglaubte Kinder- und Jugendbuch wird gern verschenkt“, sagt er. Aber auch klassische Spiele für Kinder seien begehrt. „Ja, die Socken von der Oma sind ein Klassiker“, sagt auch Timo Weimar von Intersport Begro in Marburg. Aber auch Fußballfantrikots landen häufig unterm Weihnachtsbaum. Doch keiner könne derzeit sagen, wie viel Umsatz in diesem Jahr gemacht werde. „Ich würde auch gern in diese Glaskugel schauen“, so Weimar. Man spüre angesichts steigender Energiepreise eine Kaufzurückhaltung.

Vorsichtig äußert sich auch Christian Großmann vom Werbekreis Nordstadt in Marburg. „Die Weihnachtszeit hat seit einigen Tagen gut begonnen, aber noch besteht kein Anlass, völlig begeistert zu sein“. Auch er sieht ähnlich wie Hunkel und Weimar die Internet-Shops als zunehmende Konkurrenz für den Einzelhandel in der ­Region. Es gäbe Kunden, die sich vor Ort beraten lassen, Ware ausprobieren und dann aber im Internet bestellen. „Das ist ein Bumerang, denn das könnte dazu führen, dass in Zukunft Beratungsleistungen Geld kosten“, so Großmann. Wer den Händler vor Ort haben möchte, erreicht dies nicht, wenn er im Internet bestelle, sagt er.

Friedhelm Bode vom Werbekreis Oberstadt ist optimistisch, dass die Kunden in der Vorweihnachtszeit das Einkaufen auch erleben wollen. „Wir setzen auf die Atmosphäre in der Oberstadt, die gibt es im Internet nicht“, so Bode.

von Anna Ntemiris

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