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Die berufliche Zukunft fest im Blick

Bildungsmesse „Ansage Zukunft!“ beendet Die berufliche Zukunft fest im Blick

„Sie sind alle Bewerbungsprofis – denn das Leben steckt voller Bewerbungssituationen“ – das ist eine der Thesen, die „Bewerbungspapst“ Jürgen Hesse den Besuchern der Messe „Ansage Zukunft!“ am Montag mit auf den Weg gab.

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Die Auszubildende Kübra Dincer (rechts) von der Elisabeth-von-Thüringen-Akademie zeigt an einem künstlichen Arm, wie man eine Wunde näht, ihre Kolleginnen schauen zu.

Quelle: Andreas Schmidt

Marburg. Hesse war auch nach seinem Vortrag sehr begehrt: Bis zu einer Stunde warteten die Besucher, um sich von ihm Tipps für ihre Bewerbungsmappen geben zu lassen. „Das Warten hat sich gelohnt“, berichtet eine Bewerberin aus dem Landkreis.

„Herr Hesse hat mich ermutigt, meinen Lebenslauf zu straffen und das Unternehmen nicht gleich mit der Nase auf die Stationen zu stoßen, mit denen ich nicht so zufrieden bin.“ Über diese könne man im Bewerbungsgespräch immer noch sprechen. Vor der Beratung mit dem Bewerbungsexperten war sie merklich angespannt, heraus kam sie mit einem guten Gefühl: „Seine Tipps versuche ich bei der nächsten Bewerbung umzusetzen, mal schauen, wie es ankommt.“

Roger Schneider, Anzeigenleiter des ausrichtenden HITZEROTH Verlags, äußerte sich positiv über die Messe: „Es wurden sehr intensive Gespräche geführt. Und auch die Aussteller waren sehr zufrieden, wie unsere Umfrage gezeigt hat.“

Volker Breustedt, Leiter der Marburger Agentur für Arbeit, berichtet im Gespräch mit der OP von zahlreichen Gesprächen, „die auch durch das Vortragsprogramm inspiriert wurden“. So sei man am Stand der Agentur mit zahlreichen Kunden ins Gespräch gekommen, mit denen man vorher noch nicht im Kontakt gestanden habe.

„Auch gab es einige junge Menschen, die noch einen Ausbildungsplatz suchen – selbst noch für dieses Jahr“, so Breustedt. Zudem seien einige Besucher an den Stand der Arbeitsagentur gekommen, „die noch gar nicht so genau wussten, was sie in der Zukunft machen sollen“, erläutert der Agenturleiter. Diesen hätten die Berater kon­krete Vorschläge unterbreiten können.

 

Ein junger Mann wusste dagegen ziemlich genau, was er will: Piergiorgio Zucca aus Sterzhausen möchte nach der elften Klasse an den Kaufmännischen Schulen einen Schnitt machen und ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) in der Jugendhilfe einlegen. „Da möchte ich gerne reinschnuppern und danach vielleicht eine Ausbildung zum Erzieher machen.“ Die richtige Ansprechpartnerin fand Zucca in Silvia Rößler vom Zentrum für Freiwilligen-, Friedens- und Zivildienst.

Rößler berichtete von vielen gezielten Nachfragen im Bereich der Kinder- und Jugendarbeit. „In einem Freiwilligendienst können sich die Jugendlichen ein bisschen ausprobieren und werden pädagogisch begleitet“, erklärt sie.
Mit einem kompletten Kurs – 20 Frauen – war Rita Neidhardt auf der Messe unterwegs. Sie ist Kursleiterin der Initiative „Weg“, die sich speziell an Wiedereinsteiger richtet.

„Unsere Teilnehmerinnen sind gerade auf der Suche nach Praktikumsplätzen – dafür ist die Messe eine hervorragende Anlaufstelle“, sagt sie. Es sei sehr vorteilhaft, dass die Messe nicht so wahnsinnig überlaufen sei. „Dadurch nehmen sich die Unternehmen richtig Zeit, es gibt sehr intensive Gespräche – das ist noch besser als im vergangenen Jahr“, lobt sie.

Swen Friauf, Anwalt für Arbeitsrecht in einer Stadtallendorfer Kanzlei, berichtet ebenfalls von sehr intensiven Gesprächen. „Die Leute kommen mit sehr konkreten Fragen zu mir und sind auch bereits gut informiert, weil sie den Sachverhalt schon einmal gegoogelt haben“, sagt er. Doch letztendlich wollten sie sich bei ihm noch einmal vergewissern. Im Detail sei es beispielsweise um das Dauerbrenner-Thema Kündigung gegangen, aber auch darum, ob ein Arbeitgeber etwa eigenmächtig die Stundenzahl seines Angestellten nach unten drücken dürfe, um ihm dann weniger zu bezahlen.

Wiedereinsteiger sind als Fachkräfte begehrt

„Und in einem Fall wollte ein Mann wissen, ob der bereits gewährte Urlaub dennoch wieder zurückgenommen werden könne“, erzählt Friauf, dem die Messe „auch aufgrund der Kontaktmöglichkeiten zu anderen Unternehmen“ sehr gut gefiel.

Das Vortragsprogramm lie­ferte darüber hinaus wertvolle Informationen und Impulse für die Besucher. Gerlinde Breitenstein, Beauftragte für Chancengleichheit bei der Arbeitsagentur, referierte beispielsweise zum Thema Wiedereinstieg in den Beruf – etwa nach der Familienphase. Sie verdeutlichte, dass die Berufs­rückkehrer hoch motiviert, belastbar und Organisationstalente seien – und: „Sie sind die Fachkräfte, die der Arbeitsmarkt benötigt“, so das Fazit ihres Vortrags. Sollte es Defizite in Bezug auf aktuelle Kenntnisse geben, ließen sich diese meist mit Kursen oder Weiterbildungen ausgleichen.

von Andreas Schmidt und Philipp Lauer

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Startschuss für die „Ansage Zukunft!“: 46 Aussteller aus Wirtschaft und Unternehmen nutzen die zweitägige Bildungsmesse, um Bewerber und Interessierte kennenzulernen und persönlich mit ihnen ins Gespräch zu kommen.

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