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Die „Schonfrist“ läuft endgültig ab

Iban ab Februar verpflichtend Die „Schonfrist“ läuft endgültig ab

Am 1. Februar haben 
Kontonummer und Bankleitzahl endgültig 
ausgedient – sie werden durch die Iban ersetzt. Grund genug für den 
Finanzminister, persönlich Fragen von Kunden zu 
beantworten.

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Freie Fahrt für Sepa: Hessens Finanzminister Dr. Thomas Schäfer (CDU, links) und Sparkassenvorstand Andreas Bartsch informierten am Mittwoch gemeinsam über den finalen Abschied von Bankleitzahl und Kontonummer.

Quelle: Andreas Schmidt

Marburg. Die Tage von Kontonummer und Bankleitzahl sind endgültig gezählt. Ab Februar erfolgt der bargeldlose Zahlungsverkehr ausschließlich nach dem Zahlverfahren der „Single Euro Payments Area“ (Sepa).

Das heißt: Ab dem 1. Februar kann bei Überweisungen und Lastschriften nur noch die „International Bank Account Number“ (Iban) genutzt werden. Die heimischen Banken sehen sich und vor allem ihre Kunden für die finale Umstellung gut gerüstet ( die OP berichtete).

Doch das Thema ist wichtig. Und zwar offenbar so wichtig, dass Hessens Finanzminister Dr. Thomas Schäfer (CDU) am Mittwoch nach Marburg kam, um bei der Sparkasse die Fragen von Bürgern rund um die Iban zu beantworten.

Andreas Bartsch, der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Marburg-Biedenkopf, betonte zuvor: „Wir haben unsere Kunden in den letzten Monaten auf verschiedenen Wegen über die Umstellung informiert und auch ganz konkret unterstützt.“

Kunden haben sich schon an Iban gewöhnt

Schon vergangenes Jahr habe man für Vereine und Unternehmen mehrere Informationsveranstaltungen angeboten, die gut angenommen worden seien. „Unsere Mitarbeiter stehen Kunden natürlich gerne auch weiterhin für Fragen zur Verfügung. Wir glauben, dass unsere Kunden gut vorbereitet sind und erwarten keine größeren Schwierigkeiten.“

Vor allem ältere Kunden würden wohl noch auf die bisherige Form der Überweisungen setzen. „Von den Belegen, die bei uns eingereicht werden, sind lediglich noch rund ein Prozent im alten Format“, sagte Bartsch. Gerhold Wege von der Abteilung „Marktfolge passiv“ konkretisierte: „Von rund 6900 Überweisungsbelegen pro Tag sind nur noch 80 im alten Format.“

Mit diesen Kunden werde die Sparkasse das Gespräch suchen und darauf hinweisen, dass ab dem 1. Februar nur noch Überweisungen mit Iban bearbeitet werden können. „Wer seinen Überweisungsträger am Schalter abgibt, wird sofort angesprochen“, so Bartsch. Wer ihn jedoch einwerfe, bekomme ihn ab Februar per Post zurück – mit den entsprechenden Informationen.

Der Finanzminister betonte indes, dass es sich bei der Umstellung „nicht um eine Willkür aus Brüssel handelt, sondern sie wirklich Vorteile für den Verbraucher bringt“. Denn so sei ein EU-weiter Zahlungsverkehr reibungslos möglich.

Der Finanzminister verdeutlichte das an einem Beispiel aus seinem Leben: „Ich habe vergangene Woche die Anzahlung für unser Sommerferienhaus in Spanien überwiesen. Das hätte früher viel Geld gekostet und wahnsinnig lange gedauert. Jetzt war das Geld innerhalb von 24 Stunden da.“

Minister erwartet keine großen Probleme

Schäfer weiß aber auch, dass die Verbraucher zum Teil wohl auf eine weitere „Schonfrist“ setzten. „Die Einführung wurde immer wieder verschoben – es gibt bestimmt Menschen, die denken, auch jetzt würde die Frist noch einmal verlängert. Aber zum 1. Februar ist wirklich Schluss.“ Dann dürften die Banken, die zurzeit aus Kulanz noch die Umrechnung ins neue Format vornähmen, dies nicht mehr tun.

Laut Schätzungen der Bankenverbände hätten zehn Prozent der Bankkunden die Umstellung noch nicht vorgenommen. „Das sind vor allem Menschen, die im Monat nur zwei, drei Überweisungen händisch vornehmen“, sagt Schäfer.

„In der Masse wird es keine Probleme geben, das wird die Volkswirtschaft beim Wachstum nicht wesentlich behindern. Aber für den betroffenen Einzelnen ist das Risiko, dass er dadurch beispielsweise eine Mahnung bekommt, obwohl er überwiesen hat, schon vorhanden“, sagt der Finanzminister.

Er und auch Bartsch gehen davon aus, dass die Umstellung gut funktionieren werde. „Als die fünfstellige Postleitzahl eingeführt wurde, stand der Untergang der Welt auch unmittelbar bevor – zur allgemeinen Überraschung ist die Post dennoch angekommen“, scherzte Schäfer. So werde es nun auch sein.

von Andreas Schmidt

 
TIPP: IBAN GUT ÜBERPRÜFEN

Wer die Iban bei einer Überweisung falsch angibt, sollte sich an seine Bank wenden. Die kann zwar für falsche Überweisungen nicht haftbar gemacht werden. In der Regel unterstützt sie aber ihre Kunden dabei, das Geld zurückzufordern.

Sollte der falsche Empfänger den Betrag nicht zurückzahlen, können die Institute sogar seine Daten an den Betroffenen weitergeben. Damit verletzen sie nicht das Bankgeheimnis. Denn dadurch kann der Betroffene im schlimmsten Fall vor Gericht die Rückzahlung einklagen.

 
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