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Die Liebe hielt ihn in Marburg

Giuseppe Nardiello Die Liebe hielt ihn in Marburg

Die Marburger Pizzeria „Basilicata“, ehemals 
„Il Pino“, feiert diesen Monat ihr 25-jähriges 
Bestehen.

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Giuseppe Nardiello (links) erhielt von Henner Geil, Leiter des IHK-Servicezentrums Marburg, die Ehrenurkunde zum 25-jährigen Bestehen seines Restaurants.

Quelle: Freya Altmüller

Marburg. Besitzer Giuseppe 
Nardiello bekam die Ehrenurkunde zum Jubiläum von Henner Geil von der Industrie- und Handelskammer Kassel-Marburg überreicht. Restaurants wie das „Basilicata“ im Lahntor 4, am Fuße der Oberstadt, prägten das internationale Flair Marburgs, sagte Geil.

Im November 1981 ist Giuseppe Nardiello nach Marburg gekommen, angestiftet von einem Landsmann, der seine Kindheit hier verbracht hatte. Schnell hatten beide Arbeit gefunden, in der Küche einer italienischen Gaststätte am Markt.
Nach nur zwei Monaten ging der Freund wegen eines Krankheitsfalls in der Familie zurück nach Italien.

Vom Chefkoch zum eigenen Restaurant

Nardiello plante, noch bis zum Sommer zu bleiben. „Ich wollte 
mehr von Deutschland sehen als die Küche eines Restaurants.“ Doch es kam anders. In einer Eisdiele verliebte er sich, kam kurz danach mit seiner späteren Frau zusammen – und blieb.

Nach zwei Jahren in der italienischen Gaststätte wechselte er zu einem Griechen. Danach wurde er Chefkoch im neu gegründeten Restaurant „Kalimera“ in der Lingelgasse. Als es verkauft wurde, eröffnete Nardiello sein eigenes Restaurant, das „Il Pino“.

Pino bedeutet Pinie, ist aber auch Nardiellos Spitzname, von der Verniedlichungsform Giuseppino. Der frühere Besitzer hatte dort einen Imbiss betrieben. Nardiello baute eine größere Küche, einen Holzofen und mietete die obere Etage dazu, um mehr Sitzgelegenheiten anbieten zu können. Vor sieben Jahren konnte er sich die Kosten für die obere Etage nicht mehr leisten. „Der Laden lief gut, aber mit der teuren Miete hat es sich einfach nicht mehr rentiert.“ Er verkleinerte wieder.

Der Holzofen musste weichen

Nardiello ist mittlerweile 55 Jahre alt. Wie viele, die in der Gastronomie arbeiten, hat er Knieprobleme. Vor zwei Jahren wollte er deshalb beruflich kürzer treten. Das Problem: Das Pizzabacken machte ihn in seinem Restaurant unverzichtbar.

„So ein Holzofen ist schwer zu bedienen, das kann nicht jeder.“ Er schaffte den Ofen ab, besorgte einen elektrischen. Mit dem neuen Ofen bekam das Restaurant auch einen neuen Namen: „Basilicata“. Nardiello hat es nach seiner Heimat, einer Region in Süditalien, benannt.

Neben zwei Angestellten 
arbeitet auch sein 23-jähriger Sohn Luca Angelo in der Pizzeria. Nardiello wünscht sich für ihn einen anderen Werdegang als seinen eigenen. „In meinem Beruf muss man sehr viel Freizeit opfern. Man hat fast kein Privatleben.“ Deswegen sucht Nardiello nach einem Nachfolger. Sobald er den richtigen gefunden hat, will er eine Auszeit in der alten Heimat nehmen.

von Freya Altmüller

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