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Die Leitsätze stoßen auf Widerspruch

UKGM Die Leitsätze stoßen auf Widerspruch

Das „Zukunftskonzept“ der Klinikdirektoren und Geschäftsführung am UKGM ist ein Signal an Anleger, aber kein Grund zu Optimismus für Beschäftigte, sagt das überparteiliche Aktionsbündnis.

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Vertreter der IG Metall Mittelhessen erklärten am Donnerstag bei einer gemeinsamen Kundgebung mit dem Betriebsrat am UKGM ihre Solidarität mit den Beschäftigten des Klinikums.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Das Aktionsbündnis „Gemeinsam für unser Klinikum“ befürchtet, dass das zwischen den Klinikdirektoren und der Geschäftsführung des Universitätsklinikums Gießen und Marburg verabredete Zukunftskonzept in der Konsequenz weiteren Stellenabbau bedeutet. Wenn Klinikdirektoren und Geschäftsführung die Arbeitsabläufe optimieren und auf weiteres Wachstum setzen wollen, gleichzeitig aber keine neue Stellen geschaffen werden, bedeute dies für die Beschäftigten  Arbeitsverdichtung und letztlich Stellenabbau. „Dieser findet ohnehin laufend statt, wenn das Auslaufen von befristeten Arbeitsverträgen und die Wahrnehmung des Rückkehrrechts zum Land berücksichtigt werden“, erklärte Jan Schalauske für das Aktionsbündnis. Ähnlich äußerte sich gestern auch die Marburger UKGM-Betriebsratsvorsitzende Bettina Böttcher.

Schalauske: "Konzern ist gescheitert"

Die OP hatte am Mittwoch berichtet, dass dem Konzept zufolge in den nächsten zwei Jahren bei den medizinischen Berufen keine Stellen abgebaut werden sollen.  Der Sprecher der Marburger Klinikdirektoren, Professor Hinnerk Wulf, bewertete dieses OP-Gespräch als gute Grundlage für die Zukunft des Klinikbetriebs.  „Ein Fokus allein auf den medizinischen Bereich wird den Anforderungen an den komplexen und vielfältigen Krankenhausbetrieb nicht gerecht“, so das Bündnis. Es vermutet, dass die Mitteilung der UKGM-Spitze eine Antwort auf die Abstufung durch die Ratingagentur Moody‘s ist, um ein positives Signal gegenüber Anlegern zu senden. Moody‘s hatte vergangene Woche die Bonität der Rhön AG wegen der anhaltenden Probleme mit seinem Tochterunternehmen UKGM herabgestuft.„Der Konzern ist mit seinen eigenen betriebswirtschaftlichen Ansprüchen gescheitert und versucht nach außen hin, handlungsfähig zu sein“, sagte Schalauske am Donnerstag.
Zudem kritisiert das Bündnis, dass die Äußerungen der Geschäftsführungen sehr vage seien. Die verabredeten Leitsätze werden nicht erläutert, hieß es. Böttcher sagte, sie sei nicht über den Inhalt informiert worden und habe Informationen nur über die Pressemitteilung und aus der OP erfahren.

  • Der Betriebsrat erhielt gestern Besuch von Vertretern der IG Metall Mittelhessen. Vor dem Eingang des Klinikums fand eine Solidaritätskundgebung  statt. Der 1. Bevollmächtigte der IG Metall Mittelhessen, Stefan Sachs, forderte die Landesregierung auf, das privatisierte Uni-Klinikum wieder in das Landeseigentum zurückzuführen.
  • Das Bundeskartellamt äußerte gestern massive Vorbehalte gegen die Pläne des drittgrößten deutschen Krankenhausbetreibers, der Asklepios-Gruppe, sich am Wettbewerber Rhön-Klinikum zu beteiligen. Das Kartellamt befürchtet eine spürbare Einschränkung des Wettbewerbs. Die beteiligten Unternehmen haben nun die Möglichkeit durch eine Stellungnahme Vorbehalte auszuräumen. Eine abschließende Entscheidung will die Behörde bis Mitte Januar treffen.

von Anna Ntemiris

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