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Die Kümmerer und die Haushaltssperre

Hauptversammlung des Stadtmarketings Die Kümmerer und die Haushaltssperre

Die Haushaltssperre zieht sich wie ein roter Faden durch die Hauptversammlung des Stadtmarketings. Diverse Projekte sind von den Sparmaßnahmen betroffen.

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Geschäftsführer Jan Bernd Röllmann (links) und Vorsitzender Klaus Hövel informierten in der Jahreshauptversammlung über die Pläne des Stadtmarketings.

Quelle: Muriel Kalisch

Marburg. Als besondere Erfolgsgeschichte hob Geschäftsführer Jan Bernd Röllmann den Marburg-Gutschein hervor. Über 970  000 Euro wurden in den vergangenen Jahren durch die Bürger in die Gutscheine investiert. Die zwei Millionen Grenze, so Röllmann, könne und werde in naher Zukunft erreicht werden.

Teil des Projekts ist die Einbindung des Begrüßungsgeldes für Studierende, welche Marburg als ihren Erstwohnsitz angeben. Für sie soll mit einem kleinen Filmprojekt ein weiterer Anreiz geschaffen werden, den Schritt der für die Stadt Marburg lukrativen Ummeldung zu gehen. Ursprünglich sei dabei eine Zusammenarbeit mit dem Stadtbüro geplant gewesen, erklärte Röllmann. Doch die Haushaltssperre habe diese Pläne nun durchkreuzt und man habe sich an private Investoren gewendet.

Die Haushaltssperre ist auch für das innerstädtische freie Internet oder die kostenlosen Busfahrten in der Vorweihnachtszeit – beides Projekte des Stadtmarketings – ein Thema. „Dennoch tun wir alles, um sämtliche Veranstaltungen und Pläne weiterhin durchführen zu können“, versprach Röllmann.

Zukunft der Marburg-App bleibt offen

Das öffentliche W-LAN, so der Geschäftsführer, sei in der Planung schon „relativ weit“ gewesen, werde nun aber von der Haushaltssperre stark beschnitten. Zumindest das Schloss soll bald mit freiem Internet versorgt werden – für die anderen geplanten Hotspots werde weiter gekämpft.

Ein anderes Projekt des Stadtmarketings befindet sich noch deutlich stärker in der Schwebe: die Marburg-App. In anderen Städten bereits erprobt, aber selten erfolgreich, sieht die Geschäftsführung des Stadtmarketings die Zukunft des technischen Gimmicks kritisch: „Die App muss den Nutzern wirklich einen Mehrwert bieten können, sonst macht sie keinen 
Sinn.“ Auch die Suche nach 
Investoren sei entscheidend.

Große Hoffnungen hingegen werden in die nächste „Marburg Buy Night“ gesetzt: die Lichtinstallation des vergangenen Jahres habe ein großartiges Feedback erhalten. „Ich habe ein privates Video gemacht, nur mit meinem Mobiltelefon. Dieses Video wurde über 20.000 Mal geteilt. Ich habe sogar Rückmeldungen von anderen Kontinenten erhalten, zum Beispiel aus Südafrika“, erzählt Röllmann freudig. Auch der „Hessische Rundfunk“ habe sich geärgert, nicht dabei gewesen zu sein. Das Stadtmarketing hofft, ihn nun mit der nächsten „Buy Night“ nach Marburg locken zu können.

Um Marburgs verkaufsoffene 
Sonntage zu erhalten, befindet sich das Stadtmarketing zurzeit in Gesprächen mit den 
Gewerkschaften. Das Ziel der Gewerkschaften sei, nur noch drei mittelhessische verkaufsoffene Sonntage zuzulassen. Dem steht der Entwurf des Stadtmarketings entgegen, welcher drei innerstädtische und drei in den Stadtteilen stattfindende verkaufsoffene Sonntage vorsieht. In Zukunft, so Röllmann, sollen diese aber noch stärker in Feste wie den Marburger Frühling oder den Elisabethmarkt eingebunden werden, so dass die geöffneten Geschäfte nur noch einen Teil der Veranstaltung darstellen.

von Muriel Kalisch

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