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Die Konjunktur im Landkreis ist stabil

Konsumenten bleiben Motor Die Konjunktur im Landkreis ist stabil

Auch im Frühsommer ­laufen die Geschäfte im Kammerbezirk rund, auch wenn die Dynamik etwas an Kraft verloren hat.

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IHK-Konjunkturexperte Thomas Rudolff hält die Aussichten der heimischen Wirtschaft für gut.

Quelle: IHK

Marburg. Leichte Verschlechterungen im Klimaindex seien im Gesamtbild erkennbar, heißt es in einer Erklärung der Industrie- und Handelskammer Kassel-Marburg. Der Index sinkt auf moderate 115,5 Punkte, im letzten Quartal lag er noch bei 118,1, im Vorjahr bei 116 Punkten. Auf die leichte Verschlechterung angesprochen, erklärt Konjunkturexperte Thomas Rudolff: „Die Ergebnisse sind immer noch gut. Wehklagen wäre jammern auf hohem Niveau.“

Auffällig ist eine leichte Verschlechterung bei den einzelnen Industriebranchen. Hier wird sowohl die gegenwärtige Lage wie auch die zukünftige Erwartung schlechter eingestuft. Die Eintrübung komme vom verarbeitenden Gewerbe, erläutert Rudolff: „Hier sind die zukünftigen Erwartungen schlechter geworden. Das hängt wiederum mit einer schwächeren Weltkonjunktur zusammen.“

Unsicherheiten für die exportorientierten Firmen

Dank guter Binnenkonjunktur kommen wichtige Impulse aus dem Inland. Vor allem die Konsumausgaben der Verbraucher, die gute Arbeitsmarktsituation und die Ausgaben des Staates für die Unterbringung und Integration von Flüchtlingen treiben die Konjunktur. Auch die Euro-Zone ist ein Wachstumsmotor. Der Handel via Nordamerika und China hat zwar an Kraft verloren, diese Regionen spielen aber weiterhin eine wichtige Rolle für die nordhessische und Marburger Exportwirtschaft.

So gehe es allen Branchen, die direkt am Endverbraucher hängen, richtig gut. „Vielen Verbrauchern sitzt das Geld seit Monaten locker, weil Sparen kaum noch belohnt wird und die gesunkenen Energiepreise die Verbraucher zusätzlich entlasten. Die Löhne und Renten steigen und die Inflation ist im Keller“, erklärt Rudolff die Zusammenhänge. Sehr gute Zahlen liefern die Bauwirtschaft und der Einzelhandel.

Auffällig schlechte Werte kommen aus dem Sektor des Kreditgewerbes. Hier liegt der aktuelle Klimaindex bei sage und schreibe nur 47,8, vor Vorjahr lag er allerdings sogar bei 39,1 Indexpunkten. „Das ist ein katastrophaler Wert.

Unternehmen müssen 
ihre Fachkräfte halten

Der Grund dafür ist die draghische Geldpolitik, unter der jetzt die jahrelang solide wirtschaftenden Institute leiden müssen. Das ist schon paradox“, sagt der Konjunkturexperte. Zu Bedenken gebe auch eine Verschlechterung aufseiten der Investitionstätigkeit und der Beurteilung hinsichtlich des Exportvolumens.

Zu den Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt erklärt Rudolff: „Der ist robust. Aktuell geht es weitgehend um Ersatzbeschaffungen. In bestimmten Bereichen ist der Markt sogar überhitzt gewesen. Das betraf zum Beispiel das Bewachungsgewerbe im Zusammenhang mit der Zuwanderung der Flüchtlinge. Fachkräftesicherung bleibt eine Hauptaufgabe der Unternehmen.“

Auch die Aussichten sieht Rudolff zwiespältig: „Etwas holpriger könnte es schon werden. Es gibt ja auch ein paar Themen, die für eine exportorientierte Nation nicht unwichtig sind. Der drohende Brexit, die Wahlen in den USA und wie geht es weiter mit China, Brasilien und Russland? Wir gehen weiter von einem moderatem Gesamtwachstum aus.

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