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Die "Gestalter der Energiewende"

Stadtwerke Marburg Die "Gestalter der Energiewende"

Mit der Einlage von 2,1 Millionen Euro in eine Gemeinschaftswindpark GmbH & Co KG erhöht sich sich das Beteiligungskapital der Stadtwerke Marburg schlagartig auf das Doppelte.

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Die Stadtwerke Marburg haben sich erfolgreich an verschiedenen Unternehmen beteiligt. Als nächstes wollen sie am Wollenberg Windenergie ernten.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. „Gut, dass wir unsere Beteiligungen und Verbundunternehmen haben“, sagt Norbert Schüren. Der Stadtwerke-Geschäftführer hat gerade einen der schwächeren Jahresabschlüsse seit der Selbstständigkeit im Jahr 2012 quittieren und zur Kenntnis nehmen müssen, dass das Defizit aus dem öffentlichen Personennahverkehr um fast 50 Prozent auf rund 3,8 Millionen Euro gestiegen ist - „vor allem aufgrund der Umlage an den RMV“, wie Schüren betont. Dass die Stadtwerke dennoch erneut einen positiven Jahresabschluss in Höhe von 630000 Euro nach Steuern schreiben, ist wesentlich den Erträgen aus dem Firmengeflecht der Stadtwerke zu verdanken. Die verbundenen Unternehmen und Beteiligungen erwirtschaften durchschnittlich eine Rendite von 10 Prozent.

„Wir mussten uns auf die Neuzeit einstellen“...

sagt Schüren mit Blick auf die zahlreichen Beteiligungen und verbundenen Unternehmen und meint damit vor allem den offenen Energiemarkt. Die Stadtwerke-Strategie müsse es sein, die Kooperation mit anderen Versorgern ebenso zu verstärken wie die Zusammenarbeit zwischen Versorgern und der Öffentlichen Hand. „Wir müssen unsere Tätigkeiten ausweiten, um die Stadtwerke bei erkennbar weiteren Belastungen konkurrenzfähig zu halten“, sagt Schüren.

Diesem Zweck dient die Gründung der Fünfwerke GmbH und der angeschlossenen Verwaltungs-GmbH (OP vom 26. Juli) ebenso wie die in Gründung befindliche Trianel Wasserspeicherkraftwerke GmbH: Die Positionierung im internetgestützten europaweiten Vertrieb von Gas ist das Ziel der einen, Fortschritte bei der Entwicklung bei der Speichertechnik für elektrische Energie das andere. 70 Stadtwerke aus Marburg arbeiten hier zusammen, um geeignete Orte für Pumpspeicherwerke zu finden. Das derzeit größte Projekt ist in Thüringen zu Hause. Die Idee dahinter: Mit vorhandem Strom wird Wasser vom Tal nach oben gepumpt. Wenn Strom benötigt wird, wird das Wasser wieder zu Tal gelassen und treibt dabei Turbinen an, die den benötigten Strom produzieren und ins Netz abgeben. „Eine der wichtigsten Herausforderungen“ für die Energiewirtschaft sei die Entwicklung von Speichertechnologien, sagt Schüren.

Mit dem Gemeinschaftwindpark in Hohenaar gleich hinter der Kreisgrenze - einem Gemeinschaftsprojekt von fünf Stadtwerken und der Mainova haben die Stadtwerke bei kleiner Beteiligung (2,5 Prozent) die Arbeitsweise für dei projektierten Gemeinschaftswindpark am Wollenberg schon einmal vorweggenommen. Mit der Betiligung an der Nahwärme Biedenkopf schließlich wagten die Stadtwerke vor 10 Jahren den Einstieg in die überregionale Kooperation mit anderen Versorgern. „Wir haben in den vergangenen zehn Jahren gezeigt, dass wir mit anderen Versorgern gut zusammen arbeiten können“, so der Stadtwerke-Geschäftsführer.

10 Kommunen an Energie Marburg Biedenkopf GmbH beteiligt

Bei den verbundenen Unternehmen, also den Beteiligungen über 50 Prozent, sind neben der Stadtwerke Marburg Consult und der Marburger Verkehrsgesellschaft (Nahverkehr), der Marburger Versorgungs GmbH und der Stadtwerke Immobilien GmbH samt Software Center Marburger Besitz und Verwaltungs-GmbH vor allem weitere Netzgesellschaften zu nennen: An der Energie Marburg Biedenkopf GmbH sind neben der Stadt Marburg weitere zehn Kommunen beteiligt, die nach der Rekommunalisierung des Eon-Stromnetzes das Geschäft gemeinsam betreiben wollen. Die GrundNetz GmbH ist die Entsprechung für die Gemeinde Ebsdorfergrund.

Hinzu sollen nun die Windparkverwaltung Marburg und der Gemeinschafts-Windpark Wollenberg kommen. Die Gründung soll noch in diesem Jahr erfolgen, es ist „ das absehbar größte finanzielle Engagement, das wir eingehen“, wie Schüren angesichts der angestrebten Einlage von 2,1 Millionen Euro sagt.

„Die Stadtwerke Marburg wollen die Gestalter der Energiewende sein“, sagt der Geschäftsführer, der damit beileibe nicht nur wirtschaftliche Interessen verfolgt: „Die Energiuewende kann nur gelingen, wenn sie vor Ort von wirtschaftlkiche gesunden Unternehmen umgesetzt wird.“

von Till Conrad

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