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„Die Gespräche dauern an“

Partikeltherapiezentrum „Die Gespräche dauern an“

Die Anlage hat schon in Berlin einen Architekturpreis gewonnen und ist eines der heiß diskutierten Marburger Themen in Wiesbaden. Doch wird sie einmal in die medizinische Infrastruktur des Landes eingebunden? Diese Frage steht weiterhin offen.

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Siemens-Mitarbeiter forschen noch im Partikeltherapiezentrum. Wann auch Ärzte, Pfleger und
Patienten das Gebäude betreten werden, ist unklar. Das Land erklärt, dass es weiterhin mit Rhön verhandelt, damit die Anlage für Patienten in Betrieb genommen werden kann.Archivfoto

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Die Fragen sind nicht neu. Die Antworten auch nicht. Wann geht die Partikeltherapieanlage auf den Lahnbergen für Patienten in Betrieb? Wird sie jemals in Betrieb genommen? Und wenn ja, wie? Diese Fragen machen die Oppositionsfraktionen im hessischen Landtag mit Anträgen öffentlich.

Das Partikeltherapiezentrum ist längst zu einem Politikum geworden. Gestern befasste sich der Wissenschaftsausschuss daher einmal mehr mit diesem Thema. Auch am Mittwoch konnte Wissenschaftsministerin Eva Kühne-Hörmann (CDU) erklären, dass Verhandlungen - hinter verschlossenen Türen - stattfinden. Sie könne nicht über interne Gespräche öffentlich berichten. Sie sei aber zuversichtlich, dass die Anlage in Betrieb gehen werde.

Fakt sei, dass dem Land kein Antrag auf Abbau der Anlage vorliege. Das bedeutet, auch wenn das Unternehmen Siemens, das die Anlage bisher für Forschungszwecke nutzt, den Mietvertrag zum 30. September gekündigt hat, heißt das nicht, dass dann zu diesem Zeitpunkt auch die hochmodernen Geräte abgebaut werden. Es bedeutet aber auch nicht, dass die Anlage wie vereinbart in Betrieb gehen wird, erklärt die Landtagsabgeordnete Kordula Schulze-Asche (Grüne). Sie bezweifelt, dass in diesem modernen Gebäude ab Januar 2014 Krebspatienten behandelt werden. „Es müsste jetzt ein Personalauswahlverfahren beginnen, auch Genehmigungen müssten eingeholt werden. Wir haben gefragt, ob das schon passiert ist, aber keine Antwort von der Ministerin erhalten“, so Schulze-Asche im OP-Gespräch nach der Sitzung des Wissenschaftsrates.

Rhön zeigt sich weiterhin zuversichtlich

„Es ist unverantwortlich, dass von Seiten der Opposition ständig behauptet wird, die Partikeltherapieanlage solle im Oktober abgebaut werden“, erklärte der CDU-Abgeordnete Dr. Rolf Müller. SPD und Gründe würden die Menschen verunsichern und dem Uni-Klinikum schaden.

Ursprünglich hatte sich der Klinik-Betreiber Rhön-Klinikum AG verpflichtet, die Partikeltherapie bis Ende 2012 einzurichten. Die Frist wurde dann im Januar bis Ende 2013 verlängert. Entwickelt und gebaut wurde die Anlage von Siemens. Das Unternehmen beschloss 2011 den Ausstieg aus dem Projekt und kaufte die Anlage von Rhön zurück.

Auch Rhön zeigt sich weiterhin zuversichtlich, dass das Partikeltherapiezentrum ab Januar für Patienten geöffnet werden kann. Bei der Partikeltherapie werden Tumore punktgenau mit Ionen bestrahlt.

Vor zwei Wochen hatte UKGM-Geschäftsführer und Rhön-Vorstandsmitglied Martin Menger im OP-Interview erklärt, dass er an eine Inbetriebnahme glaubt und Verhandlungen dafür fortgesetzt werden.

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