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„Diagnose: Vom Arbeiten krank“

Protestaktion am UKGM „Diagnose: Vom Arbeiten krank“

Unter dem Motto „Wir bringen mehr Personal ins Klinikum“ veranstaltete das Aktionsbündnis „Gemeinsam für unser Klinikum“ am Donnerstag eine Aktion am UKGM. Rund 120 Menschen waren dem Aufruf des Aktionsbündnisses gefolgt, um gegen Stellenabbau und Überlastung zu demonstrieren.

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Monika Biebusch vom Aktionsbündnis „Gemeinsam für unser Klinikum“ (Mitte) hatte sich als jene Krankenschwester mit sechs Armen verkleidet, die auch die Plakate und Aufkleber des Bündnisses ziert.

Quelle: Andreas Schmidt

Marburg. Dabei erwartete die Protestler zunächst eine Überraschung: Sie durften sich nicht direkt vor dem Haupteingang des Klinikums versammeln.

„Das ist Privateigentum des UKGM“, erklärte Dr. Ulf Immelt vom DGB. Daher müsse man auf den öffentlichen Grund ausweichen und auf der Straße protestieren.

Danach ging er auf die Personalsituation ein: „Diejenigen, die hier arbeiten, sagen, die Arbeitsbedingungen sind nicht auszuhalten, es gibt ständig Überlastungsanzeigen. Das sehen die, für die gearbeitet wird, ganz anders – deshalb sei eine Kundgebung auf ihrem Grund und Boden nicht nötig“, sagte er. Gleichwohl hätte das UKGM einen Redebeitrag leisten wollen, was man aber abgelehnt habe, so Immelt.

Rehm sieht bedrohliche Situation für Patienten und Beschäftigte

Bettina Böttcher, die nicht als Betriebsratsvorsitzende sprach, fasste die Situation der Beschäftigten mit dem Satz zusammen: „Diagnose: Vom Arbeiten krank.“ Die Beschäftigten blieben auf der Strecke, „daher kann und darf die Führungsverantwortung in einem Unternehmen nicht nur Ergebnisverantwortung heißen“, so Böttcher. Und in Richtung Volker Bouffier sagte sie: „Nein, Herr Ministerpräsident – eine zweite Beruhigungspille schlucken wir diesmal bestimmt nicht.“

Fabian Rehm von Verdi betonte: „Egal, ob bei der Bahn, im Sozial- und Erziehungsdienst oder in den Krankenhäusern: All diese Bereiche leiden unter dem Diktat der vermeintlich leeren Kassen. Privatisierungen und schlechte Bezahlung sind daher an der Tagesordnung.“

Die Situation in den Kliniken seien „für die Beschäftigten und die Patienten bedrohlich“. Man kenne die „Zusammenhänge zwischen Unterbesetzung und Sterblichkeitsrate nach Operationen“, dennoch gebe es keine gesetzlichen Vorgaben zur Mindestbesetzung in Krankenhäusern. „Warnwesten sind gesetzlich geregelt, die Versorgung von Schwerkranken nicht.“

von Andreas Schmidt

 
Bouffier zu UKGM-Debatte: Nur Wahlkampf

In einer hitzigen Landtagsdebatte über die Personalsituation am UKGM hat Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) seine Haltung bekräftigt, das UKGM habe mehr Beschäftigte denn je und stehe besser da als je zuvor. Der UKGM-Betriebsrat hatte in einem Brief an Bouffier Anfang Mai die Überlastung der Beschäftigten und die hohe Zahl von Überstunden beklagt.

Der aus Gießen kommende Kabinettschef Volker Bouffier verwies dagegen vergangene Woche auf den kontinuierlichen Stellenaufbau am Klinikum. SPD und Linke hielten ihm deswegen vor, sich nicht um die Probleme in Marburg zu kümmern.

Der SPD warf Bouffier vor, wegen „kurzfristigen parteipolitischen Interessen“ eine „Erfolgsgeschichte“ schlechtzureden. Der Regierungschef meinte damit die Kandidatur des SPD-Abgeordneten Dr. Thomas Spies bei der OB-Wahl am 14. Juni in Marburg.

Der gesundheitspolitische Sprecher der SPD-Fraktion drehte den Spieß um und nannte Bouffier „verantwortungslos“. Er habe ungeprüft die Zahlen des UKGM-Betreibers, der Rhön-Klinikum AG, übernommen.

Linke-Fraktionschefin Janine Wissler hielt Bouffier vor, vergangene Woche seine Stellungnahme zur Personalsituation von der Homepage des Klinikbetreibers wörtlich „abgeschrieben“ zu haben (die OP berichtete).

Die mitregierenden Grünen warfen dagegen der Opposition „Schwarz-Weiß-Malerei“ und Beschimpfung vor.

von unserer Agentur

 
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Antwort ist „ein Schlag ins Gesicht“

Jüngst antwortete Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) auf den offenen Brief der UKGM-Betriebsräte. Nun wirft die Initiative „Notruf 113“ ihm vor, er habe einfach von der Rhön-Geschäftsführung abgeschrieben.

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