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Der erste Supermarkt im Stadtwald

Bau Der erste Supermarkt im Stadtwald

Der Bauantrag wird am Donnerstag eingereicht: Ein Investor aus dem Sauerland hat städtische Grundstücke gekauft, um im Stadtwald neuen Wohnraum und eine Infrastruktur zu errichten. 

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Quelle: Tobias Hirsch

Marburg. Seit vielen Jahren fordern die Anwohner im Stadtwald eine bessere Infrastruktur. Im ganzen Stadtteil gibt es zum Beispiel keinen Laden, das nächste Geschäft befindet sich in der Leopold-Lucas-Straße in Ockershausen. Das soll sich nun nächstes Jahr ändern, wie Oberbürgermeister Egon Vaupel (SPD) erklärte.

Tegut mit 4500 Verkaufsartikeln

Die Stadtentwicklungsgesellschaft unter ihrem Geschäftsführer Bernd Schulte hat am Dienstag den Kaufvertrag mit der Firma Gefra GmbH unterzeichnet: Die Käufer wollen heute den Bauantrag für 73 Wohnungen einreichen. Am Platz der Weißen Rose wird ein Gebäude mit 13 Wohnungen, Praxisräumen, einem Supermarkt und einem Bistro errichtet. Die Lebensmittelkette Tegut wird den Supermarkt als „Lädchen für alles“ mit fast 4 500 Artikeln Ende nächsten Jahres eröffnen, sagte Manuela Herz von Tegut. Üblicherweise eröffnen „Lädchen für alles“ in leerstehenden Gebäuden, so Herz. Im Stadtwald werde der Markt jedoch in einen Neubau einziehen, das sei etwas Besonderes. Die Lebenshilfe-Tochter „Lebensmittelpunkt“ wird als Geschäftspartner mit Tegut kooperieren.

„Wir schaffen dort Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderungen“, so Roland Wagner von der Lebenshilfe.
Entlang der Jakob-Kaiser-Straße baut die Gefra zudem auf einer Fläche von 4500 Quadratmetern vier Gebäude mit insgesamt 60 Wohnungen. Die Wohnungen sind besonders für Studierende geeignet. In den 1- bis 3-Zimmer-Wohnungen hat jedes Wohnzimmer einen Balkon und eine Nasszelle. Studierende würden also nur Flur und Küche gemeinsam nutzen. Zieht später eine Familie ein, kann sie sich entweder über drei Bäder freuen oder der Vermieter baue die Wohnungen um.

Das Unternehmen aus dem Sauerland hat bereits mehrere Geschäfte mit der Stadt gemacht. Seniorchef Manfred Nolting war zum Beispiel Investor des Erlenringcenters und hat auf dem Gelände der früheren Jägerkaserne Immobilien gekauft. Nun hat er seiner Tochter Frauke Nolting geraten, die Grundstücke auf dem Gelände der früheren Tannenbergkaserne zu kaufen. „Der Stadtwald ist einer der Gegenden, die ein hohes Entwicklungspotenzial haben, die man ausschöpfen sollte“, sagt die Unternehmerin.

Idylle ohne Infrastruktur

Doch hatte die Sache einen Haken aus Sicht der Investorin: Mögliche Geschäftspartner, Mieter und Vermieter hätten stets beklagt, dass das Gelände zwar idyllisch sei, dort aber die Infrastruktur fehle. „Die Katze hat sich in den Schwanz gebissen“, fasst Frauke Nolting zusammen. Daher war für die Unternehmerin klar: Wenn dort neue Wohnungen gebaut werden, dann muss auch die Infrastruktur aufgebaut werden. Der Supermarkt ist das Wichtigste, aber die medizinische Versorgung sei für die Menschen ebenfalls relevant. Man stehe mit einem Allgemeinmediziner aus Marburg in Verbindung, der dort eine Praxis eröffnen möchte. Das Unternehmen investiere bis zu 15 Millionen Euro in das Projekt, über den Kaufpreis für die Grundstücke schwiegen Gefra und SEG.

Gefra wird die Wohnungen nach der Fertigstellung veräußern. Die Wohnungen am Platz der Weißen Rose gehen an private Käufer, für die Häuser in der Jakob-Kaiser-Straße habe man einen Investor gefunden.
Die SEG hat noch weitere Grundstücke im Stadtwald, die sie verkaufen möchte. Es gebe bereits genügend Interessenten für Seniorenwohnungen, die dort ebenfalls geplant seien. Seit Jahren versuchte die SEG, Flächen zu verkaufen. Interessenten sprangen immer wieder ab, so zum Beispiel ein Investor, der ein großes Altenheim errichten wollte, aber auf politischen Gegenwind stieß.

von Anna Ntemiris

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