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Der VW der Beschlägebranche

HOPPE AG Stadtallendorf Der VW der Beschlägebranche

Fast jeder Bundesbürger hat schon einmal einen in der Hand gehabt – einen Tür- und/oder Fenstergriff von HOPPE. Um so weit zu kommen, musste das Unternehmen aber erst einmal zahlreiche Türen selbst öffnen.

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Heinz Rink (von links), Frank Wiegand, Unternehmenschef Wolf Hoppe und Ingrid Bambei schauen in der Montage des Stadtallendorfer HOPPE-Werkes ein Produkt an.

Quelle: Katharina Kaufmann

Stadtallendorf. Eigentlich hätte es ganz anders kommen sollen: Für Friedrich Hoppe, begeistert von Kraftfahrzeugen aller Art, ist es klar, dass er einmal den elterlichen Fuhrbetrieb übernehmen wird. Dann kommen allerdings der Zweite Weltkrieg und eine Gefangenschaft in Sibirien – und die Familie wird aus der schlesischen Heimat vertrieben. Die „Entlassungs-Adresse“ aus der Gefangenschaft für Friedrich Hoppe lautet dann Heiligenhaus bei Düsseldorf, damals das Zentrum der Schloss- und Beschlagherstellung in Deutschland. Eine wichtige Weiche für die Zukunft des jungen Mannes ist damit gestellt.

„Im Laufe unserer 59-jährigen Firmengeschichte mussten immer wieder strategische Weichen gestellt werden. Nur so sind wir zu dem geworden, was wir heute sind“, berichtet Wolf Hoppe, der mittlerweile gemeinsam mit seinem Bruder seinen Vater Friedrich in der Unternehmensführung abgelöst hat und u. a. als Vorstand der HOPPE AG Stadtallendorf agiert. Heute ist HOPPE Europamarktführer für Beschlagsysteme und vertreibt seine Produkte zudem in Nordamerika, Osteuropa und den GUS-Staaten sowie im Nahen und Fernen Osten.

Und wie ist es dazu gekommen? Nach nur drei Lehr- und Praktikumsjahren in der Beschlagindustrie meldet Friedrich Hoppe am 5. November 1952 den „selbstständigen Betrieb einer Lohnschleiferei und Herstellung von Baubeschlägen“ an. „Er hatte erkannt, dass nach dem Krieg vor allem Wohnraum benötigt wurde und damit auch Griffe für Fenster und Türen“, schildert Wolf Hoppe die Entscheidung seines Vaters. Gebraucht werden damals hauptsächlich preislich leicht erschwingliche Produkte, diese aber in großen Mengen. „Und damit war die nächste strategische Weiche gestellt: nämlich die, in Großserie zu gehen“, sagt der heutige Firmenchef und ergänzt: „Mein Vater hat gesagt: Es wird immer mehr Menschen geben, die VW fahren als Rolls Royce. HOPPE sollte seiner Meinung nach der ‚VW unter den Beschlägen‘ werden.“

Diese Entscheidung Friedrich Hoppes, in die Serienproduktion einzusteigen, wirkt sich schnell aus: Bereits im Jahr 1954 folgt die Verlagerung des Betriebes aus Heiligenhaus nach Stadtallendorf, zwei Jahre später nimmt HOPPE die Produktion in einem zweiten Betrieb in Bromskirchen auf. Und weil die Nachfrage nach HOPPE-Griffen hoch ist, wird im Jahr 1963 damit begonnen, eine dritte Produktionsstätte im Ausland, in Schluderns in Südtirol, aufzubauen. „Friedrich Hoppe war damit der erste deutsche Unternehmer seiner Branche, der mit der Produktion ins Ausland ging“, berichtet Wolf Hoppe. Aber sein Vater geht noch weiter: 1972 folgt der Aufbau einer Aluminium-Beschläge-Fertigung in St. Martin in Südtirol.

von Katharina Kaufmann

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