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Der Sattler stärkt Pferden den Rücken

Seltener Beruf: Der Sattler stärkt Pferden den Rücken

Dass das Glück für viele auf dem Rücken der Pferde liegt, ist allgemein bekannt. Dass es da auch gut liegt, dafür sorgt ein Reitsport-Sattler. Eckhard Kubens geht in Niederweimar diesem traditionsreichen Beruf nach.

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Eckhard Kubens polstert das Sattelpolster so auf, dass der Sattel perfekt auf den Rücken des Pferdes passt.

Quelle: Heike Döhn

Marburg. Sattler stellen Gebrauchsgegenstände aus Leder, Kunststoff oder Textilien her, zum Beispiel Autositze und Verdecke, Koffer und Taschen - und Sättel, Trensen oder Zügel für den Reitsport. Seinen Meister als Reitsport-Sattler hat Kubens als zweiten Beruf gemacht. Zuvor hatte er schon als Pferdewirt mit Schwerpunkt Reiten gearbeitet, hatte Pferde und auch Reiter ausgebildet. Das tut er auch immer noch gelegentlich, vor allem aber widmet er sich zusammen mit Dorothee Möller seit acht Jahren seinem Fachgeschäft „Reitsport-Kubens“ und sorgt dafür, dass die Sättel, die Kunden bei ihm kaufen, auch optimal an das jeweilige Pferd angepasst werden.

Auch Pferde können Verspannungen haben

Dafür sorgt er in der kleinen Werkstatt, die gleich hinter den Ladenräumen zu finden ist und wo er Spezialwerkzeug und Polsterwatte aufgereiht hat.

„Bei der Arbeit mit den Pferden bin ich immer wieder auf Schwierigkeiten gestoßen, die Pferd und Reiter mit schlecht angepassten Sätteln haben können - sie stören das Pferd in seiner Bewegungsfreiheit, es kommt zu Verspannungen beim Tier“, erzählt Kubens. Und auch der Reiter bekommt Probleme, wenn er zu weit vorne oder hinten sitzt.

Als Sattler nimmt er den Sitz eines Sattels genau unter die Lupe und passt dessen Polsterung genau an den Pferderücken an. Auch am Sattelbaum, dem Innenleben des Sattels, nimmt er notwendige Veränderungen vor. Dafür ist er ganz schön unterwegs: Von Kassel und Fritzlar bis Frankfurt und Siegen erstreckt sich sein Wirkungskreis, denn meist begutachtet er die Tiere vor Ort, auch wenn manche Kunden mit ihren Pferden zu ihm kommen. Mindestens zweimal muss er vor Ort sein, bis der Sattel so sitzt wie er soll. Das bedeutet eine Menge Kilometer, die nicht mit dem Pferd, sondern motorisiert zurückgelegt werden müssen. „Das Anpassen des Sattels ist eine Serviceleistung für Kunden, die ihren Sattel bei uns kaufen“, sagt Kubens - einen Sattel komplett zu bauen, dazu kommt er im Berufsalltag allerdings nicht, denn der würde schlicht zu teuer. Immerhin kostet ein Sattel „von der Stange“ schon über 1000 Euro. Angepasst werden müsse aber fast jeder Sattel.

Viel Pferdeverstand ist für das Handwerk nötig

Kubens bearbeitet auch Trensen und Halfter und nimmt Reparaturen vor. Auch Sonderanfertigungen von Zügeln können bei ihm in Auftrag gegeben werden, und an der Werkstatt-Wand hängt sein Meisterstück - ein beeindruckendes Kutsch-Kummet , ein ringförmiges Geschirr für Zugpferde.

Die Leidenschaft für den Beruf ist Kubens anzumerken, auch wenn dieser „zu den aussterbenden Berufen “ zählt, wie er sagt. Natürlich ist er auch aktiver Reiter mit eigenen Pferden und als Dressurreiter wettkampferfahren.

Soviel Pferdeverstand schlägt sich nieder: „Reitsport Kubens“ in Niederweimar wurde kürzlich im Rahmen der Kölner Messe „spoga horse Frühjahr“ mit einem Händler-Award für Geschäfte unter 200 Quadratmeter ausgezeichnet.

von Heike Döhn

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